Ist Elektroauto wirklich günstiger als Benziner?

Ist Elektroauto wirklich günstiger als Benziner?
Jan 1, 2026

Wenn du dir ein neues Auto kaufst, stellst du dir wahrscheinlich die gleiche Frage wie Millionen andere: Ist ein Elektroauto wirklich günstiger als ein Benziner? Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein. Es hängt davon ab, wie du fährst, wo du wohnst und wie lange du das Auto behältst. Aber die Zahlen sprechen eine klare Sprache - und sie überraschen viele.

Der Anschaffungspreis: Elektroauto ist teurer - aber das ändert sich

Ja, ein neues Elektroauto kostet heute noch mehr als ein vergleichbarer Benziner. Ein VW ID.3 mit Basisausstattung kostet etwa 28.000 Euro. Ein VW Golf mit 1.0-Turbo-Benziner kommt auf 23.500 Euro. Das ist ein Unterschied von fast 5.000 Euro. Aber das ist nur die Anfangshürde.

Seit 2023 gibt es in Deutschland keine staatliche Kaufprämie mehr. Aber viele Hersteller bieten eigene Rabatte, und die Preise fallen. Der Tesla Model 3 kostete 2023 noch 39.000 Euro - heute liegt er bei 32.000 Euro. Der Hyundai Ioniq 5 ist seit 2025 um 15 % günstiger geworden. Die Produktion wird effizienter, die Akkupreise sinken. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) kostete ein kWh-Akkupack 2010 noch 1.100 Euro - 2025 sind es nur noch 110 Euro.

Wenn du ein gebrauchtes Elektroauto suchst, ist der Vorteil noch größer. Ein 3-jähriger Nissan Leaf kostet heute 12.000 Euro - ein vergleichbarer Benziner aus demselben Jahr kostet 15.500 Euro. Und der Leaf hat kaum Verschleißteile: keine Zündkerzen, kein Ölwechsel, keine Kupplung.

Strom vs. Benzin: Die laufenden Kosten

Stell dir vor, du fährst 15.000 Kilometer pro Jahr. Ein Benziner mit 6,5 Litern Verbrauch auf 100 km verbraucht 975 Liter im Jahr. Bei 1,80 Euro pro Liter kostet das 1.755 Euro. Ein Elektroauto mit 15 kWh/100 km verbraucht 2.250 kWh. Bei 0,35 Euro pro kWh (durchschnittlicher Haushaltsstromtarif) kostet das nur 788 Euro.

Das ist fast die Hälfte. Und das ist nur der Anfang. Wenn du zu Hause lädst und einen günstigen Nachtstromtarif nutzt, sinkt der Preis auf 0,20 Euro pro kWh. Dann zahlt du nur 450 Euro im Jahr für Strom - also ein Viertel der Benzinkosten.

Und dann gibt es noch die Wartung. Ein Benziner braucht alle 15.000 Kilometer einen Ölwechsel (80-120 Euro), Filterwechsel, Zündkerzen, Getriebeöl, Kühlmittel, Luftfilter - das summiert sich. Ein Elektroauto braucht nur Bremsen, Reifen und eine Inspektion alle zwei Jahre. Die Kosten liegen bei 150-250 Euro pro Jahr - weniger als halb so viel wie beim Benziner.

Die Ladeinfrastruktur: Ist es praktisch?

Ein großer Einwand: Wo lade ich? In München gibt es heute über 3.500 öffentliche Ladepunkte - mehr als in jeder anderen deutschen Stadt. 70 % davon sind schnelle DC-Lader mit 50-150 kW. Du lädst 100 km Reichweite in 15 Minuten. Das ist schneller als eine Kaffeepause.

Wenn du eine Garage oder einen Stellplatz hast, lädst du nachts. Das ist nicht nur günstiger - es entlastet auch das Netz. In Bayern gibt es seit 2024 eine Pflicht: Alle neuen Wohngebäude müssen mit Ladeanschluss gebaut werden. In München ist das seit 2023 schon Standard. Wenn du in einer Wohnung wohnst, gibt es immer mehr gemeinschaftliche Lademöglichkeiten - auch in Mietshäusern.

Und wenn du mal auf Reisen gehst? Die Autobahn-Ladestationen von Ionity und Allego sind jetzt fast überall verfügbar. Die Wartezeit ist von 45 Minuten 2022 auf 12 Minuten 2025 gesunken. Die meisten Lader funktionieren mit der gleichen Karte wie die Tankstelle - kein neues Konto nötig.

Eine grafische Zeitleiste zeigt sinkende Akkupreise, fallende Benzinkosten und wachsende Ladestationen mit steigenden Einsparungen bis 2030.

Steuer und Versicherung: Die versteckten Vorteile

Elektroautos sind in Deutschland seit 2021 von der Kfz-Steuer befreit - für zehn Jahre. Das spart dir 150-300 Euro pro Jahr, je nach Leistung. Ein Benziner mit 150 PS kostet jährlich etwa 220 Euro Steuer. Ein Elektroauto mit 180 PS? Null Euro.

Die Kfz-Versicherung ist etwas teurer - aber nicht dramatisch. Ein VW ID.3 kostet etwa 450 Euro im Jahr, ein Golf mit gleichem Versicherungsschutz 410 Euro. Der Unterschied ist kleiner als der Preisunterschied bei den Tankkosten. Und viele Versicherer bieten Rabatte für Elektroautos - weil sie weniger Unfälle verursachen und die Reparaturkosten sinken.

Wie lange brauchst du, um zu sparen?

