Was ist wirklich im BBQ-Flaschengas? Ein klarer Vergleich von Gas und LPG

Was ist wirklich im BBQ-Flaschengas? Ein klarer Vergleich von Gas und LPG
Feb 3, 2026

Wenn du deinen Grill mit einer Gasflasche betreibst, fragst du dich vielleicht: Was genau ist eigentlich drin? Viele denken, es sei einfach „Gas“ - aber das ist nicht nur ungenau, es kann auch gefährlich sein. In den meisten BBQ-Flaschen steckt kein Erdgas, wie es aus der Leitung kommt. Stattdessen ist es eine Mischung aus Propan und Butan. Diese Mischung nennt man LPG - Liquefied Petroleum Gas. Und das ist ein ganz anderer Stoff als das, was in deiner Küche für Kochen oder Heizung verwendet wird.

Was ist LPG wirklich?

LPG ist kein einzelner Stoff, sondern eine Kombination aus zwei Kohlenwasserstoffen: Propan (C₃H₈) und Butan (C₄H₁₀). Beide sind Gas, wenn sie unter normalen Bedingungen in der Luft sind. Aber wenn man sie unter Druck in eine Flasche füllt, werden sie flüssig. Das macht sie praktisch: Du kannst viel Energie in einer kleinen Flasche speichern. Ein voller 5-Kilo-Flasche LPG enthält etwa 20 % mehr Energie als eine gleiche Menge Erdgas in Gasform. Das ist der Grund, warum es so gut für Grills funktioniert - du bekommst eine starke, konstante Flamme, ohne dass die Flasche riesig sein muss.

Die genaue Mischung variiert je nach Land und Jahreszeit. In Deutschland und anderen europäischen Ländern ist die übliche Zusammensetzung etwa 60 % Propan und 40 % Butan. Warum? Weil Propan bei niedrigen Temperaturen noch gut verdampft, während Butan bei Kälte langsamer wird. Im Winter, wenn es unter 0 °C wird, brauchst du mehr Propan. Im Sommer kann man mehr Butan nehmen, weil es günstiger ist und die Flamme etwas sanfter brennt.

Warum nicht normales Erdgas?

Vielleicht denkst du: Warum nicht einfach das Erdgas aus der Leitung nehmen? Weil es nicht funktioniert. Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan (CH₄). Es hat einen viel niedrigeren Siedepunkt als Propan oder Butan - es bleibt bei Raumtemperatur gasförmig, selbst unter hohem Druck. Das bedeutet: Du bräuchtest eine Flasche, die so stark ist wie ein Tauchzylinder, um es flüssig zu halten. Das wäre teuer, schwer und unsicher. Außerdem hat Methan eine andere Brennwert und Verbrennungseigenschaft. Ein Grill, der für LPG gebaut ist, würde mit Erdgas nicht richtig funktionieren - entweder brennt es zu schwach, oder es kommt zu gefährlichen Rückständen.

Ein weiterer Punkt: Erdgas wird in Deutschland hauptsächlich für Heizung und Kochen in Haushalten verwendet - aber nur in festen Leitungen. Es gibt keine kommerziellen Flaschen mit reinem Methan für Grills. Die Infrastruktur existiert nicht. Wer behauptet, er könne seinen Grill mit Erdgas betreiben, ohne einen speziellen Umbau, lügt - oder kennt sich nicht aus.

Propan vs. Butan: Was ist besser für deinen Grill?

Es gibt zwei Haupttypen von LPG-Flaschen: reines Propan, reines Butan und Mischungen. Für den normalen Grillgebrauch in Deutschland ist die Mischung ideal. Aber wenn du genau weißt, was du brauchst, kannst du gezielt wählen.

  • Propan: Verbrennt bei -42 °C. Funktioniert auch bei Schnee und Frost. Ideal für Winter, Camping oder Outdoor-Events. Bietet mehr Leistung und schnellere Aufheizzeit. Aber es ist etwas teurer.
  • Butan: Verbrennt erst ab 0 °C. Bei Temperaturen unter 5 °C wird es träge - die Flamme wird schwach, der Grill braucht länger zum Aufheizen. Aber es ist günstiger und brennt sauberer. Perfekt für Sommergrillen auf dem Balkon.

Wenn du deinen Grill nur im Sommer nutzt, reicht Butan. Aber wenn du ihn im Frühjahr, Herbst oder sogar im Winter benutzt - zum Beispiel für gemütliche Abende mit Freunden - dann solltest du auf Propan oder eine Propan-Butan-Mischung mit mindestens 50 % Propan achten. Die meisten Flaschen, die du in Baumärkten oder Supermärkten findest, sind schon so gemischt. Lies einfach das Etikett: „LPG 60/40“ bedeutet 60 % Propan, 40 % Butan.

