Im Jahr 2026 sieht es so aus, als ob Elektroautos endgültig gewonnen haben. Neue Modelle kommen monatlich auf den Markt, Regierungen verbieten Benzin- und Dieselautos, und Werbung suggeriert, dass jeder, der noch ein Verbrennungsfahrzeug fährt, ein Umweltverbrecher ist. Doch die Wahrheit ist komplexer, als die Medien es darstellen. Es gibt gute Gründe, warum Benzinautos nicht einfach verschwinden sollten - und warum sie in vielen Bereichen noch lange die bessere Wahl bleiben.
Die Infrastruktur ist nicht bereit
Stellen Sie sich vor, Sie wohnen in einem kleinen Dorf in Bayern, haben keine Garage, und Ihre Steckdose liegt 20 Meter vom Haus entfernt. Wie laden Sie Ihr Elektroauto auf? In München gibt es viele Ladepunkte, aber außerhalb der Städte ist die Lage anders. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft gab es Ende 2025 nur 1,2 öffentliche Ladepunkte pro 100 Einwohner in ländlichen Regionen - und viele davon funktionieren nicht zuverlässig. Ein Benzinauto dagegen tanken Sie in 5 Minuten überall. Es gibt über 14.000 Tankstellen in Deutschland, fast alle mit 24/7-Betrieb. Die Infrastruktur für Elektroautos ist noch nicht einmal halb so weit verbreitet - und wird es auch in den nächsten zehn Jahren nicht sein.Die Kosten sind nicht nur beim Kauf hoch
Elektroautos klingen günstig, wenn man nur den Preis des Fahrzeugs betrachtet. Aber rechnen Sie mal mit den Folgekosten. Eine neue Batterie kostet zwischen 8.000 und 15.000 Euro - und muss nach etwa 15 Jahren ersetzt werden. Das ist nicht in der Garantie enthalten. Die Reparaturkosten bei Elektroautos liegen durchschnittlich 30 % höher als bei Benzinern, weil spezialisierte Werkstätten rar sind. Und dann gibt es noch die Steuern: In vielen Bundesländern zahlen Elektroauto-Besitzer jetzt schon höhere Kfz-Steuer, weil die Regierung den Verlust an Kraftstoffsteuern ausgleichen will. Ein Benzinauto mag an der Tankstelle teurer sein, aber im gesamten Lebenszyklus ist es oft günstiger - besonders wenn Sie weniger als 15.000 Kilometer pro Jahr fahren.Die CO2-Bilanz ist nicht so klar, wie man glaubt
Man sagt, Elektroautos seien klimafreundlicher. Aber das stimmt nur, wenn der Strom aus Wind und Sonne kommt. In Deutschland wurde 2025 immer noch 42 % des Stroms aus Kohle und Gas erzeugt. Das bedeutet: Ein Elektroauto, das mit diesem Strom geladen wird, hat oft eine höhere CO2-Bilanz als ein moderner Benzinwagen mit Direkteinspritzung und Abgasrecycling. Ein Vergleich des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2025 zeigt: Ein Mittelklasse-Elektroauto, das mit deutschem Durchschnittsstrom geladen wird, hat nach 150.000 Kilometern nur 12 % weniger CO2-Emissionen als ein neuer Benziner. Und das, obwohl die Herstellung des Elektroautos deutlich mehr Ressourcen verbraucht - vor allem für die Batterie.
Was ist mit Lastwagen, Motorräder und Oldtimer?