Wenn du 15.000 Kilometer pro Jahr fährst, hast du nach drei Jahren die höheren Anschaffungskosten wieder eingespart. Rechnen wir es aus:

  • Preisunterschied: 4.500 Euro (ID.3 vs. Golf)
  • Jährliche Kraftstoffeinsparung: 1.755 - 788 = 967 Euro
  • Jährliche Wartungseinsparung: 800 - 200 = 600 Euro
  • Jährliche Steuereinsparung: 220 Euro
  • Gesamtspareffekt pro Jahr: 1.787 Euro

Damit hast du nach 2,5 Jahren die Differenz wieder reingeholt. Danach ist das Elektroauto jedes Jahr 1.787 Euro günstiger. Nach fünf Jahren sparst du mehr als 8.900 Euro - und das ist nur mit Basisnutzung. Wenn du zu Hause mit Nachtstrom lädst, sind es sogar über 12.000 Euro.

Eine Familie lädt einen Renault Twingo Electric in einer urbanen Parklücke, hinter ihnen ist eine Wallbox und ein Solardach zu sehen.

Was ist mit der Umwelt? Und die Batterie?

Ein Elektroauto produziert beim Bau mehr CO₂ - hauptsächlich wegen des Akkus. Aber das gleicht sich nach 15.000 bis 25.000 Kilometern aus. In Deutschland, wo der Strommix heute 52 % erneuerbar ist, ist ein Elektroauto nach 20.000 km klimaneutraler als ein Benziner. In 10 Jahren ist der CO₂-Fußabdruck eines Elektroautos 70 % niedriger.

Die Batterien werden nicht einfach weggeworfen. 95 % der Materialien - Lithium, Kobalt, Nickel - werden recycelt. Tesla und BMW haben eigene Recyclinganlagen in Deutschland. Die zweite Lebensdauer der Batterien ist als Speicher für Solarenergie möglich - das macht sie noch wertvoller.

Wann lohnt es sich nicht?

Nicht jeder sollte auf Elektro umsteigen. Wenn du 50.000 Kilometer pro Jahr fährst, aber keine Möglichkeit hast, zu Hause zu laden - und du oft lange Strecken in Regionen ohne Lader fährst - dann ist ein Plug-in-Hybrid vielleicht die bessere Wahl. Wenn du nur 5.000 Kilometer im Jahr fährst, ist der finanzielle Vorteil kleiner. Aber auch dann lohnt sich ein Elektroauto, wenn du lange hältst - denn die Wartungskosten bleiben niedrig.

Ein letzter Tipp: Kaufe nicht das teuerste Modell. Ein Renault Twingo Electric mit 200 km Reichweite kostet 18.000 Euro - und ist perfekt für Stadt und Kurzstrecken. Du sparst 1.200 Euro pro Jahr gegenüber einem vergleichbaren Benziner. Und du brauchst kein großes Auto.

Die Zukunft ist elektrisch - und günstiger

Elektroautos sind nicht nur die Zukunft. Sie sind schon heute die günstigere Wahl - wenn du sie richtig nutzt. Die Technik ist reif. Die Preise fallen. Die Infrastruktur wächst. Die Betriebskosten sind niedrig. Und die Steuervorteile bleiben bis 2035 bestehen.

Wer heute ein Elektroauto kauft, zahlt nicht mehr für Benzin. Er zahlt für Strom - und Strom wird nie wieder so teuer wie Benzin werden. Nicht in Deutschland. Nicht in Europa. Nicht in der Welt.

Ist ein Elektroauto wirklich günstiger als ein Benziner?

Ja, wenn du mehr als 10.000 Kilometer pro Jahr fährst und zu Hause laden kannst. Nach 2,5 bis 3 Jahren hast du die höheren Anschaffungskosten ausgeglichen. Danach sparst du jährlich bis zu 1.800 Euro an Kraftstoff, Wartung und Steuern.

Wie viel kostet das Laden eines Elektroautos?

Bei 15 kWh/100 km und 0,35 Euro pro kWh kostet 100 km etwa 5,25 Euro. Das entspricht 0,05 Euro pro Kilometer. Ein Benziner mit 6,5 Litern/100 km bei 1,80 Euro kostet 11,70 Euro - also mehr als doppelt so viel.

Muss ich eine Wallbox installieren?

Nein, aber es lohnt sich. Mit einer Wallbox lädst du schneller, sicherer und günstiger. Ohne Wallbox nutzt du den normalen Haushaltsstecker - das dauert 12-24 Stunden für eine volle Ladung. Mit Wallbox sind es 4-8 Stunden. Die Kosten für Installation liegen bei 1.000-1.500 Euro - und werden über die Einsparungen in 2-3 Jahren wieder reingeholt.

Wie lange hält eine Elektroauto-Batterie?

Die meisten Hersteller garantieren 8 Jahre oder 160.000 km mit mindestens 70 % Kapazität. In der Praxis halten Batterien oft 15-20 Jahre. Tesla-Batterien zeigen nach 300.000 km noch 85-90 % Kapazität. Der Austausch kostet heute 8.000-12.000 Euro - aber die Preise sinken jährlich um 10-15 %.

Sind Elektroautos in der Stadt sinnvoll?

Ja, besonders. Elektroautos sind leise, beschleunigen schnell und haben keine Abgase. In München und anderen Städten darfst du mit Elektroautos in Umweltzonen fahren - auch wenn andere Autos ausgeschlossen sind. Außerdem sparst du Parkgebühren in vielen Innenstädten.

Lukas Ehrlichmann

Lukas Ehrlichmann

Ich bin ein Automobil-Experte mit großer Leidenschaft für die neuesten Trends und Technologien in der Branche. Meine Spezialität liegt in der Bewertung und Analyse von Fahrzeugen sowie in der Fortbildung über umweltschonende Antriebe. Ich schreibe gerne informative Artikel und Blogposts über grüne Energie und wie diese die Automobilindustrie revolutioniert.