Wer verkauft den meisten Erdgas in den USA?

Wer verkauft den meisten Erdgas in den USA?
Jan 11, 2026

Im Jahr 2025 ist die USA nicht nur der größte Erdgasproduzent der Welt - sie ist auch der größte Verkäufer. Mehr als 90 Prozent des in den USA geförderten Erdgases werden im Inland und im Ausland abgesetzt. Doch wer genau ist der größte Akteur auf diesem Markt? Es ist nicht ein einzelner Konzern, sondern ein enges Trio, das den Markt dominiert: Cheniere Energy, ExxonMobil und Williams Companies.

Cheniere Energy: Der König der LNG-Exporte

Cheniere Energy ist der größte Exporteur von verflüssigtem Erdgas (LNG) in den USA. Seit 2016 hat das Unternehmen mit seinem Terminal in Sabine Pass, Louisiana, mehr LNG exportiert als jedes andere Unternehmen weltweit. Im Jahr 2025 belief sich der Export von Cheniere auf über 100 Millionen Tonnen LNG - das entspricht etwa 14 Prozent der gesamten globalen LNG-Handelsmenge.

Cheniere verkauft nicht direkt an Endverbraucher. Stattdessen unterzeichnet es langfristige Verträge mit Energieversorgern in Asien, Europa und Lateinamerika. Japan, Südkorea, Spanien und Indien sind die wichtigsten Kunden. Der Vorteil von Cheniere: Es hat keine eigene Förderung. Es kauft Rohgas von Produzenten wie Chevron oder Devon Energy und verflüssigt es. Dadurch ist es flexibel und kann auf Preisunterschiede reagieren - besonders wenn der europäische Markt nach einem Winter mit hohen Preisen wieder nach LNG sucht.

ExxonMobil: Der Alte Meister mit der größten Infrastruktur

ExxonMobil ist der größte Erdgasproduzent in den USA - und damit auch der größte Verkäufer von Rohgas. Das Unternehmen fördert täglich mehr als 13 Milliarden Kubikfuß Erdgas, hauptsächlich aus dem Permian-Becken in Texas und New Mexico, aber auch aus Alaska und dem Golf von Mexiko.

ExxonMobil verkauft sein Gas an drei Hauptgruppen: an Stromerzeuger, an Industrieunternehmen und an andere Gasunternehmen, die es in Pipelines transportieren. Im Jahr 2025 verkaufte ExxonMobil über 4,7 Billionen Kubikfuß Erdgas - mehr als die gesamte jährliche Nachfrage in Deutschland. Ein großer Teil davon geht an die eigenen Tochtergesellschaften wie XTO Energy, die Gas an lokale Verteiler liefern. Aber auch hier: ExxonMobil hat keine eigenen Endkunden. Es ist ein B2B-Geschäft, das auf langfristige Lieferverträge und Preisindizes wie Henry Hub basiert.

Williams Companies: Der Netzwerk-Bauer

Williams Companies ist kein Förderer, sondern der größte Betreiber von Erdgas-Pipelines in den USA. Das Unternehmen besitzt mehr als 30.000 Meilen (ca. 48.000 km) Pipelines - das ist mehr als die Strecke von New York nach Tokio und zurück. Williams transportiert täglich über 18 Milliarden Kubikfuß Erdgas - fast ein Viertel des gesamten US-amerikanischen Transports.

Williams verkauft Transportdienstleistungen, nicht das Gas selbst. Aber es hat eine einzigartige Position: Es verbindet Förderregionen wie den Marcellus-Shale in Pennsylvania mit den größten Verbrauchszentren in den Ostküstenstaaten und den LNG-Terminals an der Golfküste. Ohne Williams könnte Cheniere sein Gas nicht exportieren. Ohne Williams könnten Städte wie Boston oder New York ihren Winterbedarf nicht decken. Deshalb ist Williams der unsichtbare Schlüssel im Erdgas-Ökosystem.

Ölbohranlagen im Permian-Becken, Texas, bei Nacht mit beleuchteten Anlagen und Pipelines

Warum ist das wichtig für Gas vs. LPG?

Wenn man sich fragt, wer den meisten Erdgas verkauft, muss man auch verstehen, wie Erdgas sich von Flüssiggas (LPG) unterscheidet. Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan (CH₄), ist leichter als Luft und wird über Pipelines transportiert. LPG (Flüssiggas) ist eine Mischung aus Propan und Butan - schwerer als Luft, wird in Zylindern geliefert und ist ideal für abgelegene Gebiete, wo keine Pipeline existiert.

