Wie viel kostet es, ein Elektroauto zu laden? Diese Frage stellen sich viele, die gerade über den Wechsel von Benzin oder Diesel nachdenken. Die Antwort ist nicht einfach „ein paar Euro“ - sie hängt von deinem Wohnort, deinem Stromtarif, deinem Fahrzeug und sogar von der Tageszeit ab. In Deutschland, besonders in München, gibt es klare Unterschiede zwischen dem Laden zu Hause, am Arbeitsplatz und an öffentlichen Ladepunkten. Hier ist, was du wirklich bezahlst - ohne Marketing-Verwirrung.
Stromkosten zu Hause: Die günstigste Option
Die meisten Elektroauto-Besitzer laden zu Hause. Und das ist auch der billigste Weg. In München liegt der durchschnittliche Strompreis für Haushalte bei etwa 35 Cent pro kWh (Stand Februar 2026). Ein typisches Elektroauto wie der VW ID.4 verbraucht rund 17 kWh pro 100 km. Das bedeutet: Für 100 km Fahrstrecke zahlst du etwa 5,95 Euro an Stromkosten.
Vergleiche das mit einem Benziner: Ein Golf mit 6,5 Litern pro 100 km und einem Benzinpreis von 1,80 Euro pro Liter kostet 11,70 Euro für dieselbe Strecke. Du sparst also fast 50 %. Und das, ohne irgendwelche Sonderangebote oder Rabatte.
Wenn du eine private Wallbox installiert hast und einen günstigen Ökostromtarif nutzt - zum Beispiel einen Nachtstromtarif mit 20 Cent pro kWh - sinken die Kosten auf unter 3,50 Euro pro 100 km. Das ist weniger als ein Kaffee pro Tag, wenn du 50 km fährst.
Öffentliche Ladepunkte: Was du wirklich bezahlst
Öffentliche Ladestationen klingen praktisch - aber sie sind nicht immer günstig. In München gibt es drei Haupttypen: Schnelllader an Autobahnen, Medium-Lader in Einkaufszentren und Langsamlader in Parkhäusern.
Am Autobahn-Rastplatz kostet ein Ladevorgang oft nach dem Prinzip „Leistung + Zeit“. Ein Beispiel: Du lädst 40 kWh mit einem 150-kW-Lader. Der Anbieter berechnet 0,49 Euro pro kWh plus 0,29 Euro pro Minute Ladezeit. Bei 25 Minuten Ladedauer (für 40 kWh) kommst du auf etwa 23,50 Euro - das sind 58,75 Cent pro kWh. Das ist fast doppelt so teuer wie zu Hause.
Andere Anbieter wie Ionity oder EnBW verlangen pauschal 0,35 bis 0,45 Euro pro kWh, ohne Zeitgebühr. Das ist fairer, aber immer noch teurer als zu Hause. Einige Supermärkte wie Aldi oder Lidl bieten gratis Laden an - aber nur, wenn du einkaufst. Das ist eine gute Ergänzung, kein Ersatz.
Arbeitsplatzladen: Der versteckte Vorteil
Viele Firmen in München haben mittlerweile Ladestationen am Parkplatz. Und hier kommt ein wichtiger Punkt: In Deutschland sind Arbeitgeber seit 2023 verpflichtet, ihren Mitarbeitern die Ladekosten für Elektroautos zu 80 % zu erstatten - wenn sie eine Wallbox bereitstellen. Das bedeutet: Du bezahlst nur 20 % des Strompreises.
Wenn dein Arbeitgeber 35 Cent pro kWh berechnet, zahlst du nur 7 Cent. Für 100 km Fahrstrecke: 1,19 Euro. Das ist der billigste Weg, den du dir vorstellen kannst. Viele Unternehmen wie BMW, Siemens oder die Stadtverwaltung München bieten das sogar kostenlos an. Frag einfach bei deinem HR-Team nach.
Wie sich die Kosten über die Zeit verändern
Strompreise steigen - das ist klar. Aber Elektroautos werden effizienter. Der neue Renault Megane E-Tech verbraucht nur 14 kWh pro 100 km. Der Tesla Model Y ist bei 15,5 kWh. Das bedeutet: Selbst wenn der Strompreis auf 45 Cent steigt, bleibt das Laden günstiger als Benzin.
Ein Elektroauto mit 60 kWh Akku und 500 km Reichweite (wie der Hyundai Ioniq 6) kostet bei 35 Cent pro kWh für eine volle Ladung nur 21 Euro. Das reicht für eine Woche mit 70 km täglich. Im Vergleich: Ein Diesel mit 50 Liter Tank und 12 km/Liter braucht 4,17 Liter pro 50 km - das wären bei 1,80 Euro/Liter 7,50 Euro pro 50 km, also 105 Euro pro Woche.
