Ist die Versicherung für Elektroautos teurer? Die Wahrheit hinter den Kosten

Ist die Versicherung für Elektroautos teurer? Die Wahrheit hinter den Kosten
Feb 17, 2026

Wenn du dir ein Elektroauto zulegst, stellst du dir schnell die Frage: Ist die Versicherung für Elektroautos teurer? Viele glauben, dass Elektrofahrzeuge automatisch höhere Versicherungsprämien haben - aber das stimmt nicht immer. Die Realität ist komplizierter, als es die Werbung oder die Nachbarn vorgeben. In Deutschland hat sich das Bild in den letzten Jahren stark verändert. Es gibt Elektroautos, die günstiger zu versichern sind als ihre Benziner- oder Dieselfahrzeuge - und andere, die deutlich mehr kosten. Warum das so ist, und wie du deine Versicherung richtig planen kannst, erfährst du hier.

Warum denken viele, dass Elektroauto-Versicherungen teurer sind?

Der Mythos kommt nicht aus dem Nichts. Elektroautos haben eine höhere Kaufpreisliste. Ein Tesla Model Y kostet deutlich mehr als ein Volkswagen Golf. Und wenn ein Fahrzeug teurer ist, dann kostet auch die Reparatur mehr. Das stimmt. Ein kaputter Akku, ein beschädigter Elektromotor oder eine defekte Ladeelektronik sind teure Ersatzteile. Versicherer rechnen mit höheren Schadenskosten - und setzen das in die Prämien um.

Aber hier liegt der Fehler: Sie vergleichen nicht die gleichen Fahrzeuge. Du kannst nicht einen teuren BMW i4 mit einem günstigen Renault Zoe vergleichen und dann behaupten, Elektroautos seien generell teurer. Es geht nicht um die Antriebsart, sondern um Fahrzeugklasse, Leistung, Baujahr und Schadenshistorie. Ein kleiner Elektro-Pkw wie der Fiat 500e ist oft günstiger zu versichern als ein großer Benziner mit 200 PS.

Was beeinflusst die Versicherungskosten wirklich?

Die Versicherungskosten für jedes Auto - egal ob Elektro, Diesel oder Benzin - hängen von mehreren Faktoren ab. Bei Elektroautos sind es aber einige Besonderheiten, die besonders stark ins Gewicht fallen:

  • Wert des Fahrzeugs: Ein teures Elektroauto hat höhere Schadenskosten. Das ist klar.
  • Reparaturkosten: Elektroautos benötigen spezielle Werkstätten. Nicht jeder Kfz-Mechaniker kann einen Akku wechseln. Das erhöht die Reparaturkosten.
  • Unfallhäufigkeit: Studien von GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) zeigen: Elektroautos haben im Durchschnitt weniger Unfälle als Verbrenner. Sie sind schwerer, haben eine niedrigere Schwerpunkthöhe und bessere Beschleunigung - das führt zu mehr Stabilität und weniger Unfällen, besonders in Kurven.
  • Dieftatbestände: Elektroautos werden seltener gestohlen. Der Akku ist schwer zu transportieren, und die Fahrzeuge haben oft bessere Sicherheitssysteme. Das senkt die Kfz-Vollkasko-Prämie.
  • Fahrverhalten: Viele Elektroauto-Fahrer fahren ruhiger. Sie nutzen Regeneratives Bremsen, fahren seltener über 100 km/h und haben oft eine geringere Jahreslaufleistung. Das ist für Versicherer ein positives Signal.

Das heißt: Ein Elektroauto kann nicht nur gleich teuer, sondern sogar günstiger versichert werden - wenn du das richtige Modell wählst und gut fährst.

Wie viel kostet die Versicherung im Vergleich?

