Wenn du dir ein neues Auto zulegen willst, stellst du dir wahrscheinlich diese Frage: Ist ein Elektroauto wirklich günstiger als ein Benziner oder Diesel? Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein. Es hängt davon ab, wie du fährst, wo du lebst und wie lange du das Auto behältst. Aber wenn du die Zahlen genauer ansiehst, zeigt sich ein klares Bild: Über die Lebensdauer eines Fahrzeugs sparen die meisten Menschen mit einem Elektroauto Geld - und das nicht nur ein bisschen.
Der Anschaffungspreis: Elektroauto ist teurer - aber das ändert sich
Ja, du hast richtig gelesen: Ein neues Elektroauto kostet heute noch mehr als ein vergleichbares Gasauto. Ein Volkswagen ID.3 mit mittlerer Ausstattung kostet etwa 28.000 Euro, während ein Golf mit 1.5-Turbo-Motor bei 23.000 Euro liegt. Das ist ein Unterschied von 5.000 Euro oder mehr. Aber das ist nur der Anfang.
Seit 2023 gibt es in Deutschland keine staatliche Kaufprämie mehr, aber viele Hersteller bieten eigene Rabatte an. Außerdem sinken die Preise für Elektroautos jedes Jahr. Der Batteriepreis ist seit 2010 um über 90 % gefallen. Laut BloombergNEF kostet eine kWh Batteriekapazität heute nur noch 139 US-Dollar - und das wird weiter sinken. In zwei Jahren wird ein Elektroauto genauso teuer wie ein Verbrenner - ohne Subventionen.
Die Betriebskosten: Elektroauto spart massiv
Jetzt kommt der entscheidende Teil: Was kostet es, das Auto jeden Tag zu fahren? Hier gewinnt das Elektroauto mit Abstand.
Ein Elektroauto verbraucht im Durchschnitt 15 kWh pro 100 km. Bei einem Strompreis von 0,35 Euro pro kWh (das ist der durchschnittliche Haushaltsstromtarif in Deutschland 2026) kostet eine 100-km-Fahrt nur 5,25 Euro. Ein vergleichbares Benzinauto mit 6 Litern pro 100 km und einem Benzinpreis von 1,80 Euro verbraucht 10,80 Euro für dieselbe Strecke. Das ist mehr als doppelt so viel.
Und das ist nur der Treibstoff. Elektroautos haben keine Zündkerzen, keinen Ölwechsel, keine Auspuffanlage und kaum Bremsen, weil sie durch Rekuperation bremsen. Ein Verbrenner braucht alle 15.000 bis 20.000 km einen Ölwechsel - das kostet 150 bis 250 Euro. Ein Elektroauto braucht das nie. Der Wartungsaufwand ist um 40 % niedriger, laut einer Studie des TÜV Süd aus dem Jahr 2025.
Steuer und Versicherung: Auch hier sparen Elektroautofahrer
In Deutschland zahlt man seit 2021 keine Kraftfahrzeugsteuer für Elektroautos, solange sie bis zum 31. Dezember 2030 zugelassen werden. Das ist eine jährliche Ersparnis von 100 bis 300 Euro - je nach Leistung. Ein Verbrenner mit 150 PS zahlt im Schnitt 220 Euro pro Jahr. Über zehn Jahre sind das 2.200 Euro mehr für den Benziner.
Versicherungen sind etwas komplizierter. Die Kfz-Haftpflicht ist gleich teuer. Aber die Kasko kann bei Elektroautos etwas höher sein - vor allem bei teuren Modellen. Der Grund: Die Batterie ist teuer zu ersetzen. Aber: Viele Versicherer bieten seit 2024 spezielle Elektroauto-Tarife mit bis zu 15 % Rabatt, weil die Unfallstatistik besser ist und die Reparaturzeiten kürzer werden.
Die Reichweite und Ladeinfrastruktur: Kein Problem mehr
Früher hieß es: Elektroautos sind nur für Kurzstrecken. Das stimmt heute nicht mehr. Die meisten neuen Elektroautos haben eine Reichweite von 400 bis 600 km. Der Nissan Leaf hat 350 km, der Hyundai Ioniq 6 sogar 614 km (WLTP). Die meisten Menschen fahren täglich weniger als 50 km. Du brauchst also nicht jeden Tag zu laden.
Und das Laden? Du lädst zu Hause - meistens nachts, wenn der Strom am billigsten ist. In Deutschland gibt es heute über 100.000 öffentliche Ladepunkte, davon mehr als 30.000 mit Schnellladung (50 kW und mehr). An einer Schnellladesäule lädst du in 20 Minuten 80 % auf. Ein Tankstopp dauert fünf Minuten - aber du musst nicht 10 Euro für Benzin bezahlen, sondern nur 5 Euro für Strom.
Der Wiederverkaufswert: Elektroautos halten ihren Wert besser
Ein verbreiteter Mythos: Elektroautos verlieren schnell an Wert. Das stimmt nicht mehr. Laut der AutoScout24-Preisdatenbank von 2025 halten Elektroautos ihren Wert besser als Benziner. Ein Tesla Model 3 aus dem Jahr 2022 hat nach drei Jahren noch 68 % seines Neuwertes. Ein vergleichbarer Golf hat nur 52 % übrig. Der Grund: Elektroautos haben weniger Verschleißteile, und die Nachfrage steigt.
