Was ist das beste Gas für den Grill? Gas vs. LPG im Vergleich

Was ist das beste Gas für den Grill? Gas vs. LPG im Vergleich
Jan 31, 2026

Wenn du deinen Grill aufdrehst, willst du nicht nur eine gute Hitze, sondern auch einen gleichmäßigen, sauberen Brand. Doch welches Gas ist wirklich das beste? Propan? Butan? Oder das gemischte LPG, das du im Supermarkt kaufst? Die Antwort ist nicht so einfach, wie es scheint - und hängt von deinem Standort, der Jahreszeit und sogar deinem Grillmodell ab.

Was ist eigentlich LPG?

LPG steht für Liquefied Petroleum Gas - verflüssigtes Erdgas. In der Praxis ist das meist eine Mischung aus Propan und Butan. In Deutschland und den meisten europäischen Ländern ist LPG der Standard für Gasgrills. Du findest es in blauen Flaschen, die du bei Tankstellen oder Baumärkten tauschen kannst. Es ist nicht das gleiche wie Erdgas, das durch Leitungen in deine Küche fließt. LPG wird unter Druck verflüssigt, damit es in Flaschen passt. Das macht es praktisch, aber auch empfindlich gegenüber Temperatur.

Propan vs. Butan: Was unterscheidet sie?

Propan und Butan sind beide Kohlenwasserstoffe, aber sie verhalten sich völlig unterschiedlich, besonders bei Kälte.

  • Propan kocht bei -42°C. Das bedeutet: Selbst bei -10°C im Winter fließt es noch als Gas. Es hat einen höheren Druck und mehr Energie pro Einheit - ideal für kältere Regionen oder wenn du auch im Herbst und Frühjahr grillen willst.
  • Butan kocht bei 0°C. Ab 5°C funktioniert es gut. Bei 0°C oder darunter wird es träge, der Gasfluss stockt, und dein Grill wird schwach. In Südeuropa ist Butan oft günstiger und ausreichend. In Deutschland? Nicht immer.

Daher ist LPG in Deutschland fast immer eine Mischung von 60-80 % Propan und 20-40 % Butan. Das ist ein Kompromiss: günstig genug, aber immer noch funktionsfähig im Winter. Ein reines Butan-Gas würdest du nur in einem Sommerhaus oder auf einer Terrasse in der Toskana empfehlen.

Warum ist Propan das beste Gas für den BBQ in Deutschland?

Wenn du in München, Berlin oder Hamburg lebst und auch bei 2°C noch einen kräftigen Flammenstoß willst, dann ist Propan dein bester Freund. Die meisten modernen Gasgrills sind speziell für Propan oder Propan-LPG-Mischungen ausgelegt. Der höhere Druck sorgt dafür, dass die Brenner schneller heiß werden und die Hitze konstanter bleibt - besonders wichtig, wenn du Steaks auf hoher Temperatur anbrätst oder Hühnchen mit direkter Hitze grillst.

Ein echter Test: Du stellst zwei identische Grills nebeneinander - einen mit reinem Butan, einen mit Propan. Bei 3°C bleibt der Butan-Grill zäh, die Flammen flackern, und dein Hähnchen wird nicht braun, sondern dampft. Der Propan-Grill hingegen erreicht in 10 Minuten 250°C und hält sie. Kein Vergleich.

Wie du das richtige Gas für deinen Grill wählst

Bevor du eine neue Flasche kaufst, schau in die Bedienungsanleitung deines Grills. Dort steht meist genau, welches Gas er verträgt. Die meisten Hersteller empfehlen LPG mit mindestens 60 % Propan. Einige Grillmodelle, besonders aus den USA, sind nur für Propan geeignet - sie haben einen anderen Druckregler. Wenn du LPG aus dem Ausland mitbringst (z. B. aus Spanien), kann es sein, dass es zu wenig Propan enthält.

