Werden Elektroautos jemals Benzinautos ersetzen?

Werden Elektroautos jemals Benzinautos ersetzen?
Jan 30, 2026

Im Jahr 2026 steht die Frage nicht mehr so sehr bei den Technikern, sondern bei den Menschen auf der Straße: Werden Elektroautos jemals Benzinautos ersetzen? Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein - sie hängt davon ab, was du brauchst, wo du lebst und wie schnell die Infrastruktur hinter dir herkommt.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

In Deutschland wurden 2025 mehr als 1,8 Millionen Elektroautos neu zugelassen - das sind fast 40 % aller Neuwagen. Im Vergleich dazu sank die Zahl der neuen Benzinautos auf unter 30 %. In München fahren heute schon mehr als jede dritte neue Limousine elektrisch. Das ist kein Zufall. Die Regierung hat die Umstellung beschleunigt: Ab 2030 wird kein neuer Benziner mehr in der EU verkauft werden dürfen. Die Automobilhersteller haben das längst akzeptiert. Volkswagen, BMW und Mercedes haben Milliarden in Elektroplattformen investiert. Der ID.3, der i4 und der EQS sind keine Exoten mehr - sie sind Alltag.

Warum viele noch zögern

Doch wenn du in einem Dorf in Bayern lebst, wo die nächste Ladestation 20 Kilometer entfernt ist, fühlt sich das anders an. Oder wenn du jeden Tag 150 Kilometer zur Arbeit fährst und im Winter die Reichweite um 30 % sinkt. Dann ist die Angst vor der leeren Batterie real. Viele Menschen haben noch nie eine längere Fahrt mit einem Elektroauto gemacht. Sie kennen nicht die Erfahrung, dass du an einer Ladestation 20 Minuten wartest - und danach 400 Kilometer weiterkommst, ohne einen Tropfen Benzin zu verbrauchen.

Die Reichweite ist kein Problem mehr für die meisten Neuwagen. Der durchschnittliche Elektroauto-Kauf heute hat eine Reichweite von 450 bis 550 Kilometern. Das ist mehr als genug für den Alltag. Doch die Ladeinfrastruktur bleibt der Engpass. In Deutschland gibt es etwa 100.000 öffentliche Ladepunkte - das klingt viel, aber viele sind defekt, langsam oder nur für bestimmte Fahrzeuge freigegeben. In Österreich und den Niederlanden ist das anders. Dort findest du alle 20 Kilometer eine schnelle Ladestation. In Deutschland? Nicht überall.

Die Wahrheit über die Kosten

Ein Elektroauto ist teurer beim Kauf - das stimmt. Ein VW ID.4 kostet heute etwa 5.000 Euro mehr als ein gleichgroßer Golf mit Benzinmotor. Aber rechne mal weiter: Du fährst 15.000 Kilometer im Jahr. Mit Benzin zahlt du etwa 1.500 Euro an Kraftstoff. Mit Strom? 300 bis 400 Euro, wenn du zu Hause lädst. Das sind 1.100 Euro Einsparung pro Jahr. In fünf Jahren hast du die Differenz wieder reingeholt. Und das ohne Reifenwechsel, Ölwechsel oder Katalysatorreparatur. Elektromotoren haben kaum noch Verschleißteile. Die Wartungskosten liegen bei etwa einem Drittel eines Benziners.

Und dann ist da noch die Steuer. In Deutschland ist ein Elektroauto bis 2030 von der Kfz-Steuer befreit. Bei einem durchschnittlichen PKW spart das 200 bis 400 Euro pro Jahr. Das ist kein kleiner Bonus - das ist ein echter Vorteil.

Ländliches Bayern mit Elektroauto an einer Ladesäule neben einer Bäckerei, altes Benzinauto und geschlossene Tankstelle.

