Wenn du mal überlegt hast, warum so viele Menschen in Deutschland und Europa auf LPG umsteigen, dann hast du dir wahrscheinlich die gleiche Frage gestellt: LPG ist nicht neu, aber es wird immer beliebter. Warum eigentlich? Es geht nicht nur um Geld sparen, obwohl das auch eine große Rolle spielt. Es geht um Einfachheit, Sauberkeit und Flexibilität - und das in allen Lebensbereichen.
Was ist LPG überhaupt?
LPG steht für Liquefied Petroleum Gas, also Flüssiggas. Es ist eine Mischung aus Propan und Butan, die unter leichtem Druck flüssig wird. Das macht es leicht zu lagern und zu transportieren. Im Vergleich zu Erdgas, das hauptsächlich aus Methan besteht, ist LPG viel dichter und eignet sich daher perfekt für mobile Anwendungen - ob im Auto, im Wohnmobil oder in der Küche.
Im Haushalt wird LPG oft in Flaschen geliefert, besonders in ländlichen Gebieten, wo es keine Erdgasleitung gibt. In der Automobilindustrie wird es als Autogas in speziellen Tanks gespeichert. Und im Gegensatz zu Benzin oder Diesel ist LPG ein sauberer Brennstoff - es produziert deutlich weniger Schadstoffe.
Warum ist LPG günstiger als Benzin oder Diesel?
Ein einfaches Beispiel: In Bayern kostet Liter Benzin im Februar 2026 durchschnittlich 1,85 Euro. Diesel liegt bei 1,78 Euro. LPG hingegen: nur 0,95 Euro pro Liter. Das ist fast die Hälfte. Und das, obwohl der Verbrauch beim LPG-Antrieb etwa 20 % höher ist. Warum? Weil ein Liter LPG weniger Energie enthält als ein Liter Benzin. Aber: Die Preisunterschiede sind so groß, dass du trotz höherem Verbrauch immer noch sparst.
Ein durchschnittlicher Pkw mit 15.000 km Jahresfahrleistung verbraucht bei Benzin etwa 1.000 Liter. Das wären 1.850 Euro. Mit LPG wären es 1.200 Liter - also 1.140 Euro. Du sparst also über 700 Euro pro Jahr. Und das bei einer einmaligen Umbaukosten von etwa 2.000 Euro. In drei Jahren hast du das Geld zurück. Danach ist es reiner Gewinn.
LPG ist sauberer - und das merkt die Umwelt
Stell dir vor, du fährst 10.000 km mit einem Auto, das mit LPG läuft. Was passiert? Du stößt 15 % weniger CO₂ aus als mit Benzin. Noch wichtiger: Stickoxide und Feinstaub reduzieren sich um bis zu 35 %. Das ist kein theoretisches Argument - das hat die Umweltbundesamt in einer Studie von 2024 bestätigt. In Städten wie München, wo die Luftqualität immer noch ein Problem ist, zählt jede Reduktion.
Und es geht nicht nur um die Luft. LPG hinterlässt keine Rußpartikel im Motor. Das bedeutet weniger Ablagerungen, längere Lebensdauer des Motors und weniger Ölwechsel. Ein Auto mit LPG-Antrieb braucht oft nur alle 20.000 km einen Ölwechsel - statt alle 15.000 km wie mit Benzin. Das ist nicht nur umweltfreundlicher, es ist auch praktischer.
Flexibilität: LPG ist überall verfügbar
Im Jahr 2025 gab es in Deutschland über 5.800 LPG-Tankstellen - mehr als in jedem anderen europäischen Land außer Italien. Und das ist kein Zufall. Die Infrastruktur ist stabil, gut ausgebaut und wird weiter ausgebaut. Du findest LPG-Tankstellen an Autobahnen, an Landstraßen, sogar in kleinen Orten. In Österreich und der Schweiz ist es genauso einfach.
Und wenn du mal ins Ausland fährst? In den Niederlanden, Polen, Tschechien und Frankreich gibt es LPG-Tankstellen fast genauso viele wie in Deutschland. Du kannst also ohne Angst vor einem leeren Tank durch Europa fahren. Im Vergleich dazu: Elektroautos haben in Osteuropa oft noch keine zuverlässige Ladeinfrastruktur. LPG ist da viel robuster.
Wie sieht es mit der Sicherheit aus?
Viele denken: Gas? Das ist doch gefährlich. Aber LPG ist sicherer, als du denkst. Die Tanks sind aus hochfestem Stahl gefertigt, viel dicker als Benzin- oder Dieseltanks. Sie werden auf Druck von über 20 bar geprüft - und das nicht nur einmal, sondern mehrfach während der Produktion. Ein LPG-Tank übersteht einen Frontalzusammenstoß besser als ein Benzin- oder Dieseltank.
Und wenn es doch mal undicht wird? LPG ist schwerer als Luft. Es sinkt nach unten - nicht hoch wie Benzin-Dämpfe. Das bedeutet: Es sammelt sich nicht in der Kabine, sondern am Boden. Moderne Systeme haben automatische Absperrventile, die bei einem Unfall sofort schließen. Die Unfallstatistik der Deutschen Gesellschaft für Technische Überwachung zeigt: LPG-Fahrzeuge haben eine geringere Unfallrate mit Brandgefahr als Benzin- oder Diesel-Fahrzeuge.
