Verbrennt LPG wirklich so heiß wie Erdgas?

Verbrennt LPG wirklich so heiß wie Erdgas?
Jan 23, 2026

Wenn du über Umstieg auf LPG nachdenkst - ob für dein Auto, den Grill oder die Heizung - dann stellst du dir wahrscheinlich diese eine Frage: Brennt LPG wirklich so heiß wie Erdgas? Die Antwort ist einfach: Ja, aber nicht so, wie du denkst. LPG verbrennt heißer - aber das bedeutet nicht automatisch, dass es besser ist. Hier kommt es auf den Kontext an.

Was ist LPG und was ist Erdgas?

LPG steht für Flüssiggas und ist meist eine Mischung aus Propan und Butan. Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan. Beide sind fossile Energieträger, aber sie kommen aus unterschiedlichen Quellen und haben unterschiedliche chemische Eigenschaften. LPG wird unter Druck flüssig, Erdgas bleibt gasförmig - das ist schon der erste Unterschied.

Wenn du ein Gasgerät kaufst, steht oft nur „gasbetrieben“ drauf. Aber ob du LPG oder Erdgas verwendest, macht einen riesigen Unterschied bei der Leistung. Viele Leute denken, „Gas ist Gas“. Das ist ein Irrtum. Die Verbrennungstemperatur, der Heizwert und die Luftmenge, die du brauchst, sind komplett anders.

Wie heiß verbrennt LPG im Vergleich zu Erdgas?

LPG verbrennt mit einer Flammtemperatur von etwa 1980 °C. Erdgas (Methan) erreicht knapp 1950 °C. Klingt nach einem kleinen Unterschied? Ist es auch - aber nur auf dem Papier. In der Praxis ist LPG effizienter, weil es mehr Energie pro Volumen liefert.

Der Heizwert von LPG liegt bei etwa 46,1 MJ/kg. Erdgas hat nur 50,0 MJ/kg - klingt jetzt nach einem Nachteil für LPG, oder? Doch hier kommt der Trick: LPG ist viel dichter. Pro Kubikmeter enthält LPG fast dreimal so viel Energie wie Erdgas. Das bedeutet: Wenn du ein Gasflasche mit LPG und eine mit Erdgas vergleichst, die gleich groß sind, dann hat die LPG-Flasche deutlich mehr Energie gespeichert.

Das ist der Grund, warum LPG in Campingkochern, Wohnwagen und in Regionen ohne Erdgasleitung so beliebt ist. Du bekommst mehr Wärme aus weniger Volumen. Ein kleiner 11-Kilo-Flasche LPG reicht für eine ganze Woche Grillen - mit Erdgas bräuchtest du einen Tank, der doppelt so groß wäre.

Warum ist die Temperatur nicht alles?

Ein Grill, der 1980 °C erreicht, klingt beeindruckend. Aber du brauchst diese Temperatur nicht. Dein Steak braucht eine gleichmäßige Hitze von 200-250 °C auf der Grillfläche. Die Flammtemperatur sagt nichts über die Wärmeübertragung aus. Hier zählt, wie gut die Wärme vom Feuer auf das Essen übertragen wird - und das hängt von der Brennerkonstruktion, der Luftzufuhr und der Verbrennungsqualität ab.

LPG verbrennt sauberer als Holzkohle, aber es braucht mehr Luft zum Verbrennen als Erdgas. Wenn dein Gasgerät nicht für LPG ausgelegt ist, kann es zu unvollständiger Verbrennung kommen. Das bedeutet: schwarze Rauchflecken auf deinem Grill, unangenehmer Geruch, und am Ende: weniger Hitze, nicht mehr.

Das ist der entscheidende Punkt: Höhere Flammtemperatur ≠ höhere Nutzleistung. Ein gut eingestellter Erdgas-Ofen kann dein Essen genauso gut garen wie ein LPG-Ofen - wenn er richtig konfiguriert ist.

