Wird Benzin bald abgeschafft? Die Zukunft der Kraftstoffe und Elektroautos

Wird Benzin bald abgeschafft? Die Zukunft der Kraftstoffe und Elektroautos
Jan 15, 2026

Im Jahr 2026 steht die Frage nicht mehr Benzin oder Elektroauto - die Frage lautet: Wie schnell wird Benzin verschwinden? In vielen Ländern ist es bereits gesetzlich verboten, neue Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu verkaufen. Die EU hat 2035 als Stichtag festgelegt. Norwegen hat es bereits geschafft: Mehr als 80 Prozent aller neu zugelassenen Autos sind elektrisch. In Deutschland sind es knapp 40 Prozent. Das ist kein Zufall. Es ist die Folge von Gesetzen, Technologie und echtem Druck auf die Industrie.

Warum wird Benzin abgeschafft?

Es geht nicht um Hass gegen Benzin. Es geht um Klima. Verkehr verursacht in der EU etwa 25 Prozent der Treibhausgasemissionen. Die meisten davon kommen von Autos mit Benzin- oder Dieselmotor. Elektroautos stoßen unterwegs null CO₂ aus. Selbst wenn der Strom aus Kohlekraftwerken kommt, sind sie im Durchschnitt 60 Prozent sauberer als Benziner - und das wird mit jedem Jahr, in dem mehr Wind- und Solarenergie ins Netz kommt, noch besser.

Die Automobilindustrie hat das längst verstanden. Volkswagen hat 2025 die Produktion von Verbrennungsmotoren in Europa eingestellt. BMW hat angekündigt, ab 2030 nur noch Elektroautos zu bauen. Daimler hat den Mercedes-Benz-Benzinmotor komplett aus dem Portfolio gestrichen. Diese Unternehmen investieren Milliarden in Batterien, Ladeinfrastruktur und Software. Sie wissen: Wer nicht umsteigt, stirbt.

Was passiert mit alten Benzinautos?

Ein Verbot von neuen Benzinautos bedeutet nicht, dass du dein altes Auto abschreiben musst. Du kannst es weiterfahren - solange es noch zugelassen ist. In Deutschland gibt es noch über 40 Millionen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Die meisten davon werden noch mindestens 10 Jahre auf den Straßen bleiben. Die Regierung hat keine Pläne, diese Fahrzeuge zu verbieten. Es geht nur um Neuzulassungen.

Was aber passiert mit den Tankstellen? Viele schließen schon jetzt. In Berlin wurden 2024 über 150 Benzintankstellen geschlossen - und nur 60 neue Ladestationen eröffnet. In ländlichen Gebieten ist die Lage schwieriger. Hier gibt es noch zu wenig Ladeinfrastruktur. Deshalb wird die Umstellung nicht über Nacht passieren. Aber die Tendenz ist klar: Jede neue Tankstelle, die gebaut wird, ist heute eine Ladestation.

Wie teuer ist der Umstieg?

Ein Elektroauto kostet heute noch mehr als ein vergleichbares Benzinauto - aber nur bei der Anschaffung. Der TÜV hat 2025 berechnet: Ein durchschnittlicher Elektroauto-Besitzer spart über 10 Jahre hinweg rund 12.000 Euro an Kraftstoff- und Wartungskosten. Warum? Elektromotoren haben kaum Verschleißteile. Keine Zündkerzen, keine Ölwechsel, keine Kupplung. Die Bremsen halten länger, weil das Regenerativbremsen die Bremsbeläge entlastet.

Die Preise fallen auch bei den Fahrzeugen. Der VW ID.3 kostet heute weniger als 25.000 Euro - und das ohne staatliche Förderung. Der Renault Clio mit Benzinmotor kostet fast genauso viel. Und wenn du eine zweite Hand kaufst, ist der Preisunterschied kaum noch messbar. Ein 3 Jahre alter Nissan Leaf ist heute günstiger als ein vergleichbarer Honda Jazz.

Zwei Welten: verschmutzte Stadt vs. grüne Energieautobahn, verbunden durch einen Pfeil mit '2035'.

Reicht die Stromversorgung?

Ein häufiges Argument gegen Elektroautos: Wo soll der Strom herkommen? Die Antwort: Aus dem Netz. Und das Netz wird immer grüner. In Deutschland stammt bereits 55 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen - und das wird bis 2030 auf 80 Prozent steigen. Die Bundesnetzagentur hat 2025 bestätigt: Selbst wenn alle 40 Millionen Benziner in Deutschland plötzlich elektrisch würden, bräuchte das nur 15 Prozent mehr Strom. Das ist machbar - mit mehr Windkraft, mehr Solaranlagen und intelligenter Ladeverwaltung.

Die Ladeinfrastruktur ist das größte Problem - aber kein technisches. Es ist ein Bauproblem. Es braucht mehr Ladepunkte an Wohnungen, an Arbeitsplätzen, an Supermärkten. Die EU hat 2025 vorgeschrieben: Ab 2027 muss jede neue Tankstelle auch Lademöglichkeiten bieten. In den USA haben Walmart und Costco bereits über 10.000 Ladepunkte installiert. In Deutschland sind es noch 5.000 - aber die Zahl wächst um 40 Prozent pro Jahr.

Was ist mit Hybridfahrzeugen?

