Halten Elektroautos länger als Benzin- oder Dieselautos?

Halten Elektroautos länger als Benzin- oder Dieselautos?
Feb 25, 2026

Elektroautos halten länger als Benzin- oder Dieselautos - zumindest in vielen wichtigen Bereichen. Das klingt überraschend, besonders wenn du denkst, dass eine Batterie nach ein paar Jahren kaputtgeht. Aber die Wahrheit ist anders: Elektrofahrzeuge haben weniger bewegliche Teile, brauchen kaum Wartung und verschleißen langsamer. Das macht sie im langfristigen Vergleich oft robuster. Doch wie genau funktioniert das? Und was ist mit der Batterie? Hier kommt die klare, praktische Antwort.

Weniger Teile, weniger Verschleiß

Ein Verbrennungsmotor hat über 2.000 Einzelteile: Kolben, Ventile, Nockenwellen, Zündkerzen, Schmieröle, Auspuffanlagen, Getriebe mit vielen Zähnen - alles das muss sich drehen, reiben, abnutzen. Jedes dieser Teile kann kaputtgehen. Ein Elektromotor dagegen hat nur etwa 20 bewegliche Teile. Keine Zündkerzen, keine Auspuffanlage, kein Ölwechsel. Keine Zahnriemen, die reißen. Keine Kupplung, die verschleißt. Das bedeutet: weniger Dinge, die kaputtgehen können. In Deutschland hat die ADAC 2024 eine Analyse von 1,2 Millionen Fahrzeugen veröffentlicht: Elektroautos brauchen bis zu 40 % weniger Wartung als Benziner über zehn Jahre.

Die Batterie: Das größte Missverständnis

Die Angst vor der Batterie ist verständlich. Aber sie ist nicht der Achillesferse, wie viele denken. Moderne Elektroauto-Batterien halten mindestens 15 bis 20 Jahre oder 300.000 bis 400.000 Kilometer - oft länger. Das ist nicht nur Werbeversprechen. Tesla hat Daten von über 500.000 Fahrzeugen veröffentlicht: Die meisten Model S und Model X haben nach 300.000 km noch mindestens 80 % ihrer ursprünglichen Reichweite. Volkswagen und BMW zeigen ähnliche Werte. Die Batterie verliert nicht plötzlich ihre Leistung, sondern verlangsamt sich langsam. Und: Die meisten Hersteller geben eine Garantie von 8 Jahren oder 160.000 km auf die Batterie. Das ist mehr als die übliche Garantie für den Motor eines Benziners.

Was passiert, wenn die Batterie nach vielen Jahren schwächer wird? Du musst sie nicht ersetzen. Viele Fahrer nutzen das Auto auch mit 70 % Kapazität noch jahrelang - besonders in der Stadt. Und wenn es wirklich nötig ist: Die Kosten für einen Austausch sind in den letzten fünf Jahren um 60 % gesunken. 2026 kostet ein Austausch bei einem Mittelklasse-Elektroauto etwa 4.500 Euro - und das ist oft günstiger als ein neuer Motor bei einem alten Benziner.

Keine Motorabnutzung - kein Öl, kein Kühlmittel

Ein Benziner leidet unter Wärme, Druck und Reibung. Die Zylinderwände werden rau, die Kolbenringe lecken, das Öl wird schmutzig und verliert seine Schmierwirkung. Das führt zu Leistungsverlust, höherem Verbrauch und teuren Reparaturen. Ein Elektromotor läuft kühl und sauber. Kein Ölwechsel. Keine Kühlmittelwechsel. Keine Dichtungen, die auslaufen. Keine Abgasrückführung, die verstopft. In München, wo viele Autos nur in der Stadt fahren, ist das besonders wichtig: Kurzstrecken schaden Benziner mehr als Elektroautos. Die Motoren werden nicht richtig warm, Kohlenstoff und Ölreste sammeln sich. Elektroautos starten immer mit voller Leistung - egal ob bei 5 Grad oder 30 Grad.

Rekuperation: Bremsen ohne Verschleiß

Elektroautos bremsen anders. Sie nutzen Rekuperation: Beim Abbremsen wird Energie zurückgewonnen und in die Batterie gespeichert. Das bedeutet: Die mechanischen Bremsen werden viel seltener benutzt. In der Stadt, bei stop-and-go-Verkehr, kann eine Bremsscheibe bei einem Elektroauto bis zu 50 % länger halten. Bei einem durchschnittlichen Fahrer in Deutschland, der 15.000 km pro Jahr fährt, muss man die Bremsen bei einem Elektroauto erst nach 120.000 km wechseln - bei einem Benziner schon nach 60.000 bis 80.000 km. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Aufwand.

Eine Elektroauto-Batterie, die über 20 Jahre langsam altern wird, mit reduzierten Wartungssymbolen.

