Wird Elektroautos irgendwann günstiger als Benziner?

Wird Elektroautos irgendwann günstiger als Benziner?
Jan 26, 2026

Elektroautos werden immer häufiger auf deutschen Straßen gesehen - aber viele Menschen zögern noch, weil sie glauben, sie seien zu teuer. Die Frage, die sich jeder stellt, der über einen Wechsel nachdenkt: Wird es irgendwann wirklich günstiger sein, ein Elektroauto zu kaufen als einen Verbrenner? Die Antwort ist einfacher, als viele denken: Ja, und zwar schon in den nächsten fünf Jahren.

Warum sind Elektroautos jetzt noch teurer?

Der Hauptgrund, warum Elektroautos heute teurer sind als Benziner oder Diesel, liegt in der Batterie. Eine moderne Lithium-Ionen-Batterie macht allein 30 bis 40 Prozent der Gesamtkosten aus. Ein Nissan Leaf mit 40 kWh Batterie hat eine Batterie, die um die 5.000 Euro kostet - das ist mehr als der Motor und das Getriebe eines vergleichbaren Benziners zusammen.

Doch das ist kein feststehender Preis. Seit 2010 sind die Kosten für Batterien um über 90 Prozent gesunken. Laut BloombergNEF lag der Durchschnittspreis pro kWh im Jahr 2023 bei 139 US-Dollar. Im Jahr 2025 wird er voraussichtlich unter 100 US-Dollar sinken. Das ist der entscheidende Wendepunkt - denn bei unter 100 Dollar pro kWh wird ein Elektroauto ohne Subventionen genauso günstig zu kaufen sein wie ein vergleichbarer Verbrenner.

Wie sich die Herstellungskosten verändern

Es geht nicht nur um die Batterie. Die Produktion von Elektroautos ist insgesamt einfacher. Kein Verbrennungsmotor, keine komplexe Abgasanlage, kein Getriebe mit sieben oder acht Gängen - das reduziert die Anzahl der Einzelteile von über 2.000 bei einem Benziner auf etwa 800 bei einem Elektroauto. Weniger Teile bedeuten weniger Montagezeit, weniger Fehler und geringere Wartungskosten.

Ein Beispiel: Der Tesla Model 3 wird in Gigafactory Berlin mit einer neuen Gießtechnik hergestellt, die den gesamten Unterboden in einem Stück formt. Das spart 30 Prozent der Montagezeit und senkt die Produktionskosten um bis zu 10.000 Euro pro Fahrzeug. Andere Hersteller wie Volkswagen und BMW folgen mit ähnlichen Ansätzen. Diese Effizienzgewinne fließen nicht nur in die Gewinnmargen - sie kommen bald auch beim Preis auf den Kunden zu.

Die Rolle der Skalierung und Wettbewerb

Je mehr Elektroautos produziert werden, desto billiger werden die Komponenten. Chinas Autobauer wie BYD, NIO oder XPeng haben die Produktion massiv ausgebaut - und mit ihnen die Preise gedrückt. BYD hat 2024 über 3,02 Millionen Elektroautos verkauft, mehr als Tesla und Volkswagen zusammen. Weil sie so viele bauen, können sie Batterien, Elektronik und Motoren in riesigen Mengen einkaufen - und das spart Geld.

In Europa haben wir jetzt auch neue Player: Der chinesische Hersteller MG hat den MG4 mit einem Preis von unter 25.000 Euro auf den Markt gebracht - und das ohne Subventionen. Der VW ID.3 kostet heute noch knapp 28.000 Euro, aber die nächste Generation, die 2027 kommt, wird mit einer neuen Plattform deutlich günstiger sein. Der Preisunterschied zwischen Elektroauto und Verbrenner schrumpft - und zwar schneller, als die meisten Branchenexperten vor zwei Jahren erwartet haben.

Vergleich zwischen komplexem Verbrennungsmotor und einfachem Elektromotor mit sinkenden Kosten.

Warum die Regierungen nicht mehr so stark subventionieren müssen

Bis 2023 hat die deutsche Regierung bis zu 6.000 Euro Kaufprämie gezahlt, um Elektroautos attraktiver zu machen. Seit 2024 ist die Förderung stark zurückgefahren - nicht weil die Politik das Thema aufgegeben hat, sondern weil sie nicht mehr nötig ist. Die Preise sinken so schnell, dass viele Elektroautos jetzt schon ohne Zuschuss günstiger sind als ihre Verbrenner-Gegenstücke.