LPG im Alltag: Nicht nur für Autos
Du denkst, LPG ist nur was für Autofahrer? Falsch. In vielen deutschen Haushalten, besonders in ländlichen Gebieten, wird LPG zum Kochen, Heizen und Warmwasserbereiten verwendet. Es ist die einzige praktische Alternative zu Erdgas, wenn es keine Pipeline gibt. Und es ist sauberer als Heizöl. In der Landwirtschaft wird es für Trocknungsanlagen und Wärme in Gewächshäusern genutzt - mit weniger Emissionen als Diesel.
Im Wohnmobil ist LPG der Standard. Kein anderer Brennstoff bietet so viel Energie auf so kleinem Raum. Ein kleiner 11-kg-Flasche reicht für mehrere Wochen Kochen und Heizen. Und du kannst sie überall nachfüllen - von der Tankstelle bis zum Campingplatz.
Was ist mit Elektroautos? Ist LPG nicht veraltet?
Ja, Elektroautos sind der Trend. Aber sie sind nicht für jeden die Lösung. Was ist mit Menschen, die oft lange Strecken fahren? Oder in Regionen ohne Ladeinfrastruktur leben? Oder die ein älteres Auto haben, das sie behalten wollen?
LPG ist die Brückentechnologie. Du kannst dein bestehendes Auto umrüsten - ohne neue Kaufkosten. Du sparst Geld, ohne auf Komfort zu verzichten. Und du tust der Umwelt etwas Gutes. Elektroautos haben ihre Vorteile - aber sie brauchen Strom. Und wenn der Strom aus Kohle kommt, ist die Ökobilanz nicht immer besser.
LPG ist eine klare, praktische, kostengünstige und saubere Alternative. Es ist nicht die Zukunft. Es ist die sinnvolle Gegenwart.
Wie du mit LPG starten kannst
Wenn du jetzt überlegst, umzusteigen - hier ist, wie du anfängst:
- Prüfe, ob dein Auto für eine Umrüstung geeignet ist. Die meisten Benzinmotoren bis Baujahr 2015 lassen sich umrüsten.
- Sprich mit einem zertifizierten LPG-Umrüster. In Deutschland gibt es über 1.200 zugelassene Werkstätten.
- Wähle einen Tanktyp: Unterflur (meistens), Kofferraum- oder Ersatzradplatz.
- Finde eine Förderung: In Bayern gibt es bis zu 1.000 Euro Zuschuss für Umrüstungen.
- Plan deine erste Tankstelle. Nutze die LPG-App von Gasolin oder Shell, um nahegelegene Stationen zu finden.
Du musst nicht alles auf einmal ändern. Ein kleiner Schritt - ein großer Unterschied.
Ist LPG sicher für den Alltag?
Ja, LPG ist sicherer als viele denken. Die Tanks sind aus hochfestem Stahl, werden unter extremen Bedingungen getestet und haben automatische Sicherheitsventile. Im Unfallfall sinkt das Gas nach unten - es sammelt sich nicht in der Fahrzeugkabine. Die Unfallraten mit Brandgefahren sind niedriger als bei Benzin oder Diesel.
Kann ich mein altes Auto auf LPG umrüsten?
Ja, fast alle Benzinautos bis Baujahr 2015 lassen sich umrüsten. Die Umrüstung erfolgt mit einem serienmäßig zugelassenen System, das die Einspritzung und den Tank integriert. Die Kosten liegen zwischen 1.800 und 2.500 Euro. Nach drei bis vier Jahren ist die Investition amortisiert - je nach Fahrleistung.
Gibt es Nachteile bei LPG?
Der größte Nachteil ist der höhere Verbrauch: LPG hat etwa 20 % weniger Energie als Benzin, also verbrauchst du mehr Liter pro 100 km. Außerdem ist die LPG-Tankstelle nicht überall so häufig wie eine Benzinstation - aber in Deutschland ist das Netz so dicht, dass es für die meisten Fahrer kein Problem ist. Ein weiterer Punkt: Einige Städte haben Parkgebühren für LPG-Fahrzeuge, aber das ist selten.
Ist LPG auch für Wohnmobile geeignet?
Absolut. LPG ist der Standard für Wohnmobile. Es ist kompakt, leistungsstark und leicht nachzufüllen. Ein 11-kg-Flasche reicht für Wochen mit Kochen, Heizen und Warmwasser. Du kannst sie an fast jeder Tankstelle, Campingplatz oder LPG-Verkaufsstelle auffüllen - auch im Ausland.
Wie viel CO₂ spart man mit LPG?
Ein LPG-Fahrzeug stößt im Vergleich zu Benzin etwa 15 % weniger CO₂ aus. Bei Stickoxiden und Feinstaub liegt die Reduktion bei 30 bis 35 %. Das ist besonders wichtig in Ballungsräumen wie München, Hamburg oder Frankfurt, wo Luftverschmutzung ein ernstes Problem ist.