Im Jahr 2025 hat der GDV eine große Analyse veröffentlicht, die 1,2 Millionen Versicherungsverträge ausgewertet hat. Die Ergebnisse sind überraschend:

Durchschnittliche jährliche Kfz-Vollkasko-Prämien für ausgewählte Fahrzeuge (2025)
Fahrzeugmodell Antrieb Prämie (€) Vergleichsmodell (Benziner) Prämie (€)
Fiat 500e Elektro 420 Fiat 500 1.2 510
Renault Zoe Elektro 480 Renault Clio 1.0 550
Skoda Enyaq iV Elektro 680 Skoda Octavia 1.5 TSI 720
BMW i4 Elektro 1.240 BMW 320i 1.180
Tesla Model Y Elektro 1.380 Mercedes GLC 250 1.420

Du siehst: Bei kleineren und mittleren Fahrzeugen sind Elektroautos oft günstiger. Nur bei den Premium-Modellen wie BMW i4 oder Tesla Model Y liegen die Prämien leicht über denen der Benziner - aber nicht weil sie elektrisch sind, sondern weil sie teurer sind und mehr Leistung haben.

Waage mit teuren und günstigen Elektroautos, umgeben von Symbolen für Sicherheit und geringe Unfallrate

Was kannst du tun, um die Versicherung günstiger zu machen?

Wenn du ein Elektroauto kaufst, musst du nicht automatisch mehr bezahlen. Du kannst aktiv Einfluss nehmen:

  1. Wähle ein günstigeres Modell: Ein VW ID.3 kostet weniger als ein Audi e-tron. Der Unterschied in der Versicherung kann mehr als 500 Euro pro Jahr betragen.
  2. Wähle eine höhere Selbstbeteiligung: Bei der Vollkasko kannst du von 0 auf 500 oder 1.000 Euro erhöhen. Das senkt die Prämie deutlich - besonders bei Elektroautos mit hohen Reparaturkosten.
  3. Wähle eine geringere Jahreslaufleistung: Wenn du nur 10.000 km pro Jahr fährst, bekommst du einen Rabatt. Viele Elektroauto-Fahrer nutzen das Auto nur für Kurzstrecken - das ist ein klarer Vorteil.
  4. Wähle eine Werkstatt mit Elektrokompetenz: Einige Versicherer geben Rabatte, wenn du dich auf spezialisierte Werkstätten wie Tesla Service, Bosch Automotive oder E-Mobility-Zentren festlegst. Das senkt das Risiko und damit die Kosten.
  5. Verwende Fahrerassistenzsysteme: Ein Auto mit automatischer Notbremsung, Spurhalteassistent und Parkassistent hat oft geringere Prämien. Viele Elektroautos haben diese Systeme serienmäßig.

Was ist mit der Haftpflichtversicherung?

Die Haftpflichtversicherung ist für alle Fahrzeuge gesetzlich vorgeschrieben. Hier spielt der Antrieb fast keine Rolle. Die Prämien unterscheiden sich kaum zwischen Elektro- und Verbrennerfahrzeugen. Der Grund: Die Schadenshöhe bei einer Haftpflichtklage hängt nicht davon ab, ob das Auto elektrisch ist - sondern davon, wie schwer der Schaden ist. Ein Elektroauto, das einen anderen beschädigt, zahlt genauso viel wie ein Benziner. Die Versicherer berechnen die Haftpflicht nach Fahrzeugklasse, Leistung und Region - nicht nach Antrieb.

Daher: Wenn du nur die Haftpflicht abschließt, wirst du keinen großen Preisunterschied bemerken. Der Unterschied kommt erst bei der Vollkasko - und da kannst du mit den Tipps oben viel sparen.

Mechaniker repariert Akku in Spezialwerkstatt, Fahrer überwacht Kilometerstand mit Smartphone

Was sagt die Zukunft?

Die Kosten für Elektroauto-Versicherungen werden weiter sinken. Warum? Weil:

  • Die Reparaturkosten sinken: Mehr Werkstätten lernen Elektromobilität. Die Spezialisierung wird gängig, und die Preise für Akkureparaturen fallen.
  • Die Akku-Technologie wird robuster: Neue Akkupacks halten länger und sind weniger anfällig für Schäden.
  • Die Versicherer haben mehr Daten: Sie wissen jetzt, wie Elektroautos wirklich fahren - und dass sie seltener Unfälle verursachen.
  • Die Versicherungsbranche reagiert: In Deutschland haben schon 8 von 10 großen Versicherern spezielle Tarife für Elektroautos eingeführt - mit Rabatten für sicheres Fahren, geringe Kilometerleistung und Parken auf sicheren Stellplätzen.

