Was ist der Unterschied zwischen LPG und Propan?

Was ist der Unterschied zwischen LPG und Propan?
Feb 27, 2026

Vielleicht hast du schon mal gehört, dass LPG und Propan irgendwie das Gleiche sind - oder zumindest sehr ähnlich. Aber das stimmt nicht ganz. Obwohl sie oft als Synonyme verwendet werden, gibt es wichtige Unterschiede, die du kennen solltest, besonders wenn du ein Auto mit Gas betreibst, einen Grill benutzt oder eine Gasflasche für dein Ferienhaus kaufst.

Was ist LPG?

LPG steht für Liquefied Petroleum Gas - auf Deutsch: verflüssigtes Erdgas. Es ist keine einzelne Substanz, sondern eine Mischung aus Kohlenwasserstoffen, hauptsächlich Propan und Butan. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Land, Hersteller und Verwendungszweck. In Deutschland und anderen europäischen Ländern enthält LPG meistens mehr als 80 % Propan, manchmal auch bis zu 30 % Butan. In warmen Klimazonen wie Südamerika oder Südostasien dagegen ist der Butananteil höher, weil Butan bei niedrigen Temperaturen nicht gut verdampft.

Der Hauptgrund, warum LPG verflüssigt wird, ist die Speicherung. Gasförmiges Propan braucht riesige Druckbehälter. Aber wenn du es unter Druck flüssig machst, passt viel mehr Energie in eine kleine Flasche. Deshalb ist LPG so praktisch für Camping, Wohnmobile oder als Kraftstoff für Autos.

Was ist Propan?

Propan ist eine chemische Verbindung mit der Formel C₃H₈. Es ist ein einzelner, klar definierter Kohlenwasserstoff. Im Gegensatz zu LPG ist Propan keine Mischung - es ist reines Propan. In der Industrie und im Haushalt wird es oft als reines Propan verwendet, besonders dort, wo eine konstante Verbrennungstemperatur wichtig ist. Zum Beispiel in Werkstätten, bei Metallschneiden oder in speziellen Heizgeräten.

Propan hat einen Siedepunkt von etwa -42 °C. Das bedeutet: Selbst bei kalten Wintern in Deutschland verdampft es problemlos. Deshalb ist es ideal für Außenanwendungen, wo die Temperatur unter 0 °C sinken kann. Ein reiner Propan-Grill funktioniert auch bei -15 °C, während ein LPG-Grill mit hohem Butangehalt bei Frost schwierig werden kann.

Der entscheidende Unterschied: Mischung vs. Einzelstoff

Der größte Unterschied zwischen LPG und Propan ist also: LPG ist eine Mischung, Propan ist ein reiner Stoff. Wenn du eine Gasflasche mit „LPG“ gekauft hast, enthält sie wahrscheinlich überwiegend Propan - aber auch etwas Butan. Wenn du eine Flasche mit „Propan“ gekauft hast, ist sie fast zu 100 % reines Propan.

Dieser Unterschied hat praktische Folgen. Bei kaltem Wetter verflüssigt sich Butan leicht und bleibt in der Flasche, während Propan weiter als Gas entweicht. Wenn dein Grill bei Minustemperaturen nicht mehr richtig funktioniert, liegt das oft nicht an der Flasche, sondern am Butangehalt im LPG. Reines Propan dagegen arbeitet zuverlässig - selbst im tiefen Winter.

Grill im Winter mit reinem Propan auf der linken Seite, der funktioniert, während LPG auf der rechten Seite versagt.

Verwendung in Fahrzeugen: LPG vs. Propan

Viele Autos in Deutschland werden mit Autogas betrieben - und das ist meistens LPG. Aber in der Technik spricht man oft von „Propan“ als Kraftstoff. Warum? Weil der Großteil der in Fahrzeugen verwendeten Mischung aus Propan besteht. Die EU-Norm EN 589 legt fest, dass Autogas mindestens 75 % Propan enthalten muss. In der Praxis sind es oft 85-95 %.

Ein Auto, das mit Propan betrieben wird, hat keine technischen Unterschiede zu einem Auto mit LPG. Die Motoren, Tanks und Einspritzsysteme sind identisch. Der Unterschied liegt nur in der Gasqualität. Reines Propan verbrennt sauberer, hat eine leicht höhere Energieausbeute und verursacht weniger Rückstände im Motor. Aber es ist auch teurer - deshalb wird in der Regel LPG verwendet, das günstiger ist und in der Praxis fast genauso gut funktioniert.

Grillen, Heizen, Camping: Was passt wohin?

Wenn du grillst, ist LPG die Standardwahl. Die meisten Grillflaschen in Deutschland enthalten eine Mischung aus Propan und Butan - ideal für das gemäßigte Klima. Aber wenn du im Winter in den Bergen grillen willst, solltest du auf reines Propan umsteigen. Einige Hersteller bieten spezielle „Winterflaschen“ mit 100 % Propan an - die funktionieren auch bei -20 °C.

Beim Heizen mit Gasflaschen ist Propan die bessere Wahl, besonders für Außenheizungen, Gartenöfen oder mobile Heizgeräte. Reines Propan liefert mehr Wärme pro Liter und ist weniger anfällig für Verstopfungen durch flüssiges Butan.