Was du noch beachten solltest
Nicht alles ist Strom. Einige öffentliche Ladesäulen verlangen eine Startgebühr von 1 bis 3 Euro - besonders bei Kurzladern. Das macht bei einem 15-Minuten-Ladevorgang 30 % der Kosten aus. Vermeide das, indem du nur an Anbietern lädst, die keine Startgebühr haben - wie z.B. Shell Recharge oder E.ON Drive.
Ein weiterer Faktor: Kälte. In München im Winter sinkt die Reichweite um 15-20 %. Das bedeutet: Du lädst öfter. Aber die Ladekosten steigen nicht - du fährst einfach mehr Kilometer. Das ist kein Problem, wenn du deine Routen planst.
Und was mit der Steuer? In Deutschland ist das Laden zu Hause steuerfrei, wenn es für private Fahrten genutzt wird. Keine Nachweise nötig. Bei Firmenwagen zahlt du nur 0,5 % des Neupreises als geldwerter Vorteil - das ist ein riesiger Vorteil gegenüber Benzinern.
Rechnung: Wie viel du wirklich pro Jahr bezahlst
Stell dir vor, du fährst 15.000 km pro Jahr mit deinem Elektroauto. Hier die Kosten:
- Zu Hause mit 35 Cent/kWh: 15.000 km × 0,17 kWh/km × 0,35 € = 892,50 € pro Jahr
- Arbeitsplatz mit 7 Cent/kWh: 15.000 km × 0,17 kWh/km × 0,07 € = 178,50 € pro Jahr
- Öffentlich mit 45 Cent/kWh: 15.000 km × 0,17 kWh/km × 0,45 € = 1.147,50 € pro Jahr
- Benzin (6,5 l/100 km, 1,80 €/l): 15.000 km × 0,065 l/km × 1,80 € = 1.755 € pro Jahr
Das sind Unterschiede von über 1.500 Euro pro Jahr. Und das ist nur der Treibstoff. Elektroautos haben weniger Wartungskosten - keine Ölwechsel, keine Auspuffreparaturen, kaum Bremsenverschleiß.
Wie du deine Kosten senkst
- Lade zu Hause - mit einem Nachtstromtarif, wenn möglich
- Nutze den Arbeitsplatz - viele Unternehmen zahlen fast alles
- Vermeide öffentliche Schnelllader für Alltagsfahrten - sie sind für Notfälle
- Prüfe deine Lade-App - manche bieten Rabatte, z.B. für Mitglieder von Energieversorgern
- Verwende einen Ladeplaner - lade nur, wenn der Strom günstig ist (z.B. zwischen 22 Uhr und 6 Uhr)
Ein Elektroauto ist kein Luxus - es ist eine wirtschaftliche Entscheidung. Die Anschaffungskosten sind höher, aber die Betriebskosten sind niedriger. Und in München, mit seiner hohen Luftverschmutzung und den vielen Förderprogrammen, ist der Wechsel heute sinnvoller denn je.
Wie viel kostet es, ein Elektroauto in München zu Hause zu laden?
Mit einem durchschnittlichen Strompreis von 35 Cent pro kWh und einem Verbrauch von 17 kWh pro 100 km kostet das Laden zu Hause etwa 5,95 Euro für 100 km. Bei einem Nachtstromtarif mit 20 Cent pro kWh sinkt der Preis auf unter 3,50 Euro pro 100 km.
Ist öffentliches Laden teurer als zu Hause?
Ja, oft deutlich. An öffentlichen Schnellladern wie Ionity oder EnBW kostet das Laden zwischen 35 und 50 Cent pro kWh, manchmal mit zusätzlichen Zeit- oder Startgebühren. Zu Hause zahlt man durchschnittlich 20-35 Cent, also bis zu 40 % weniger.
Kann ich mein Elektroauto am Arbeitsplatz kostenlos laden?
Viele Arbeitgeber in München bieten Lademöglichkeiten an und übernehmen mindestens 80 % der Kosten - manche sogar 100 %. Das ist seit 2023 gesetzlich gefördert. Frag einfach bei deinem HR-Team nach - es lohnt sich.
Wie viel spare ich im Jahr mit einem Elektroauto gegenüber einem Benziner?
Bei 15.000 km pro Jahr sparst du etwa 800 bis 1.500 Euro, je nachdem, wo du lädst. Die Stromkosten für ein Elektroauto liegen bei 890-1.150 Euro, während ein Benziner mit 6,5 l/100 km bei 1,80 Euro/Liter über 1.750 Euro kostet.
Beeinflusst die Winterkälte die Ladekosten?
Die Kälte reduziert die Reichweite um 15-20 %, du fährst also mehr Kilometer für dieselbe Strecke. Die Kosten pro kWh bleiben gleich, aber du lädst öfter. Das erhöht die Gesamtkosten nicht direkt - du verbrauchst nur mehr Energie.