Die USA verkaufen fast 95 Prozent ihres Erdgases als Rohgas oder LNG. Nur etwa 5 Prozent werden in LPG umgewandelt - meistens für den Heim- und Gewerbebereich. LPG wird vor allem in ländlichen Gebieten, bei Wohnwagen oder als Kraftstoff für Gabelstapler verwendet. Aber es ist kein Konkurrent von Erdgas - es ist ein Ergänzungsmittel. Wer den meisten Erdgas verkauft, ist also nicht der, der die meisten Gasflaschen verkauft, sondern der, der das Gas aus dem Boden holt, transportiert und in die Welt schickt.

Wie wird Erdgas in den USA verkauft?

Der Erdgasmarkt in den USA funktioniert anders als in Europa oder Asien. Es gibt keine staatliche Preisregulierung. Stattdessen wird der Preis am Henry Hub in Louisiana bestimmt - einem virtuellen Knotenpunkt, wo alle Pipelines zusammenlaufen. Der Preis schwankt täglich, je nach Wetter, Nachfrage und Fördermenge.

Die meisten Verkäufe erfolgen über langfristige Verträge. Ein Energieversorger in Ohio schließt zum Beispiel einen Vertrag mit einem Produzenten in Ohio, der wiederum Gas von einem Anbieter wie ExxonMobil kauft. Die Preise sind oft an den Henry Hub-Index gekoppelt, plus Transportkosten. Kurzfristige Verkäufe auf dem Spotmarkt sind selten - nur bei Engpässen oder extremen Wetterlagen, wie einem eisigen Winter in den Nordstaaten.

Die drei großen Akteure - Cheniere, ExxonMobil und Williams - haben zusammen mehr als 60 Prozent des Marktes. Kein anderer Konzern kommt in die Nähe. Chevron, Chevron, Anadarko und Dominion Energy sind ebenfalls wichtig, aber sie agieren eher als Zulieferer oder Regionalanbieter.

Was ändert sich bis 2030?

Die USA werden bis 2030 noch mehr Erdgas exportieren. Die Biden-Regierung hat neue LNG-Terminals genehmigt, vor allem in Texas und Louisiana. Cheniere baut gerade ein zweites Terminal in Corpus Christi, das ab 2028 jährlich 15 Millionen Tonnen LNG exportieren soll. ExxonMobil investiert in neue Bohrtechniken, um Gas aus schwierigen Formationen zu gewinnen. Williams baut Pipelines nach Florida und in die Karibik, um den Export nach Mittelamerika zu erhöhen.

Gleichzeitig wächst der Druck, den Methanausstoß zu reduzieren. Erdgas gilt als sauberer als Kohle - aber es ist immer noch ein fossiler Brennstoff. Die Industrie investiert jetzt in Methan-Detektoren, Leak-Detection-Systeme und sogar in grünes Wasserstoffgemisch. Aber für die nächsten zehn Jahre bleibt Erdgas der dominierende Energieträger in den USA - und die drei großen Unternehmen werden weiterhin die meisten verkaufen.

Netzwerk von Erdgaspipelines in den USA, verbindet Fördergebiete mit Verbrauchszentren

Wer ist der größte Verkäufer - und warum ist das nicht einfach zu beantworten?

Wenn man fragt, wer den meisten Erdgas verkauft, hängt die Antwort davon ab, was man unter „verkaufen“ versteht.

  • Wenn man nach der Menge an verflüssigtem Gas (LNG) fragt: Cheniere Energy ist Nummer eins.
  • Wenn man nach der Menge an gefördertem Rohgas fragt: ExxonMobil führt.
  • Wenn man nach der Menge an transportiertem Gas fragt: Williams Companies kontrolliert das Netzwerk.

Es gibt keinen einzelnen „Sieger“. Der US-Erdgasmarkt ist ein komplexes System aus Förderung, Transport und Export. Wer den meisten verkauft, ist nicht der größte Produzent - sondern der, der das Gas am besten von der Quelle zum Kunden bringt. Und das ist eine Zusammenarbeit von drei Giganten, die zusammen den größten Energietransfer der Welt steuern.

Was passiert mit dem Gas, das nicht exportiert wird?