Elektroautos sind für Pkw eine Option. Aber was ist mit Motorrädern? Oder mit Lkw, die 800 Kilometer am Tag fahren? Oder mit Oldtimern, die Teil der Kultur sind? Die Technik für große Batterien in schweren Fahrzeugen ist noch nicht ausgereift. Ein Lkw mit Elektroantrieb braucht drei Mal so viel Gewicht an Batterien wie ein Diesel-Lkw - und muss nach 200 Kilometern laden. Das ist nicht praktikabel. Und Oldtimer? Sie haben keine Batterien, sondern Motoren, die aus Metall, Holz und Glas bestehen. Sie sind kein Abfall, sondern Kulturgut. Sie zu verbieten, wäre wie das Verbieten von Kirchenorgeln oder Holzschiffen.Die Flexibilität von Benzin bleibt ungeschlagen
Stellen Sie sich vor, Sie fahren in den Urlaub - nach Italien, Österreich, in die Schweiz. Überall gibt es Tankstellen. Überall. Aber Ladepunkte? In der Schweiz gibt es mehr als in Österreich, aber in den Alpentälern oder in den Dörfern der Toskana? Da gibt es oft keinen einzigen. Ein Benzinauto kann Sie überall hinfahren. Ein Elektroauto? Da hängen Sie stundenlang an einer Ladesäule, die vielleicht kaputt ist oder von jemand anderem blockiert wird. Die Flexibilität, die Benzin bietet, ist nicht zu ersetzen - besonders wenn Sie unvorhersehbare Reisen machen, arbeiten, oder in Regionen leben, wo die Netzauslastung schwankt.
Technik entwickelt sich weiter - nicht nur bei Elektroautos
Benzinmotoren sind nicht stehen geblieben. Die neuesten Motoren, wie der BMW B58 oder der Mercedes M256, haben eine Effizienz von über 40 % - das ist mehr als bei vielen Elektromotoren. Sie nutzen synthetische Kraftstoffe, die aus Wasserstoff und CO2 hergestellt werden. Diese Kraftstoffe, auch E-Fuels genannt, sind kompatibel mit bestehenden Motoren und können CO2-neutral sein. Audi, Porsche und Shell haben bereits Pilotanlagen in Chile und Deutschland. Die Technik ist da. Es geht nur um Skalierung. Und während Elektroautos noch mit Akku- und Lade-Infrastruktur kämpfen, kann ein Benzinauto mit E-Fuels morgen schon klimaneutral fahren - ohne neue Infrastruktur.Was ist mit der Versorgungssicherheit?
Elektroautos brauchen Lithium, Kobalt, Nickel - Rohstoffe, die hauptsächlich aus China, dem Kongo und Chile kommen. Die Lieferketten sind anfällig für Kriege, politische Unruhen und Handelskriege. Benzin dagegen wird aus Öl gewonnen - und Öl gibt es fast überall: in Nordamerika, Russland, Saudi-Arabien, sogar in Nordsee-Bohrinseln. Die Versorgung ist vielfältiger, stabiler und weniger abhängig von einem einzigen Land. In einer Zeit, in der geopolitische Spannungen zunehmen, ist das ein entscheidender Vorteil.Die Zukunft ist nicht schwarz-weiß
Es ist nicht die Frage, ob Elektroautos gut sind. Sie sind es. Aber es ist auch nicht die Frage, ob Benzinautos schlecht sind. Sie sind es nicht - zumindest nicht mehr. Moderne Benzinmotoren sind sauberer, effizienter und flexibler als je zuvor. Die Idee, dass man nur zwischen „gut“ und „schlecht“ wählen kann, ist eine Vereinfachung, die von Lobbyisten und Medien verbreitet wird. Die Realität ist vielschichtig. Manche Menschen brauchen Elektroautos - andere brauchen Benzinautos. Und viele brauchen beides, je nach Situation.Wer sagt, dass wir alle auf einmal umsteigen müssen? Warum nicht eine Brücke bauen? Warum nicht Benzinautos mit E-Fuels nutzen, während die Ladeinfrastruktur wächst? Warum nicht Oldtimer erhalten, Lastwagen weiterfahren lassen, und Reisende nicht an eine Steckdose binden? Die Zukunft der Mobilität ist nicht eine Welt ohne Benzin - sie ist eine Welt, in der mehrere Lösungen nebeneinander existieren.
Sind Benzinautos wirklich umweltfreundlicher als Elektroautos?