Plug-in-Hybride sind die letzte Brücke - aber keine Lösung. Sie haben einen kleinen Akku und einen kleinen Benzinmotor. Sie sind gut für kurze Strecken, aber schlecht für lange Fahrten. Die meisten Fahrer laden sie nicht. Dann fahren sie nur mit Benzin - und verbrauchen mehr als ein normaler Benziner, weil das Fahrzeug schwerer ist. Die EU hat 2025 die Förderung für Hybride gestrichen. Sie gelten nicht mehr als klimafreundlich. Sie sind eine technische Kompromisslösung - und sie verschwinden.

Mechaniker entfernt den letzten Benziner aus einem VW in einer stillgelegten Werkstatt, Poster mit '2035' an der Wand.

Wie sieht die Zukunft aus?

2030: Jedes zweite neue Auto in Europa ist elektrisch. 2035: Kein neuer Benziner mehr in der EU. 2040: Fast alle Fahrzeuge auf deutschen Straßen sind elektrisch. Die alten Benziner werden zu Sammlerstücken, zu Oldtimern - oder sie werden verschrottet.

Die Technologie entwickelt sich weiter. Festkörperbatterien kommen 2027 auf den Markt. Sie laden in 10 Minuten, halten 1.000 Kilometer und halten 20 Jahre. Die Kosten sinken weiter. Die Ladezeiten werden kürzer. Die Reichweite steigt. Die Infrastruktur wird dichter. Die Politik wird nicht zurückrudern. Die Industrie hat sich entschieden.

Was kannst du tun?

Wenn du ein neues Auto brauchst: Überleg dir, ob du wirklich Benzin brauchst. Die meisten Menschen fahren weniger als 50 Kilometer pro Tag. Ein Elektroauto mit 300 Kilometern Reichweite reicht für 95 Prozent aller Fahrten. Wenn du lange Strecken fährst: Lade vorher, plane deine Route, nutze Schnelllader. Es ist nicht schwer - und es wird einfacher.

Wenn du ein altes Auto hast: Nutze es weiter. Es ist nicht schlimm, dass du noch Benzin verbrauchst. Der Klimaschutz geht nicht darum, perfekt zu sein. Er geht darum, den Trend zu erkennen und mitzugehen. Wer jetzt auf Elektro umsteigt, spart Geld, reduziert Emissionen und unterstützt eine Technologie, die die Zukunft ist.

Was bleibt?

Benzin wird nicht plötzlich verschwinden. Aber es wird immer seltener. Es wird nicht mehr die Norm sein. Es wird eine Ausnahme. Wie damals, als Pferdekutschen durch Autos ersetzt wurden. Niemand hat damals geglaubt, dass es so schnell geht. Aber es ist passiert. Und es wird wieder passieren.

Wird Benzin in Deutschland ab 2035 komplett verboten?

Nein. Ab 2035 dürfen keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr in der EU zugelassen werden. Bestehende Fahrzeuge dürfen weiterhin gefahren werden. Es gibt kein Verbot für Benzin als Kraftstoff - nur für neue Fahrzeuge, die es verwenden.

Kann ich mein altes Benzinauto noch verkaufen?

Ja. Du kannst dein Benzinauto weiterhin verkaufen, verschenken oder privat nutzen. Der Verkauf von Gebrauchtwagen mit Verbrennungsmotor bleibt erlaubt. Der Verkauf neuer Fahrzeuge mit Benzinmotor ist ab 2035 verboten - nicht der Verkauf gebrauchter.

Sind Elektroautos wirklich umweltfreundlicher?

Ja, selbst wenn der Strom aus Kohle kommt. Eine Studie des Umweltbundesamts aus 2025 zeigt: Ein Elektroauto emittiert über seine gesamte Lebensdauer durchschnittlich 60 Prozent weniger CO₂ als ein Benziner. Bei grünem Strom sinkt der Wert auf über 80 Prozent. Die Herstellung der Batterien ist belastend - aber das wird durch den geringeren Verbrauch während der Nutzung mehr als ausgeglichen.

Wie lange hält eine Elektroauto-Batterie?

Die meisten Hersteller garantieren 8 Jahre oder 160.000 Kilometer mit mindestens 70 Prozent Kapazität. In der Praxis halten Batterien oft 15 bis 20 Jahre. Tesla-Fahrer berichten, dass ihre Fahrzeuge nach 300.000 Kilometern noch 85 Prozent der ursprünglichen Reichweite haben. Der Austausch der Batterie ist teuer - aber immer seltener nötig.

Was passiert mit alten Elektroauto-Batterien?

Sie werden recycelt. In Deutschland gibt es bereits zertifizierte Recyclinganlagen, die bis zu 95 Prozent der Materialien wie Lithium, Nickel und Kobalt zurückgewinnen. Viele alte Batterien werden auch als stationäre Energiespeicher wiederverwendet - zum Beispiel für Solaranlagen auf Dächern. Die Kreislaufwirtschaft ist bereits etabliert.

Lukas Ehrlichmann

Lukas Ehrlichmann

Ich bin ein Automobil-Experte mit großer Leidenschaft für die neuesten Trends und Technologien in der Branche. Meine Spezialität liegt in der Bewertung und Analyse von Fahrzeugen sowie in der Fortbildung über umweltschonende Antriebe. Ich schreibe gerne informative Artikel und Blogposts über grüne Energie und wie diese die Automobilindustrie revolutioniert.