Technische Darstellung von Propan- und Butanmolekülen in einer Druckflasche mit Vergleich zu falschem Erdgas.

Wie erkennst du die richtige Flasche?

Nicht jede Gasflasche ist für Grills geeignet. In Deutschland gibt es zwei Standards: die weißen Flaschen mit rotem Deckel (für LPG) und die grünen Flaschen mit weißem Deckel (für Erdgas). Die grünen Flaschen sind für Hausinstallationen gedacht - du darfst sie nicht an deinen Grill anschließen. Die weißen Flaschen mit rotem Deckel sind die, die du brauchst.

Auch die Anschlüsse sind unterschiedlich. Grillflaschen haben einen Presta- oder Schrader-Anschluss - das ist der kleine, runde Stecker mit Gewinde. Erdgasflaschen haben einen anderen Anschluss, oft mit einem größeren Gewinde. Du kannst sie nicht einfach vertauschen. Und wenn du einen Adapter kaufst, um eine falsche Flasche zu nutzen - das ist extrem riskant. Es gibt Fälle, in denen Lecks entstanden sind und es zu Explosionen kam.

Prüfe immer:

  1. Die Farbe der Flasche (weiß mit rotem Deckel = LPG)
  2. Das Etikett („LPG“, „Propan/Butan“, „für Grill“)
  3. Den Anschluss (passt er zu deinem Grill?

Was passiert, wenn du falsches Gas verwendest?

Wenn du versehentlich eine Erdgasflasche an deinen Grill anschließt, passiert nichts - oder fast nichts. Der Grill funktioniert nicht. Die Flamme ist schwach, flackert, oder geht gar aus. Das liegt daran, dass Erdgas viel weniger Druck hat und eine andere Luft-Mischung braucht, um zu verbrennen. Dein Grill ist nicht dafür ausgelegt.

Aber wenn du umgekehrt LPG in eine Anlage für Erdgas pumpst - das ist gefährlich. LPG hat einen viel höheren Druck. Es kann Leitungen sprengen, Dichtungen reißen und zu Gaslecks führen. In geschlossenen Räumen kann das zu einer Explosion führen. Deshalb gibt es strenge Normen: Nur LPG-Flaschen mit entsprechendem Ventil und Schlauch dürfen an Grills angeschlossen werden.

Ein Fall aus dem Jahr 2023 in Bayern: Ein Mann hat eine grüne Erdgasflasche mit einem Adapter an seinen Grill angeschlossen, weil er keine LPG-Flasche finden konnte. Der Schlauch brach, das Gas entwich, und eine Funkenstrecke aus dem Grill zündete es. Es gab einen kleinen Brand, aber keine Verletzten. Die Versicherung hat den Schaden nicht bezahlt - weil die Nutzung nicht den Sicherheitsvorschriften entsprach.

Wo kaufst du die richtige Flasche?

In Deutschland findest du LPG-Flaschen für Grills in fast jedem großen Baumarkt: Ob bei Hornbach, Bauhaus, Obi oder even im Rewe- oder Aldi-Markt. Die Preise variieren zwischen 15 und 25 Euro pro 5-Kilo-Flasche. Manche Anbieter verlangen eine Pfandgebühr von 5 bis 10 Euro - das ist normal. Du bekommst das Geld zurück, wenn du die leere Flasche zurückbringst.

Vermeide Billigprodukte aus dem Internet, die nicht mit deutschen Normen übereinstimmen. Einige chinesische oder osteuropäische Flaschen haben falsche Ventile oder schlechte Dichtungen. Die EU-Norm für LPG-Flaschen ist EN 1442. Prüfe, ob die Flasche diese Kennzeichnung trägt. Und immer: Kaufe nur bei vertrauenswürdigen Händlern, die auch Flaschen umfüllen oder austauschen.

Undichte Gasverbindung am Grill mit sichtbarem Gasaustritt und Prüfdatum auf der Flasche.

Wie lange hält eine Flasche?

Eine normale 5-Kilo-LPG-Flasche reicht für etwa 15 bis 20 Grillstunden - je nachdem, wie stark du die Flamme drehst. Wenn du regelmäßig für 4-6 Personen grillst, reicht eine Flasche für zwei Wochen. Wenn du nur ab und zu einen Burger machst, kann sie monatelang halten.

Wichtig: Flaschen müssen alle 10 Jahre geprüft werden. Die Prüfdatum ist auf dem Deckel oder am Boden eingestanzt - meist als Zahlen wie „12/2023“. Wenn die Flasche älter ist, darfst du sie nicht mehr benutzen. Die meisten Händler nehmen alte Flaschen zurück und tauschen sie gegen neue aus. Es ist kein Abfall - es ist ein Sicherheitsstandard.