Kleine LPG-Gasflasche neben einer großen Erdgastanks, Energie-Dichte verglichen.

Was passiert, wenn du LPG in ein Erdgas-Gerät füllst?

Du wirst es nicht tun - oder doch? Viele Leute kaufen einen gebrauchten Grill aus den USA, wo LPG Standard ist, und versuchen, ihn hier mit Erdgas zu betreiben. Oder sie wechseln von Erdgas auf LPG in der Küche, ohne die Düsen auszutauschen.

Das ist gefährlich. LPG hat einen höheren Druck als Erdgas. Wenn du LPG in ein Gerät mit Erdgasdüsen pumpst, fließt zu viel Gas durch. Die Flamme wird zu groß, zu heiß, zu unkontrollierbar. Es kann zu Rückzündungen, Explosionen oder Schäden am Gerät kommen.

Ein Erdgasgerät ist auf einen Druck von etwa 20-25 mbar ausgelegt. LPG arbeitet mit 30-50 mbar. Das ist kein kleiner Unterschied - das ist ein Faktor von 1,5 bis 2,5. Deshalb gibt es spezielle Umstellkits: neue Düsen, andere Druckminderer, manchmal sogar andere Ventile. Ein Fachmann sollte das machen. Kein DIY.

Welches Gas ist besser für Heizungen?

In Bayern, wo Erdgasleitungen weit verbreitet sind, wird meist Erdgas genutzt. In ländlichen Gebieten, wo keine Leitung kommt, ist LPG die Standardlösung. Beide können deine Heizung effizient antreiben - aber mit unterschiedlichen Kosten und Wartungsaufwand.

Erdgas hat den Vorteil: du bekommst es durch die Leitung - kein Tank, kein Nachfüllen. LPG braucht einen Tank im Garten, der alle 6-12 Monate nachgefüllt werden muss. Das ist praktisch, wenn du kein Gasnetz hast, aber es kostet mehr pro kWh.

Ein aktueller Preisvergleich aus dem Jahr 2025 zeigt: Erdgas kostet etwa 7,5 Cent pro kWh. LPG liegt bei 11-13 Cent pro kWh. Das ist fast 50 % mehr. Aber: Wenn du eine neue Heizung kaufst, ist die Anschaffung von LPG-Heizungen oft günstiger - weil sie nicht an das öffentliche Netz gebunden sind. Und sie sind flexibler: du kannst sie überall installieren, auch auf dem Land.

Was ist mit Umwelt und CO₂?

Beide Gase sind fossile Brennstoffe - kein Wunder, dass sie CO₂ ausstoßen. Erdgas verbrennt sauberer als LPG. Es produziert weniger Kohlendioxid pro Energieeinheit. LPG hat einen höheren Kohlenstoffgehalt, weil es aus Propan und Butan besteht - längere Kohlenwasserstoffketten.

Erdgas: etwa 2,75 kg CO₂ pro kWh. LPG: etwa 3,15 kg CO₂ pro kWh. Das klingt nicht viel - aber bei einem durchschnittlichen Haushalt mit 15.000 kWh Heizenergie pro Jahr, macht das einen Unterschied von fast 600 kg CO₂. Das ist so viel, wie ein Baum in 30 Jahren bindet.

Wenn du wirklich umweltfreundlich heizen willst, sind Wärmepumpen oder Solarthermie die bessere Wahl. Aber wenn du auf Gas angewiesen bist, dann ist Erdgas die klimafreundlichere Option.

Techniker installiert eine LPG-Düse an einem Kochfeld mit Warnschild.

Praktische Tipps: Welches Gas für was?

