Was ist der Unterschied zwischen LPG und Erdgas beim Grillen?

Was ist der Unterschied zwischen LPG und Erdgas beim Grillen?
Jan 16, 2026

Wenn du einen Gasgrill kaufst, stehst du vor einer einfachen, aber wichtigen Frage: LPG oder Erdgas? Beide sind Gasarten, die zum Grillen verwendet werden - aber sie sind nicht austauschbar. Viele denken, es sei nur eine Frage der Verfügbarkeit. Tatsächlich geht es um Druck, Dichte, Anschluss und sogar die Hitze, die du am Grill bekommst.

Was ist LPG?

LPG steht für Liquefied Petroleum Gas. Das ist eine Mischung aus Propan und Butan, die unter Druck flüssig wird. Du siehst es als rote Gasflasche im Garten oder auf dem Campingplatz. Diese Flaschen sind überall erhältlich - in Baumärkten, Supermärkten, oder direkt beim Gaslieferanten. LPG wird in Deutschland oft als Propan verkauft, besonders für Grillanwendungen.

Die Vorteile von LPG liegen in der Flexibilität. Du kannst die Flasche einfach wechseln, wenn sie leer ist. Kein festes Rohr, keine Anbindung an das Haus. Ideal für Mietwohnungen, Terrassen oder Reisemobile. Die Flaschen kommen in Größen von 5 kg bis 11 kg - die gängigste ist die 11 kg-Flasche, die etwa 15 bis 20 Grillabende liefert, je nach Nutzung.

Was ist Erdgas?

Erdgas ist hauptsächlich Methan. Es kommt aus dem Boden, wird über Pipelines ins Haus geleitet und ist in vielen Städten und Vororten verfügbar. Im Gegensatz zu LPG bleibt Erdgas immer gasförmig - es wird nicht verflüssigt. Du brauchst dafür eine feste Leitung vom Haus zur Grillstelle. Das bedeutet: du musst den Grill an das Hausanschlussnetz anschließen.

Erdgas ist in der Regel günstiger pro kWh als LPG. In Deutschland kostet ein Kubikmeter Erdgas etwa 7 bis 9 Cent (Stand 2026), während LPG pro kg rund 1,20 bis 1,50 Euro kostet. Aber du musst den Anschluss bezahlen - das kostet zwischen 300 und 800 Euro, je nach Entfernung und Bauart. Wenn du regelmäßig grillst, lohnt sich das auf Dauer.

Druckunterschiede: Der entscheidende Faktor

Der größte Unterschied zwischen LPG und Erdgas ist der Druck. LPG arbeitet mit einem höheren Druck als Erdgas. Ein LPG-Regler reduziert den Druck von etwa 500 mbar auf 30 mbar für den Grill. Ein Erdgas-Regler geht von etwa 20 mbar auf 12-15 mbar.

Wenn du einen LPG-Grill mit Erdgas betreibst - oder umgekehrt - passiert Folgendes: Zu wenig Gas fließt durch. Der Grill brennt schwach, die Flamme ist gelb und flackert. Du kannst kein Steak anbraten, weil die Hitze nicht reicht. Oder noch schlimmer: Wenn du versehentlich einen Erdgas-Regler an eine LPG-Flasche anschließt, strömt zu viel Gas durch - das kann zu einem Feuer oder sogar einer Explosion führen.

Daher: Niemals Regler oder Schläuche austauschen, ohne den Grill speziell dafür umzurüsten. Die meisten Hersteller bieten Umbausätze an - aber nur, wenn der Grill dafür zugelassen ist.

Querschnitt eines Grillbrenners mit zwei unterschiedlichen Gasflammen: LPG und Erdgas, umgeben von Molekülstruktur.

Hitze und Leistung: Welches Gas brennt heißer?

LPG hat eine höhere Energiedichte als Erdgas. Ein Kilogramm LPG enthält etwa 46 Megajoule Energie. Ein Kubikmeter Erdgas bringt nur etwa 36 Megajoule. Das bedeutet: Bei gleicher Menge liefert LPG mehr Wärme.