Praktischer Tipp: Auf der Flasche steht meist der Propananteil. Suche nach „Propan 70 %“ oder „LPG 70/30“. Vermeide Flaschen mit „Butan“ als Hauptkomponente - besonders, wenn du im Winter grillst. In Bayern, wo die Temperaturen oft unter 0°C fallen, ist das ein häufiger Fehler.

Konsument prüft eine blaue LPG-Gasflasche mit 'Propan 70%' Beschriftung in einem Baumarkt.

Preis, Verfügbarkeit und Umweltbilanz

Propan ist etwas teurer als Butan - aber nur um 10-15 %. Eine 5 kg Flasche LPG mit 70 % Propan kostet in Deutschland etwa 12-15 €. Das reicht für 15-20 Grillabende. Butan-Flaschen sind günstiger, aber du brauchst mehr davon, weil sie weniger Energie liefern. Langfristig lohnt sich Propan.

Was die Umwelt betrifft: Beide Gase verbrennen sauberer als Holzkohle. Sie produzieren weniger Ruß und Feinstaub. Propan hat eine etwas geringere CO₂-Bilanz als Butan - pro kWh Energie entsteht etwa 15 % weniger CO₂. Wenn du auf Nachhaltigkeit achtest, ist Gas im Vergleich zu Holzkohle oder Holzpellets die bessere Wahl.

Was du nicht tun solltest

Verwechsle nie LPG mit Erdgas. Erdgas (Methan) wird über Leitungen geliefert und hat einen viel niedrigeren Druck. Ein Grill, der für LPG ausgelegt ist, kann mit Erdgas nicht funktionieren - er bekommt zu wenig Gas. Umgekehrt: Ein Erdgas-Grill mit LPG zu betreiben, ist gefährlich. Der Druck ist zu hoch, die Brenner können überhitzen oder explodieren.

Auch kein „Wohnmobil-Gas“ verwenden, das oft nur 50 % Propan enthält. Es ist für mobile Anwendungen optimiert, nicht für hohe Grilltemperaturen. Dein Steak wird dann nicht bräunen - es wird kochen.

Die ultimative Empfehlung für Deutschland

Wenn du in Deutschland grillst - egal ob in München, Hamburg oder Dresden - dann nimm LPG mit mindestens 60 % Propan. Das ist der Goldstandard. Es funktioniert bei Kälte, liefert genug Energie, ist sicher und weit verbreitet. Du findest es bei jedem Tankstellen- oder Baumarkt, der Gasflaschen verkauft. Die Flaschen sind blau, haben ein Gewinde für den Anschluss und ein Sicherheitsventil.

Vermeide reines Butan. Vermeide Erdgas. Vermeide billigste Angebote ohne Propan-Angabe. Ein guter Grill braucht ein gutes Gas. Und das beste Gas für den BBQ in Deutschland ist klar: Propan-reiches LPG.

Winter-Szene mit Grill und Symbolen für Propan (Flamme) und Butan (gefrorene Flasche).

Wie du deine Flasche richtig wechselst

  • Stelle den Grill immer ab, bevor du die Flasche wechselst.
  • Prüfe das Schlauch- und Ventilende auf Risse oder Fettansammlungen.
  • Verwende niemals Öl oder Fett zum Dichten - das ist ein Brandrisiko.
  • Nach dem Anschluss: Seife auf die Verbindungen geben und auf Blasen prüfen. Wenn Luft entweicht, ist die Dichtung undicht.
  • Flaschen immer senkrecht aufbewahren. Liegend können sie beschädigt werden.

Ein einfacher Tipp: Kaufe immer zwei Flaschen. Wenn du beim Grillen merkst, dass die Flamme schwach wird, hast du eine Ersatzflasche parat - kein Abbruch des Abends.

Was ist mit Gasflaschen aus dem Ausland?

Wenn du in der Schweiz, Österreich oder den Niederlanden Urlaub machst und eine Flasche mitbringst: Prüfe den Propananteil. Schweizer Flaschen enthalten oft 90 % Propan - das ist ideal. Niederländische Flaschen sind oft 50/50 - funktioniert, aber nicht optimal bei Kälte. In Frankreich oder Italien findest du oft Butan-Flaschen. Nimm sie nur mit, wenn du im Sommer grillst und keine kalten Nächte erwartest.