Auch bei Gebrauchtwagen ist der Preisunterschied kleiner geworden. Ein gebrauchter ID.3 aus 2023 kostet heute etwa 20.000 Euro - und hat 45.000 km auf dem Tacho. Ein gebrauchter Golf mit 50.000 km kostet 19.500 Euro. Die Differenz ist minimal - aber das Elektroauto hat weniger Wartungskosten und keine Steuer.
Die Gesamtkosten: Die Rechnung nach zehn Jahren
Stellen wir uns vor: Du kaufst ein Elektroauto für 28.000 Euro und ein vergleichbares Gasauto für 23.000 Euro. Du fährst 15.000 km pro Jahr - also 150.000 km in zehn Jahren.
- Elektroauto: 28.000 € Kaufpreis + 7.875 € Strom (15.000 km × 0,35 €/100 km × 10 Jahre) + 2.000 € Wartung + 0 € Steuer = 37.875 €
- Gasauto: 23.000 € Kaufpreis + 27.000 € Benzin (15.000 km × 1,80 €/100 km × 10 Jahre) + 5.500 € Wartung + 2.200 € Steuer = 57.700 €
Das Elektroauto kostet in zehn Jahren 19.825 Euro weniger. Das ist fast so viel wie der Neupreis eines Kleinwagens.
Und das ist ohne die Möglichkeit, deine eigene Solaranlage zu nutzen. Wenn du zu Hause Strom aus deiner Dachphotovoltaik fährst, sinken die Ladekosten auf fast null - und du bist unabhängig von Preissteigerungen.
Wann lohnt sich ein Elektroauto nicht?
Nicht jeder sollte sofort umsteigen. Wenn du täglich mehr als 300 km fährst und kaum eine Möglichkeit hast, unterwegs zu laden, ist ein Elektroauto schwierig. Auch wenn du nur ein Auto für zwei Jahre brauchst, lohnt sich die Umstellung nicht - die Einsparungen kommen erst nach drei bis vier Jahren.
Und wenn du in einer Wohnung wohnst, ohne Lademöglichkeit, musst du auf öffentliche Ladestationen angewiesen sein. Das ist teurer und unpraktischer. Hier hilft ein Hybridauto - aber das ist nur eine Übergangslösung.
Was ist die bessere Wahl für dich?
Wenn du:
- dein Auto mindestens fünf Jahre behältst,
- meistens in der Stadt oder auf kurzen Strecken fährst,
- eine Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz hast,
- und dich nicht von hohen Anschaffungskosten abschrecken lässt -
dann ist das Elektroauto die klügere, günstigere und umweltfreundlichere Wahl. Du sparst Geld, Zeit und Nerven. Und du trägst dazu bei, dass die Luft in der Stadt sauberer wird.
Wenn du dagegen nur selten fährst, lange Strecken machst und kein Laden kannst, bleibt der Verbrenner vielleicht die praktischere Lösung - aber nur vorübergehend. Denn die Zukunft fährt elektrisch - und die Preise werden weiter sinken.
Ist ein Elektroauto wirklich günstiger als ein Benziner?
Ja, über die Lebensdauer eines Autos - meist zehn Jahre oder mehr - ist ein Elektroauto deutlich günstiger. Obwohl der Anschaffungspreis höher ist, spart man durch niedrigere Betriebskosten, keine Kraftfahrzeugsteuer, weniger Wartung und höhere Wiederverkaufswerte. In zehn Jahren kann die Ersparnis bis zu 20.000 Euro betragen.
Wie viel kostet das Laden eines Elektroautos?
Bei einem Verbrauch von 15 kWh pro 100 km und einem Strompreis von 0,35 Euro pro kWh kostet eine 100-km-Fahrt etwa 5,25 Euro. An einer öffentlichen Schnellladestation liegt der Preis bei 0,50 bis 0,70 Euro pro kWh - dann sind es 7,50 bis 10,50 Euro für 100 km. Zu Hause laden ist immer günstiger.
Braucht ein Elektroauto mehr Wartung als ein Benziner?
Nein, im Gegenteil. Elektroautos haben keine Zündkerzen, keinen Ölwechsel, keine Kupplung und kaum Bremsbeläge, weil sie durch Rekuperation bremsen. Der Wartungsaufwand ist um 40 % niedriger als bei Verbrennern, laut TÜV Süd 2025. Ein Elektroauto braucht meist nur einmal im Jahr eine Inspektion.
Lohnt sich ein Elektroauto, wenn ich keine Lademöglichkeit zu Hause habe?
Es ist schwieriger, aber möglich. Du kannst öffentliche Ladestationen nutzen - aber das ist teurer und unpraktischer. Wenn du täglich weniger als 80 km fährst und eine Lademöglichkeit am Arbeitsplatz hast, kannst du auch ohne Zuhause-Ladestation umsteigen. Für lange Strecken oder hohe Kilometerleistung ist ein Hybrid oder Benziner dann sinnvoller.
Wann wird ein Elektroauto genauso günstig wie ein Benziner?
Bereits 2025 haben einige Modelle wie der Renault Clio Elektro oder der Fiat 500 Elektro den Preis eines vergleichbaren Benziners erreicht. Für mittelklasseautos wie den VW ID.3 oder Hyundai Ioniq 5 wird das bis 2027 der Fall sein. Die Batteriekosten sinken jährlich um 8-10 %, laut BloombergNEF.
Die Entscheidung für ein Elektroauto ist heute keine Frage der Umwelt allein - sie ist eine Frage der Vernunft. Wer Geld sparen will, fährt elektrisch. Wer langfristig denkt, wählt den Strom. Die Technik ist da. Die Preise sinken. Und die Zukunft fährt nicht mit Benzin - sie fährt mit Strom.