Praktisch heißt das: Ein LPG-Grill erreicht in der Regel schneller die maximale Temperatur. Bei einem Standard-Grill mit 3 Brennern brauchst du mit LPG etwa 10 Minuten, um auf 250 °C zu kommen. Mit Erdgas dauert es 12 bis 15 Minuten. Für schnelle Sitzungen - wie Steak oder Hähnchenbrust - macht das einen spürbaren Unterschied.

Wenn du aber lange, langsam grillst - wie Ribs oder Schweinehaxe - ist der Unterschied weniger wichtig. Beide Gase halten die Temperatur stabil, wenn der Regler richtig eingestellt ist.

Anschluss und Installation: Was brauchst du?

Bei LPG: Du brauchst nur den Grill, eine Flasche und einen passenden Schlauch mit Regler. Alles ist abnehmbar. Du kannst den Grill im Sommer auf die Terrasse stellen und im Winter in die Garage räumen. Keine Baugenehmigung, keine Genehmigung vom Vermieter - wenn du die Flasche sicher verstaut.

Bei Erdgas: Du brauchst einen festen Anschluss. Das bedeutet: Ein Installateur bohrt ein Loch in die Wand, legt ein Rohr bis zum Grillplatz, montiert einen speziellen Regler und prüft die Dichtheit. Danach ist der Grill fest mit dem Haus verbunden. Du kannst ihn nicht einfach verschieben. Und wenn du umziehst? Dann bleibt der Grill dort.

Ein weiterer Punkt: Erdgas-Systeme müssen jährlich geprüft werden. LPG-Flaschen werden vom Lieferanten gewechselt - du musst nichts tun, außer die neue Flasche anzuschließen.

Umweltbilanz: Welches Gas ist sauberer?

Beide Gase verbrennen sauberer als Holzkohle oder Benzin. Aber Erdgas ist etwas umweltfreundlicher. Bei der Verbrennung von Erdgas entsteht etwa 20 % weniger CO₂ als bei LPG. Außerdem enthält Erdgas keine Butan- oder Propan-Beimischungen, die bei unvollständiger Verbrennung Schadstoffe freisetzen können.

Der Nachteil von Erdgas: Es ist ein fossiler Brennstoff. Es wird durch Fracking oder konventionelle Bohrungen gewonnen - und das hat ökologische Folgen. LPG wird oft als Nebenprodukt der Erdölraffination hergestellt. Beide stammen aus fossilen Quellen. Wenn du wirklich umweltfreundlich grillen willst, ist ein Elektrogrill oder Holzkohle aus nachhaltiger Forstwirtschaft die bessere Wahl.

Person hält LPG-Flasche und Haustürschlüssel, steht zwischen portabler und fest installierter Grillvariante bei Sonnenaufgang.

Preisvergleich: Was kostet was?

Rechne mit diesen Werten (Stand 2026):

Kostenvergleich: LPG vs. Erdgas pro Grillstunde
Parameter LPG (Propan) Erdgas (Methan)
Preis pro kWh 0,11 € 0,07 €
Grillzeit pro Flasche (11 kg) 15-20 Stunden -
Anschlusskosten 0 € 300-800 €
Wartungskosten/Jahr 0 € 50-100 €
Grillzeit pro Jahr (bei 20 Grillabenden) 40 Stunden 40 Stunden
Jährliche Kosten (nach Anschluss) 4,40 € 2,80 €

Wenn du nur 2-3 Mal im Jahr grillst, ist LPG die klare Wahl. Wenn du fast jede Woche grillst - und du wohnst in einem Haus mit Erdgasanschluss - lohnt sich die Investition in Erdgas nach etwa 3-4 Jahren.

Welches Gas solltest du wählen?