Ein aktueller Vergleich: Der Hyundai Kona Electric (58 kWh) kostet 29.990 Euro. Der gleichgroße Hyundai Kona mit 1.0 T-GDI-Benziner kostet 27.490 Euro - also 2.500 Euro weniger. Aber: Der Benziner verbraucht im Durchschnitt 5,8 Liter pro 100 km. Bei 1,80 Euro pro Liter sind das 10,44 Euro Kosten pro 100 km. Der Elektroauto verbraucht 14 kWh pro 100 km. Bei 0,35 Euro pro kWh (Haushaltsstromtarif) sind das nur 4,90 Euro. Das macht über 5.500 Euro Einsparung bei 100.000 km Fahrstrecke - und das ist nur die Betriebskostenrechnung.

Was passiert mit der Wartung?

Elektroautos haben kaum noch bewegliche Teile, die verschleißen. Kein Ölwechsel, keine Zündkerzen, keine Kupplung, keine Abgasreinigung. Die Bremsen halten länger, weil die Rekuperation die Bremsbeläge entlastet. Eine Studie von Consumer Reports aus dem Jahr 2024 zeigt: Elektroautos kosten im Durchschnitt 40 Prozent weniger an Wartung und Reparatur als Benziner - und das über die gesamte Lebensdauer.

Ein typischer Benziner braucht alle 15.000 km einen Ölwechsel, alle 60.000 km eine Zündkerzen- und Kupplungsüberprüfung, alle 120.000 km einen neuen Auspuff. Ein Elektroauto braucht nur Reifenwechsel, Bremsflüssigkeit alle zwei Jahre und gelegentlich eine Batterie-Prüfung. Die meisten Hersteller geben 8 Jahre oder 160.000 km Garantie auf die Batterie - und viele Batterien halten doppelt so lange.

Wann wird es endlich günstiger?

Die meisten Experten sagen: Zwischen 2026 und 2028. In Deutschland werden ab 2027 mehrere neue Elektroautos unter 20.000 Euro auf den Markt kommen - inklusive einer Reichweite von über 300 km. Der Fiat 500e, der Renault 5 Electric und der neue Opel Corsa-e werden alle in dieser Preisklasse liegen. Gleichzeitig steigen die Preise für Benziner - nicht weil sie teurer hergestellt werden, sondern weil die Abgasvorschriften immer strenger werden. Jede neue Euro-7-Norm kostet den Hersteller tausende Euro pro Fahrzeug - und das wird auf den Preis umgelegt.

Ein weiterer Faktor: Die Preise für Lithium, Kobalt und Nickel sind stabilisiert. Früher schwankten sie stark - heute werden sie durch Recycling und neue Produktionsmethoden besser kontrolliert. China hat in den letzten Jahren riesige Recyclinganlagen gebaut, die bis zu 95 Prozent der wertvollen Metalle aus alten Batterien zurückgewinnen. Das macht die Rohstoffversorgung sicherer und günstiger.

Familie lädt Einkäufe in ein günstiges Elektroauto, während ein älterer Benziner danebensteht.

Was passiert mit gebrauchten Elektroautos?

Die ersten Elektroautos aus dem Jahr 2012 und 2013 kommen jetzt in den Gebrauchtwagenmarkt. Und was stellen wir fest? Ihre Preise sind stabiler als bei Benziner. Ein 2013er Nissan Leaf mit 80.000 km kostet heute etwa 5.000 Euro - und die Batterie hat noch 80 Prozent ihrer Kapazität. Ein vergleichbarer Benziner aus demselben Jahr, der 80.000 km gelaufen ist, hat oft einen Motor, der schon mehrfach überholt wurde - und kostet nur 4.500 Euro. Aber: Der Elektroauto verbraucht ein Viertel der Energiekosten, hat fast keine Wartung und läuft leiser. Wer 20.000 km pro Jahr fährt, spart über 10.000 Euro in zehn Jahren - und das ist kein theoretisches Modell, das ist Realität.

Was bedeutet das für den Käufer?