Im Campingbereich ist LPG praktisch, weil es günstig und weit verbreitet ist. Aber wenn du in Nordnorwegen oder den Alpen übernachtest, ist reines Propan die sicherere Wahl. Du willst nicht, dass dein Gasheizgerät bei -10 °C ausfällt.

Detailaufnahme eines Gasflaschen-Etiketts mit 'Propan 100%' und einer Lupe, die die Moleküle zeigt.

Preis, Verfügbarkeit und Umweltbilanz

Reines Propan ist teurer als LPG - oft 10-20 % mehr pro Kilogramm. Das liegt daran, dass es aufwendiger zu reinigen und zu trennen ist. LPG ist ein Nebenprodukt der Erdölverarbeitung und daher günstiger. Aber: Je höher der Propananteil, desto effizienter ist die Verbrennung.

Beide Stoffe sind sauberer als Benzin oder Diesel. Sie emittieren weniger CO₂, kaum Ruß und fast keine Stickoxide. Propan hat sogar eine etwas bessere CO₂-Bilanz, weil es vollständiger verbrennt. Beide sind fossile Brennstoffe - aber im Vergleich zu Benzin sind sie eine deutliche Verbesserung.

Wie erkenne ich, was ich bekomme?

Im Handel steht meistens „LPG“ auf der Flasche. Das ist normal. Wenn du reines Propan willst, suche nach „Propan 100 %“, „Reines Propan“ oder „Wintergas“. Einige Hersteller wie Calor, Gasflaschen.de oder TÜV-Süd kennzeichnen das extra. Auf dem Etikett steht oft auch die Zusammensetzung: „Propan ≥ 85 %, Butan ≤ 15 %“ - das ist gut für Deutschland.

Vermeide Flaschen, die nur „Autogas“ oder „Gas“ sagen, ohne Zusammensetzung. Bei unsicherer Qualität kann es zu Leistungsverlusten oder Verschmutzungen im Gasstrahlrohr kommen.

Fazit: LPG ist nicht gleich Propan

LPG ist eine Mischung - meistens aus Propan und Butan. Propan ist ein einzelner, reiner Stoff. In den meisten Alltagssituationen - Auto, Grill, Heizung - ist LPG völlig ausreichend. Aber wenn du extreme Temperaturen, maximale Leistung oder Reinheit brauchst, ist reines Propan die bessere Wahl. Du musst nicht immer das teurere Propan nehmen - aber du solltest wissen, wann es sinnvoll ist.

Wenn du in München lebst und im Winter deinen Grill benutzt: Hol dir eine Flasche mit „Propan 100 %“. Du wirst es merken - besonders wenn es draußen unter -5 °C ist.

Ist LPG dasselbe wie Propan?

Nein, LPG ist keine reine Substanz, sondern eine Mischung, die hauptsächlich aus Propan und Butan besteht. Propan ist ein einzelner Kohlenwasserstoff (C₃H₈). In Deutschland enthält LPG meistens über 80 % Propan, aber auch Butan - das macht den Unterschied.

Kann man Propan statt LPG im Auto verwenden?

Ja, und das wird auch oft so gemacht. In Deutschland entspricht Autogas (LPG) der EU-Norm EN 589, die mindestens 75 % Propan vorschreibt. Reines Propan funktioniert genauso gut - sogar besser bei Kälte - aber es ist teurer. Die Technik im Auto bleibt dieselbe.

Warum funktioniert mein Grill bei Kälte nicht mehr?

Weil Butan in LPG bei niedrigen Temperaturen nicht verdampft. Wenn deine Gasflasche viel Butan enthält, bleibt die Flüssigkeit im Boden der Flasche, und nur wenig Gas kommt raus. Reines Propan verdampft auch bei -42 °C - also funktioniert es auch im Winter.

Welches Gas ist umweltfreundlicher: LPG oder Propan?

Beide sind fossile Brennstoffe, aber Propan verbrennt sauberer und emittiert etwas weniger CO₂, weil es vollständiger verbrennt. LPG mit Butananteil kann leicht mehr Rückstände hinterlassen. Aber der Unterschied ist klein - beide sind deutlich sauberer als Benzin oder Diesel.

Wo finde ich reines Propan in Deutschland?

Reines Propan findest du bei spezialisierten Gasanbietern wie Calor, Gasflaschen.de oder bei TÜV-Süd-Partnerstellen. Suche nach „Propan 100 %“, „Wintergas“ oder „Reines Propan“. In Baumärkten wie Obi oder Hornbach ist meist nur LPG erhältlich - prüfe das Etikett.

Lukas Ehrlichmann

Lukas Ehrlichmann

Ich bin ein Automobil-Experte mit großer Leidenschaft für die neuesten Trends und Technologien in der Branche. Meine Spezialität liegt in der Bewertung und Analyse von Fahrzeugen sowie in der Fortbildung über umweltschonende Antriebe. Ich schreibe gerne informative Artikel und Blogposts über grüne Energie und wie diese die Automobilindustrie revolutioniert.