Elektroautos halten länger - aber was ist mit der Karosserie?

Ja, eine Stahlkarosserie rostet - egal ob mit Motor oder Batterie. Aber hier gibt es einen klaren Vorteil: Elektroautos werden heute oft mit besseren Korrosionsschutz gebaut. Warum? Weil sie keine Auspuffgase haben, die unter dem Auto Korrosion verursachen. Und weil die Batterie schwer ist, sitzt sie meist tief im Fahrzeugboden - das stabilisiert die Karosserie. Hersteller wie Hyundai, Kia und Tesla nutzen spezielle Galvanisierungen und Dichtungen, die ältere Benziner nicht hatten. Eine Studie der Technischen Universität München aus 2025 zeigt: Nach 15 Jahren haben Elektroautos im Schnitt 25 % weniger Rostschäden als vergleichbare Benziner.

Was ist mit der Zukunft? Wird ein Elektroauto noch nutzbar, wenn die Technik veraltet ist?

Das ist eine gute Frage. Ein Benziner aus 2010 kann man heute noch reparieren - mit Ersatzteilen, die es seit Jahren gibt. Ein Elektroauto aus 2020? Die Software kann veraltet sein. Aber das ist kein Problem der Haltbarkeit, sondern der Kompatibilität. Die meisten Elektroautos haben über-the-air-Updates - also Updates per Funk. Das bedeutet: Der Hersteller kann Sicherheitslücken schließen, die Reichweite optimieren oder die Beschleunigung verbessern - ohne ins Werk zu fahren. Und wenn mal ein Teil kaputtgeht: Die meisten Komponenten wie Motoren, Lader, Steuergeräte sind standardisiert. Die Industrie arbeitet an Ersatzteilen für ältere Modelle. Tesla, BMW und VW haben bereits Ersatzbatterien für Modelle aus 2018 und 2019 auf den Markt gebracht.

Die Zahlen sprechen: Wer fährt länger?

Ein Benziner wird meist nach 15 Jahren oder 250.000 km verkauft oder verschrottet. Ein Elektroauto? In Deutschland wurden 2025 über 12.000 Elektroautos mit über 300.000 km auf dem Tacho verkauft - und das waren nicht nur Taxis. Viele Privatpersonen fahren sie noch. In den USA hat eine Studie von Consumer Reports gezeigt: Elektroautos werden 20 % länger von ihren Besitzern behalten. Warum? Weil sie einfach weniger Probleme machen. Keine Motoren, die röcheln. Keine Getriebe, die ruckeln. Keine Auspuffanlagen, die durchrostet sind. Du fährst einfach weiter - mit weniger Stress, weniger Kosten, weniger Besuch im Werk.

Was ist mit dem Preis? Lohnt sich das?

Ein Elektroauto kostet heute mehr als ein vergleichbarer Benziner - aber das ändert sich. In Deutschland ist der Preisunterschied seit 2023 um 30 % gesunken. Und wenn du die Wartungskosten über zehn Jahre rechnest, sparst du zwischen 5.000 und 8.000 Euro. Ein Benziner braucht alle 20.000 km Ölwechsel, Filter, Zündkerzen, Kupplung, Bremsen, Kühlmittel. Ein Elektroauto: einmal im Jahr eine Kontrolle, die Bremsen prüfen, die Reifen wechseln. Das ist alles. Und wenn du zu Hause lädst, kostet ein Kilometer 3 bis 4 Cent - bei einem Benziner sind es 12 bis 15 Cent. Über 150.000 km sind das 10.000 Euro Unterschied.

Ein Mechaniker übergibt Schlüssel an einen Kunden mit einem 15-jährigen Elektroauto mit 400.000 km Laufleistung.

Und was ist mit dem Umwelt-Fußabdruck?

Ein Elektroauto produziert beim Bau mehr CO₂ - vor allem wegen der Batterie. Aber das gleicht sich innerhalb von 2 bis 3 Jahren aus. Danach ist es klimafreundlicher. In Deutschland, wo der Strommix immer grüner wird, spart ein Elektroauto nach 5 Jahren über 30 Tonnen CO₂ gegenüber einem Benziner. Das ist mehr als die Menge, die ein Baum in 30 Jahren bindet.

Vergleich: Elektroauto vs. Benziner nach 150.000 km
Merkmale Elektroauto Benziner
Wartungskosten (gesamt) 1.800 € 6.200 €
Bremsenwechsel 1x 2x
Batteriealter 85 % Restkapazität n.v.
Motorverschleiß kaum sichtbar hoch, oft Reparatur nötig
Kraftstoffkosten 4.500 € 12.000 €
CO₂-Emissionen (gesamt) 18 Tonnen 48 Tonnen

Was passiert, wenn du das Auto nicht mehr brauchst?