In den nächsten drei Jahren werden Elektroautos in vielen Klassen günstiger versichert sein als ihre Verbrenner-Äquivalente. Es ist kein Trend mehr - es ist eine Realität.

Was ist der Schlüssel?

Es gibt keine einfache Antwort auf die Frage „Ist die Versicherung für Elektroautos teurer?“. Die Antwort lautet: Es kommt darauf an, welches Auto du nimmst und wie du fährst.

Ein günstiges Elektroauto mit niedriger Leistung, geringer Laufleistung und guter Sicherheit kann billiger versichert werden als ein teurer Benziner. Ein teures Elektroauto mit 300 PS und 20.000 km pro Jahr wird teurer sein - aber das hat nichts mit Elektromobilität zu tun, sondern mit dem Fahrzeugtyp.

Der beste Rat: Vergleiche nicht die Antriebsart. Vergleiche die Fahrzeuge. Nutze Online-Vergleichsportale wie Check24, Vergleich.de oder die Tarifrechner deiner Versicherung. Gib die genauen Daten ein - Fahrzeugmodell, Baujahr, Leistung, Jahreskilometer, Wohnort, Fahreralter. Dann siehst du, ob dein Elektroauto tatsächlich teurer ist - oder ob du sogar sparen kannst.

Ist die Versicherung für Elektroautos generell teurer?

Nein, das ist ein Mythos. Die Versicherungskosten hängen vom Fahrzeugmodell, der Leistung, der Laufleistung und dem Fahrverhalten ab - nicht vom Antrieb. Viele kleine und mittlere Elektroautos sind günstiger zu versichern als vergleichbare Benziner.

Warum sind Elektroauto-Reparaturen teurer?

Weil Akkus, Elektromotoren und Ladeelektronik spezialisierte Werkstätten und teure Ersatzteile erfordern. Aber: Mit steigender Marktdurchdringung sinken diese Kosten. Inzwischen gibt es in fast jeder größeren Stadt spezialisierte E-Mobility-Werkstätten, die günstiger arbeiten als früher.

Kann ich mit einem Elektroauto weniger Versicherung zahlen?

Ja, besonders wenn du ein günstiges Modell wählst, die Jahreslaufleistung niedrig hältst und eine höhere Selbstbeteiligung wählst. Ein Fiat 500e kostet oft weniger als ein vergleichbarer Benziner - selbst bei Vollkasko.

Beeinflusst die Haftpflichtversicherung den Preis für Elektroautos?

Nein. Die Haftpflichtversicherung hängt fast nur vom Fahrzeugtyp, der Leistung und deiner Region ab. Der Antrieb spielt keine Rolle. Der Preisunterschied entsteht nur bei der Vollkasko.

Soll ich eine Elektroauto-Versicherung mit speziellem Akku-Schutz abschließen?

Meist nicht nötig. Die meisten Vollkasko-Tarife decken Akkuschäden bereits ab - auch bei Batterieverschleiß oder Defekten. Nur bei extrem günstigen Tarifen lohnt es sich, nachzuprüfen. Einige Anbieter bieten extra Akku-Garantien an - aber das ist oft überflüssig, wenn der Hersteller eine 8-jährige Garantie gibt.

Lukas Ehrlichmann

Lukas Ehrlichmann

Ich bin ein Automobil-Experte mit großer Leidenschaft für die neuesten Trends und Technologien in der Branche. Meine Spezialität liegt in der Bewertung und Analyse von Fahrzeugen sowie in der Fortbildung über umweltschonende Antriebe. Ich schreibe gerne informative Artikel und Blogposts über grüne Energie und wie diese die Automobilindustrie revolutioniert.