Nicht immer. Aber es hängt stark davon ab, wo und wie das Auto genutzt wird. In Deutschland, wo noch über 40 % des Stroms aus fossilen Quellen stammt, hat ein moderner Benziner mit Direkteinspritzung oft eine ähnliche oder sogar bessere CO2-Bilanz als ein Elektroauto, das mit Netzstrom geladen wird. Besonders bei kurzen Strecken und in Regionen mit schwacher Wind- und Solarenergie ist der Vorteil der Elektroautos gering. Die Herstellung einer Elektrobatterie verursacht zudem deutlich mehr Emissionen als die Herstellung eines Benziners. Erst nach 120.000 bis 150.000 Kilometern gleicht sich die Bilanz aus - und das nur, wenn der Strom wirklich grün ist.
Warum gibt es so wenig Ladepunkte in ländlichen Gebieten?
Die Gründe sind wirtschaftlich und technisch. In ländlichen Regionen leben weniger Menschen, und die Wahrscheinlichkeit, dass eine Ladesäule genutzt wird, ist gering. Investoren zögern, weil sich die Kosten nicht amortisieren. Außerdem braucht jede Ladestation eine stabile Stromversorgung - und viele Dörfer haben alte Netze, die überlastet würden. Ein Benzin-Tankhahn dagegen funktioniert mit einfachen Leitungen und benötigt keine Hochleistungsstromanschlüsse. Die Politik hat die Infrastruktur für Elektroautos stark gefördert - aber nur in den Städten. Der ländliche Raum bleibt zurück.
Können E-Fuels Benzinautos wirklich klimaneutral machen?
Ja - aber nur, wenn sie in ausreichender Menge produziert werden. E-Fuels werden aus Wasserstoff und CO2 hergestellt, oft mit Hilfe von erneuerbarem Strom. Sie können in bestehenden Motoren verwendet werden, ohne dass der Motor umgebaut werden muss. Porsche und Audi testen sie bereits in Rennwagen und Oldtimern. Der Nachteil: Sie sind teuer. Aktuell kosten sie drei bis fünf Mal mehr als konventioneller Treibstoff. Aber wenn die Produktion skaliert wird - etwa durch Solaranlagen in der Wüste - könnte das in 10 Jahren eine realistische Option sein. Sie sind keine Lösung für alle, aber eine wichtige Brücke für Fahrzeuge, die nicht elektrifiziert werden können.
Sollte man alte Benziner einfach abschaffen?
Nein - und das ist nicht nur eine Frage der Nostalgie. Alte Benziner sind oft Handwerkskunst, technische Denkmäler oder Teil der kulturellen Identität. Viele von ihnen werden nur noch selten gefahren - manchmal nur ein paar tausend Kilometer pro Jahr. Ihre Umweltbilanz ist minimal. Sie zu verbieten, wäre wie das Verbot von Holzschiffen oder Dampflokomotiven. Viel sinnvoller wäre es, sie mit E-Fuels zu betreiben, die in den bestehenden Tankstellen funktionieren. So wird Geschichte bewahrt - ohne die Umwelt zu belasten.
Was ist mit der Batterie-Produktion? Ist die nicht umweltschädlich?
Ja, und das ist ein oft unterschätzter Punkt. Die Herstellung einer Elektroauto-Batterie verbraucht bis zu 10 Mal mehr Energie als die Herstellung eines Verbrennungsmotors. Sie benötigt Lithium, Kobalt und Nickel - Rohstoffe, deren Abbau oft mit Umweltzerstörung, Kinderarbeit und Wasserverschmutzung verbunden ist. Ein Großteil der Rohstoffe kommt aus Ländern mit schwachen Umweltstandards. Die Recyclingrate für Batterien liegt in Europa bei nur 35 %. Im Vergleich dazu wird bei Benzinmotoren fast jedes Metall recycelt - und die Produktion ist seit Jahrzehnten standardisiert und reguliert. Die Umweltbilanz von Elektroautos ist also nicht nur von der Nutzung abhängig, sondern auch von ihrer Herstellung.