Wenn du heute ein Elektroauto kaufst, zahlst du mehr - aber du sparst Geld, indem du weniger tankst, weniger wartest und weniger steuerlich belastet wirst. Die Bundesregierung hat 2025 die Kfz-Steuer für Elektroautos bis 2030 komplett ausgesetzt. Das ist ein weiterer Vorteil, den du nicht ignorieren solltest.

Der Zeitpunkt, an dem es finanziell sinnvoll ist, auf Elektroauto umzusteigen, kommt schneller, als viele denken. Wer jetzt ein Elektroauto kauft, zahlt zwar mehr upfront - aber in drei Jahren hat er das Mehrkosten durch geringere Betriebskosten ausgeglichen. Wer bis 2027 wartet, wird ein Auto finden, das nicht nur günstiger ist, sondern auch besser und zuverlässiger als jedes Verbrennermodell der gleichen Klasse.

Die Zukunft ist elektrisch - und sie ist günstiger

Es ist kein Wunschtraum, dass Elektroautos billiger werden. Es ist eine technische und wirtschaftliche Realität. Die Kosten sinken, die Technik wird besser, die Infrastruktur wächst, und die Hersteller lernen, effizienter zu bauen. In München fahren heute schon 12 Prozent aller Neuzulassungen Elektroautos - und das wird sich bis 2028 auf über 50 Prozent verdoppeln.

Wer heute noch sagt, Elektroautos seien zu teuer, hat die Zahlen nicht aktualisiert. Die Preise sind auf dem Weg nach unten - und sie werden nicht mehr stoppen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Elektroauto nicht nur umweltfreundlicher ist, sondern auch der klügere Kauf.

Warum sind Elektroautos heute noch teurer als Benziner?

Elektroautos sind heute teurer, weil die Batterie den größten Teil des Preises ausmacht - bis zu 40 Prozent. Außerdem sind die Produktionsmengen noch kleiner als bei Verbrennern, was die Kosten pro Fahrzeug erhöht. Doch diese Kosten sinken schnell: Seit 2010 sind Batteriepreise um über 90 Prozent gefallen.

Wann werden Elektroautos günstiger als Benziner?

In Deutschland wird es zwischen 2026 und 2028 so weit sein. Ab 2027 kommen mehrere Modelle unter 20.000 Euro auf den Markt, die eine Reichweite von über 300 km haben. Gleichzeitig steigen die Preise für Benziner wegen strengerer Abgasvorschriften. Die Kosten für Batterien werden unter 100 US-Dollar pro kWh sinken - und das ist der Punkt, ab dem Elektroautos ohne Subventionen günstiger sind.

Sind Elektroautos wirklich günstiger im Betrieb?

Ja. Ein Elektroauto verbraucht etwa ein Viertel der Energiekosten eines Benziners pro 100 km. Die Wartung ist 40 Prozent günstiger - kein Ölwechsel, keine Zündkerzen, keine Abgasanlage. Bei 20.000 km pro Jahr spart man über 5.500 Euro in zehn Jahren nur an Betriebskosten - und das ist ohne Steuervorteil.

Hält die Batterie wirklich so lange?

Die meisten Hersteller garantieren 8 Jahre oder 160.000 km. In der Praxis halten Batterien oft 200.000 bis 300.000 km, bevor sie auf 70-80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität sinken. Recycling und bessere Lademethoden verlängern die Lebensdauer. Ein 2013er Nissan Leaf mit 80.000 km hat heute noch 80 Prozent Kapazität - und kostet nur 5.000 Euro.

Was passiert mit dem Wert von gebrauchten Elektroautos?

Gebrauchte Elektroautos verlieren weniger Wert als Benziner. Der Grund: Weniger Verschleißteile und stabile Batterieleistung. Ein 5 Jahre alter Elektroauto behält oft 50-60 Prozent seines Neuwertes, während ein Benziner nur 40-45 Prozent behält. Das macht sie auch für den Gebrauchtwagenmarkt attraktiver.

Lukas Ehrlichmann

Lukas Ehrlichmann

Ich bin ein Automobil-Experte mit großer Leidenschaft für die neuesten Trends und Technologien in der Branche. Meine Spezialität liegt in der Bewertung und Analyse von Fahrzeugen sowie in der Fortbildung über umweltschonende Antriebe. Ich schreibe gerne informative Artikel und Blogposts über grüne Energie und wie diese die Automobilindustrie revolutioniert.