Umwelt und Sicherheit: Was du beachten solltest

LPG ist nicht klimaneutral. Es ist ein fossiler Brennstoff. Aber im Vergleich zu Holzkohle oder Holzpellets hat es einen viel geringeren CO₂-Ausstoß pro Grillstunde. Außerdem entstehen keine Rußpartikel, die in die Luft gehen. Wenn du also zwischen LPG und Holzkohle wählen musst - LPG ist die sauberere Wahl.

Aber Sicherheit geht vor. Lagere deine Flasche niemals im Haus, in der Garage oder in der Nähe von Zündquellen. Im Freien, im Schatten, auf einer ebenen Fläche. Und immer mit dem Ventil zu, wenn du nicht grillst. Ein kleiner Leckage-Test: Trage etwas Seifenwasser auf den Anschluss. Wenn Bläschen entstehen, hast du ein Leck. Dann ab in die Werkstatt - nicht selbst reparieren.

Frequently Asked Questions

Ist BBQ-Gas das Gleiche wie Campinggas?

Ja, in den meisten Fällen. Campinggas ist ebenfalls LPG - meist eine Mischung aus Propan und Butan. Die Flaschen sehen oft anders aus (kleiner, mit Schnellanschluss), aber der Inhalt ist identisch. Du kannst eine Campinggasflasche an deinen Grill anschließen, wenn der Anschluss passt. Viele Grillhersteller bieten Adapter an. Aber achte auf die maximale Leistung: Ein kleiner Campingzylinder hat oft nur 2,5 Kilo Gas - das reicht für eine Grillstunde.

Kann man LPG-Flaschen recyceln?

Nicht wie Plastikflaschen. LPG-Flaschen sind aus Stahl und werden wiederverwendet. Du bringst die leere Flasche zum Händler zurück - der füllt sie neu auf. Das ist ein geschlossener Kreislauf. Einige Anbieter bieten sogar eine Pfand-Rückgabe an. Wenn eine Flasche abgenutzt ist, wird sie zur Prüfung geschickt. Defekte Flaschen werden entsorgt - aber nur, wenn sie nicht mehr sicher sind. Die meisten Flaschen halten 20 Jahre oder länger, wenn sie richtig behandelt werden.

Warum ist LPG teurer als Erdgas aus der Leitung?

Weil es verpackt, transportiert und verteilt werden muss. Erdgas fließt durch Pipelines - das ist billig. LPG muss in Tankwagen transportiert, in Flaschen abgefüllt, gelagert und verkauft werden. Jeder Schritt kostet Geld. Außerdem ist die Nachfrage geringer, weil nur wenige Menschen damit grillen. Ein Kilo LPG kostet etwa 1,50 bis 2,00 Euro. Ein Kilo Erdgas in der Leitung kostet etwa 0,07 Euro. Aber du kannst es nicht überall nutzen - deshalb zahlt man für die Flexibilität.

Gibt es eine umweltfreundlichere Alternative zu LPG?

Ja - Elektrogrills. Sie nutzen Strom und erzeugen keine direkten Emissionen. Wenn du Ökostrom nutzt, ist das die sauberste Option. Aber sie heizen langsamer auf, brauchen Stromanschluss und funktionieren nicht überall - etwa nicht auf einem Campingplatz. Ein Hybrid-Grill mit LPG und Elektro-Heizung ist eine gute Mitte. Aber wenn du echtes Grillfeeling willst - mit Rauch, Glut, Flamme - dann ist LPG immer noch die beste Wahl.

Wie erkenne ich, ob eine Flasche noch sicher ist?

Prüfe das Prüfdatum auf dem Deckel oder Boden. Es sieht so aus: „03/2026“. Das ist das nächste Prüfjahr. Wenn das Datum vor 2026 liegt, ist die Flasche abgelaufen. Außerdem: Sieht die Flasche verbeult, rostig oder beschädigt aus? Dann nimm sie nicht. Hast du einen Geruch nach „faulen Eiern“? Das ist ein Geruchszusatz (Mercaptan), der Lecks anzeigen soll. Dann sofort Ventil schließen, Flasche ins Freie bringen und den Händler anrufen. Niemals selbst reparieren.

Lukas Ehrlichmann

Lukas Ehrlichmann

Ich bin ein Automobil-Experte mit großer Leidenschaft für die neuesten Trends und Technologien in der Branche. Meine Spezialität liegt in der Bewertung und Analyse von Fahrzeugen sowie in der Fortbildung über umweltschonende Antriebe. Ich schreibe gerne informative Artikel und Blogposts über grüne Energie und wie diese die Automobilindustrie revolutioniert.