Was ist mit Gaszylindern für Camping?

Einige Campinggrills nutzen kleine, abnehmbare Zylinder mit Schraubverschluss (z. B. Campingaz). Diese sind meist mit Propan oder Propan-Butan-Mischung gefüllt. Sie sind praktisch, aber teuer pro Kilowattstunde. Für den Heimgrill lohnen sie sich nicht. Für gelegentliches Grillen auf dem Balkon oder im Park? Sehr gut.

Ist LPG gefährlicher als Holzkohle?

Nein - wenn du dich an die Regeln hältst. LPG ist sauberer als Holzkohle, weil es keine Rußpartikel oder Feinstaub erzeugt. Es verbrennt vollständig, wenn der Grill richtig eingestellt ist. Die größte Gefahr entsteht durch undichte Leitungen oder falsche Anschlüsse. Ein Gasgeruch? Sofort abdrehen, lüften und nicht anzünden. Holzkohle hingegen erzeugt krebserregende Rauchpartikel und ist schwerer zu kontrollieren.

Kann ich Propan in einer Butan-Flasche verwenden?

Nein. Flaschen und Ventile sind spezifisch für das Gas ausgelegt. Propan hat höheren Druck als Butan. Eine Butan-Flasche ist nicht dafür konstruiert, den höheren Druck von Propan zu halten. Das kann zu Leckagen oder sogar Explosionen führen. Nutze immer die richtige Flasche für das Gas.

Warum funktioniert mein Grill im Winter nicht mehr?

Höchstwahrscheinlich hast du Butan oder eine Butan-reiche Mischung. Butan friert bei 0°C ein - es fließt dann nicht mehr als Gas. Selbst bei 3°C kann es schwach werden. Lösung: Wechsle zu einem Propan-reichen LPG. Propan bleibt auch bei -20°C gasförmig. Dein Grill wird sofort wieder kräftig brennen.

Wie lange hält eine 5 kg Gasflasche?

Das hängt von der Grillleistung ab. Ein durchschnittlicher Gasgrill mit 3 Brennern verbraucht etwa 0,5 kg Gas pro Stunde bei mittlerer Hitze. Eine 5 kg Flasche reicht also für 8-10 Stunden Grillen. Bei intensivem Grillen (z. B. Steaks auf Hochhitze) kannst du mit 5-6 Stunden rechnen. Einige moderne Grills haben Energieeinsparmodi - da reicht die Flasche länger.

Soll ich eine große 11 kg Flasche kaufen?

Wenn du regelmäßig grillst - etwa alle zwei Wochen - ja. Eine 11 kg Flasche ist deutlich günstiger pro Kilogramm. Du sparst Geld und sparst dir den häufigen Wechsel. Aber: Du brauchst Platz für die Flasche und einen stabilen, gut belüfteten Abstellplatz. Die meisten Grills sind für 5 kg Flaschen ausgelegt. Du brauchst einen speziellen Adapter oder einen externen Halter, um eine größere Flasche anzuschließen. Prüfe deine Anleitung.

Was kommt als Nächstes?

Wenn du jetzt weißt, welches Gas du brauchst, überleg dir als nächstes, wie du deine Grilltechnik verbessern kannst. Ein guter Grill braucht nicht nur das richtige Gas - er braucht auch die richtige Hitzeverteilung. Ein Grill mit Infrarot-Brennern, eine Keramikplatte oder ein Wärmeschild können deine Ergebnisse noch besser machen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Lukas Ehrlichmann

Lukas Ehrlichmann

Ich bin ein Automobil-Experte mit großer Leidenschaft für die neuesten Trends und Technologien in der Branche. Meine Spezialität liegt in der Bewertung und Analyse von Fahrzeugen sowie in der Fortbildung über umweltschonende Antriebe. Ich schreibe gerne informative Artikel und Blogposts über grüne Energie und wie diese die Automobilindustrie revolutioniert.