Etwa 70 Prozent des in den USA geförderten Erdgases werden im Land verbraucht. Die größten Verbraucher sind:

  • Stromerzeugung (35 %): Gas wird in Gaskraftwerken verbrannt, um Strom zu erzeugen - besonders in den Südstaaten.
  • Industrie (30 %): Chemie, Stahl, Zement und Düngemittelhersteller nutzen Erdgas als Rohstoff und Energiequelle.
  • Haushalte (15 %): Fast 50 Millionen Häuser in den USA heizen mit Erdgas - vor allem im Norden und Mittelwesten.
  • Verkehr (5 %): Nur wenige Fahrzeuge fahren mit Erdgas - aber es gibt wachsende Flotten von Müllwagen und Bussen, die auf CNG (komprimiertes Erdgas) umstellen.

Im Gegensatz dazu wird LPG hauptsächlich in Haushalten ohne Gasleitung, in der Landwirtschaft und als Kraftstoff für Forst- und Baumaschinen verwendet. Es ist kein Ersatz für Erdgas - sondern eine Lösung für Bereiche, wo Pipelines nicht wirtschaftlich sind.

Wer ist der größte Erdgaslieferant in den USA?

Der größte Erdgaslieferant in den USA ist ExxonMobil, wenn man die Menge des geförderten Rohgases betrachtet. Wenn es um Exporte geht, ist Cheniere Energy der größte LNG-Exporteur. Williams Companies ist der größte Transporteur über Pipelines. Keiner allein dominiert - es ist ein Dreiklang aus Förderung, Transport und Export.

Ist Erdgas das gleiche wie LPG?

Nein. Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan und wird über Pipelines transportiert. LPG (Flüssiggas) ist eine Mischung aus Propan und Butan, wird unter Druck verflüssigt und in Zylindern geliefert. Erdgas wird vor allem für Strom, Industrie und Heizung verwendet, LPG für abgelegene Gebiete, Camping oder Gabelstapler.

Warum exportieren die USA so viel Erdgas?

Weil die USA seit 2010 eine massive Fracking-Revolution erlebt haben und mehr Gas produzieren, als sie selbst verbrauchen. Der Preis für Erdgas in den USA ist niedrig, während er in Europa und Asien hoch ist. Deshalb lohnt sich der Export - besonders nach Japan, Südkorea und Europa, die auf russisches Gas verzichten müssen.

Wie viel Erdgas wird in den USA täglich produziert?

Im Jahr 2025 wurden in den USA durchschnittlich 117 Milliarden Kubikfuß Erdgas pro Tag produziert. Das ist mehr als das Doppelte der Produktion von Russland und Qatar zusammen.

Welche Rolle spielt der Henry Hub im Erdgasmarkt?

Der Henry Hub in Louisiana ist der wichtigste Preisindex für Erdgas in Nordamerika. Alle Verträge, ob kurz- oder langfristig, orientieren sich an diesem Preis. Er wird von der Intercontinental Exchange (ICE) veröffentlicht und beeinflusst, wie viel Energieunternehmen für Gas zahlen - von New York bis nach Texas.

Was kommt als Nächstes?

Die Zukunft des Erdgases in den USA hängt von drei Faktoren ab: Technologie, Politik und Klima. Neue Technologien wie grüner Wasserstoff oder Methanreinigung könnten Erdgas in Zukunft sauberer machen. Politisch könnte ein neuer Präsident die LNG-Exporte beschränken - aber bis 2030 ist das unwahrscheinlich. Und klimatisch: Je kälter die Winter in Europa werden, desto mehr Nachfrage gibt es nach amerikanischem LNG.

Wer den meisten Erdgas verkauft, ist also nicht nur ein Unternehmen - es ist ein ganzes System. Und dieses System ist so stark, dass es die globale Energieversorgung verändert. Ob in Berlin, Tokio oder Delhi - das Gas, das in Ihren Heizungen brennt, kommt vielleicht aus Texas. Und es wurde von drei US-Unternehmen verkauft, die wissen, wie man Energie in die Welt bringt.

Lukas Ehrlichmann

Lukas Ehrlichmann

Ich bin ein Automobil-Experte mit großer Leidenschaft für die neuesten Trends und Technologien in der Branche. Meine Spezialität liegt in der Bewertung und Analyse von Fahrzeugen sowie in der Fortbildung über umweltschonende Antriebe. Ich schreibe gerne informative Artikel und Blogposts über grüne Energie und wie diese die Automobilindustrie revolutioniert.