  • Grillen: LPG ist die beste Wahl. Höhere Energiedichte, schneller Aufheizen, weniger Flaschenwechsel.
  • Heizung im Haus: Wenn du Erdgas hast - bleib dabei. Wenn nicht, ist LPG die einzige vernünftige Alternative.
  • Camping: Nur LPG. Kleine Flaschen, leicht zu transportieren, funktioniert bei niedrigen Temperaturen.
  • Kochfeld in der Küche: Nur mit passendem Gerät. Niemals einfach umstellen, ohne die Düsen zu wechseln.
  • Auto: LPG ist in Deutschland gängig, aber die Infrastruktur schrumpft. Nur sinnvoll, wenn du oft fährst und eine Tankstelle in der Nähe hast.

Was sagt die Technik?

Alle modernen Gasgeräte sind auf einen spezifischen Gas-Typ ausgelegt. Der Hersteller gibt an, ob das Gerät für Erdgas (G20) oder LPG (G30) geeignet ist. Das steht auf dem Typenschild - meist in kleinen Buchstaben. Wenn du es nicht findest, schau in die Bedienungsanleitung. Oder ruf den Hersteller an.

Es gibt auch Geräte, die „dual-fuel“ sind - also für beide Gase geeignet. Die sind teurer, aber praktisch, wenn du oft wechselst. Aber auch diese brauchen einen Umstellkit - du kannst nicht einfach die Flasche wechseln und loslegen.

Fazit: LPG brennt heißer - aber nicht immer besser

LPG verbrennt tatsächlich etwas heißer als Erdgas - aber das ist nur ein Teil der Geschichte. Die wahre Frage ist: Welches Gas passt zu deinem Einsatz? Für den Grill? LPG. Für die Heizung im Haus mit Erdgasanschluss? Erdgas. Fürs Camping? LPG. Für die Küche ohne Umstellung? Keines der beiden - solange du nicht die Düsen wechselst.

Es geht nicht um die höchste Temperatur. Es geht um die richtige Anwendung. Und das bedeutet: Lies die Anleitung. Lass dich beraten. Und vergiss nicht: Gas ist kein Spielzeug. Ein falscher Anschluss kann dein Zuhause zerstören - und nicht nur deinen Grill.

Brennt LPG wirklich heißer als Erdgas?

Ja, LPG verbrennt mit etwa 1980 °C, Erdgas mit etwa 1950 °C. Der Unterschied ist gering, aber LPG liefert mehr Energie pro Volumen - deshalb fühlt es sich oft heißer an.

Kann ich LPG in ein Erdgas-Gerät füllen?

Nein, das ist gefährlich. LPG hat einen höheren Druck als Erdgas. Ohne Umstellung der Düsen und des Druckminderers fließt zu viel Gas - das kann zu Explosionen oder Schäden führen. Nur ein Fachmann darf das umstellen.

Ist LPG teurer als Erdgas?

Ja, pro Kilowattstunde ist LPG etwa 50 % teurer als Erdgas. Aber wenn du kein Erdgasnetz hast, ist LPG die einzige praktische Option - und die Kosten für die Anschaffung eines Tanks sind oft geringer als die für eine Gasleitung.

Welches Gas ist umweltfreundlicher?

Erdgas ist umweltfreundlicher. Es emittiert weniger CO₂ pro Energieeinheit: etwa 2,75 kg pro kWh gegenüber 3,15 kg bei LPG. Beide sind fossile Brennstoffe - aber Erdgas hat einen geringeren CO₂-Fußabdruck.

Warum benutzen Campinggeräte LPG und nicht Erdgas?

Weil LPG flüssig ist und sich leicht in kleinen Flaschen speichern lässt. Erdgas bleibt gasförmig und braucht riesige Tanks. Fürs Camping ist LPG praktisch, tragbar und funktioniert auch bei Kälte.

Lukas Ehrlichmann

Lukas Ehrlichmann

Ich bin ein Automobil-Experte mit großer Leidenschaft für die neuesten Trends und Technologien in der Branche. Meine Spezialität liegt in der Bewertung und Analyse von Fahrzeugen sowie in der Fortbildung über umweltschonende Antriebe. Ich schreibe gerne informative Artikel und Blogposts über grüne Energie und wie diese die Automobilindustrie revolutioniert.