Wähle LPG, wenn:

  • Du in einer Mietwohnung wohnst
  • Du den Grill oft verschiebst
  • Du keinen festen Gasanschluss hast
  • Du schnell und flexibel grillen willst

Wähle Erdgas, wenn:

  • Du ein Haus mit Erdgasanschluss hast
  • Du mehr als 20 Mal im Jahr grillst
  • Du langfristig Geld sparen willst
  • Du keinen Platz für Gasflaschen hast

Ein Tipp: Wenn du unsicher bist, kaufe einen Grill, der mit beiden Gasen kompatibel ist. Viele Modelle von Weber, Napoleon oder Char-Broil lassen sich mit einem Umbausatz umstellen. Der Hersteller gibt an, ob das möglich ist - und liefert oft die nötigen Teile mit.

Was passiert, wenn du das falsche Gas verwendest?

Wenn du LPG in einen Erdgas-Grill füllst, fließt zu viel Gas. Die Flamme wird zu groß, der Grill überhitzt, und die Sicherheitsventile können auslösen - oder schlimmer: der Schlauch reißt, und Gas entweicht. Das ist extrem gefährlich.

Wenn du Erdgas in einen LPG-Grill füllst, fließt zu wenig Gas. Die Flamme ist klein, die Hitze reicht nicht. Du grillst Stunden lang, ohne dass etwas braun wird. Und du denkst, dein Grill ist kaputt - dabei ist es nur die falsche Gasart.

Immer prüfen: Auf dem Grill steht meist ein Etikett mit dem Gas-Typ. Oder du findest es in der Bedienungsanleitung. Wenn du unsicher bist, frag den Händler oder den Hersteller - nicht den Nachbarn.

Kann ich einen LPG-Grill auf Erdgas umrüsten?

Ja, aber nur mit einem offiziellen Umbausatz vom Hersteller. Du musst den Regler, die Brennerdüsen und manchmal auch den Schlauch austauschen. Das ist kein DIY-Projekt für Anfänger. Lass es von einem Fachmann machen - sonst riskierst du eine Gaslecksituation.

Ist LPG gefährlicher als Erdgas?

Beide sind sicher, wenn sie richtig verwendet werden. LPG ist schwerer als Luft - es sammelt sich am Boden, wenn es austritt. Erdgas ist leichter und steigt auf. Das macht LPG bei undichten Stellen etwas riskanter, wenn es in einem geschlossenen Raum austritt. Deshalb: Flaschen immer im Freien oder in belüfteten Bereichen lagern.

Wo bekomme ich LPG-Flaschen in Deutschland?

In fast jedem Baumarkt (z. B. Hornbach, Obi), in großen Supermärkten (z. B. Aldi, Lidl) und bei Gaslieferanten wie AGIP, Shell oder lokal ansässigen Anbietern. Viele bieten auch den Tausch der leeren Flasche an - du gibst die alte ab und bekommst eine volle.

Brauche ich eine Genehmigung für Erdgas am Grill?

Ja. In Deutschland muss jeder feste Gasanschluss von einem zugelassenen Installateur geplant und abgenommen werden. Der Installateur stellt eine Prüfbescheinigung aus, die du bei der zuständigen Behörde abgeben musst. Ohne diese Genehmigung darfst du den Grill nicht betreiben - auch nicht für Freunde.

Wie erkenne ich, ob mein Grill für LPG oder Erdgas ist?

Schau auf das Typenschild am Grill - dort steht meist „LPG“ oder „NG“ (Natural Gas). Auch die Brennerdüsen haben unterschiedliche Durchmesser: LPG-Düsen sind kleiner, weil das Gas unter höherem Druck kommt. Wenn du unsicher bist, rufe den Hersteller an und gib die Modellnummer an.

Lukas Ehrlichmann

Lukas Ehrlichmann

Ich bin ein Automobil-Experte mit großer Leidenschaft für die neuesten Trends und Technologien in der Branche. Meine Spezialität liegt in der Bewertung und Analyse von Fahrzeugen sowie in der Fortbildung über umweltschonende Antriebe. Ich schreibe gerne informative Artikel und Blogposts über grüne Energie und wie diese die Automobilindustrie revolutioniert.