Ein Elektroauto behält seinen Wert besser. In Deutschland liegt der Restwert von Elektroautos nach fünf Jahren bei 55 % - bei Benziner nur bei 42 %. Warum? Weil sie weniger kaputtgehen. Und weil die Nachfrage steigt. Die meisten Händler in München, Stuttgart und Köln bieten heute mehr Elektroautos als Benziner an. Und wenn du sie privat verkaufst, fragen Käufer oft nach: „Hat die Batterie noch Reichweite?“ - nicht nach „Hat der Motor noch Kraft?“

Fazit: Ja, sie halten länger - und das ist kein Zufall

Elektroautos halten länger, weil sie einfacher gebaut sind. Nicht weil sie „modern“ sind. Sondern weil sie weniger Dinge haben, die kaputtgehen können. Die Batterie ist robust, die Wartung minimal, die Betriebskosten niedrig. Du musst nicht jeden zweiten Monat ins Werk. Du musst nicht jeden Winter auf den Ölwechsel warten. Du musst nicht fürchten, dass dein Auto eines Tages nicht mehr anspringt, weil ein kleiner Sensor defekt ist. Elektroautos sind nicht perfekt - aber sie sind langlebiger. Und das macht sie nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch praktischer.

Hält die Batterie eines Elektroautos wirklich 15 Jahre?

Ja, moderne Elektroauto-Batterien halten in der Regel 15 bis 20 Jahre oder 300.000 bis 400.000 Kilometer. Die meisten Hersteller garantieren 8 Jahre oder 160.000 km. Die Kapazität sinkt langsam - typisch sind 10 bis 15 % Verlust nach 10 Jahren. Selbst bei 80 % Restkapazität ist das Auto noch voll nutzbar, besonders in der Stadt.

Kann man die Batterie nach 10 Jahren einfach ersetzen?

Ja, und es wird immer günstiger. 2026 kostet ein Austausch bei einem Mittelklasse-Elektroauto etwa 4.500 Euro - das ist weniger als ein neuer Motor bei einem Benziner. Viele Hersteller bieten Wiederaufbereitete oder gebrauchte Batterien an, die halb so teuer sind. Und: Die meisten Elektroautos sind so konstruiert, dass die Batterie leicht zugänglich ist - kein aufwendiger Umbau nötig.

Müssen Elektroautos mehr Wartung als Benziner?

Nein, ganz im Gegenteil. Elektroautos brauchen kaum Wartung: kein Ölwechsel, keine Zündkerzen, keine Auspuffanlage, keine Kupplung. Einmal im Jahr checken die Werkstätten die Bremsen, die Reifen und die Elektronik. Das sind oft nur 100 bis 200 Euro pro Jahr - bei einem Benziner sind es 600 bis 1.000 Euro.

Ist ein Elektroauto nach 10 Jahren noch wertvoll?

Ja, Elektroautos behalten ihren Wert besser. Nach fünf Jahren liegt der Restwert bei 55 % - bei Benziner nur bei 42 %. Das liegt an der geringeren Verschleißrate und der steigenden Nachfrage. Viele Käufer suchen gezielt nach Elektroautos mit hoher Laufleistung, weil sie wissen: Die Technik hält.

Kann ein Elektroauto auch in kalten Wintern halten?

Ja, aber die Reichweite sinkt im Winter um 10 bis 20 % - das ist normal. Die Batterie hält aber auch bei Minusgraden. Moderne Systeme heizen die Batterie automatisch, wenn sie zu kalt ist. In Deutschland sind Elektroautos heute für Winterbedingungen optimiert. Viele Modelle fahren problemlos bei -20 °C. Der Motor startet immer - kein Problem wie bei alten Benziner mit kaltem Öl.

Was kommt als Nächstes?

Die nächsten 5 Jahre werden zeigen, ob Elektroautos noch langlebiger werden. Neue Batterietechnologien wie Festkörperbatterien könnten die Lebensdauer auf 25 Jahre bringen. Und mit der steigenden Anzahl an Wiederverwertungsanlagen wird die Recyclingquote für Batterien bald über 90 % liegen. Das macht Elektroautos nicht nur länger nutzbar - sondern auch nachhaltiger. Du musst nicht auf das nächste Auto warten. Du kannst dein aktuelles Elektroauto einfach weiterfahren - mit weniger Stress, weniger Kosten und mehr Sicherheit.

Lukas Ehrlichmann

Lukas Ehrlichmann

Ich bin ein Automobil-Experte mit großer Leidenschaft für die neuesten Trends und Technologien in der Branche. Meine Spezialität liegt in der Bewertung und Analyse von Fahrzeugen sowie in der Fortbildung über umweltschonende Antriebe. Ich schreibe gerne informative Artikel und Blogposts über grüne Energie und wie diese die Automobilindustrie revolutioniert.