Die Umweltbilanz ist komplex - aber sie stimmt

"Aber die Batterieproduktion ist doch schlimm!" - das hört man oft. Und ja, die Herstellung einer Lithium-Ionen-Batterie erzeugt mehr CO₂ als ein Benzinmotor. Aber: Das ist nur die Anfangsrechnung. Nach 20.000 bis 30.000 Kilometern hat ein Elektroauto die Klimaschuld abgearbeitet. Danach ist es klimafreundlicher - und zwar deutlich. In Deutschland, wo etwa 50 % des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen, ist ein Elektroauto nach fünf Jahren um 60 % klimaschonender als ein Benziner. In Norwegen, wo fast alles aus Wasserkraft kommt, ist es sogar 80 % besser.

Und die Batterien werden besser. Neue Zellen aus Feststofftechnologie sind in Entwicklung. Sie laden schneller, halten länger und brauchen weniger seltene Metalle. Tesla, CATL und BMW arbeiten daran. Die nächste Generation wird nicht nur effizienter sein - sie wird auch recycelbarer. Bereits heute werden 95 % der Materialien in alten Autobatterien wiederverwendet.

Was bleibt, wenn die Benziner verschwinden?

Es wird nicht alle Benzinautos auf einmal verschwinden. In ländlichen Regionen, bei Oldtimern, bei schweren Nutzfahrzeugen - da wird es noch Jahre geben, wo Verbrenner nötig sind. Aber für den durchschnittlichen Autofahrer? Die Zeit läuft ab. Die neuen Modelle kommen elektrisch. Die Tankstellen schließen. Die Reparaturwerkstätten lernen Elektromotoren zu reparieren. Die Versicherungen senken die Prämien für Elektroautos, weil sie seltener kaputtgehen.

Und die jüngere Generation? Die hat keine Angst vor dem Ladekabel. Sie denkt nicht an Benzinpreise, sondern an Stromtarife. Sie lädt ihr Auto nachts, wenn der Strom günstig ist. Sie nutzt die App, um zu sehen, wo die nächste schnelle Ladestation ist. Für sie ist Elektromobilität kein Trend - sie ist einfach normal.

Nächtliche Autobahn mit autonom fahrenden Elektroautos, vernetzte Energieleitungen und erneuerbare Energien im Hintergrund.

Die Zukunft ist nicht nur elektrisch - sie ist vernetzt

Elektroautos sind nicht nur anders angetrieben - sie sind auch smarter. Sie kommunizieren mit dem Netz, laden nur, wenn viel Solarstrom da ist, und geben Energie zurück, wenn das Netz überlastet ist. Das nennt man Vehicle-to-Grid. In einigen Teilen Deutschlands testen Städte schon, wie Elektroautos als mobile Speicher für Wind- und Solarenergie dienen können. Ein Auto, das nicht nur fährt, sondern auch Strom speichert - das ist kein Science-Fiction mehr.

Und dann ist da noch das autonome Fahren. Elektroautos sind die perfekte Plattform dafür. Sie haben mehr Platz für Sensoren, weniger mechanische Komponenten, und ihre Software lässt sich leicht aktualisieren. Die Zukunft des Fahrens wird nicht nur elektrisch sein - sie wird auch selbstfahrend, vernetzt und auf Abruf sein.

Wann ist der Punkt erreicht?

Es wird nicht einen Tag geben, an dem die letzte Benzintankstelle schließt. Aber es wird einen Punkt geben, an dem es keinen Sinn mehr macht, einen Benziner zu kaufen - weil es keine neuen Modelle mehr gibt, weil die Reparatur teuer wird, weil die Versicherung höher ist und weil du einfach nicht mehr an eine Tankstelle kommst, die noch Benzin verkauft.

Das wird spätestens 2035 der Fall sein. Bis dahin wird es in Deutschland mehr als 25 Millionen Elektroautos geben - fast so viele wie alle Autos heute zusammen. Diejenigen, die jetzt noch zögern, werden dann nicht mehr wählen können. Sie werden nur noch eine Option haben: elektrisch.

Was du jetzt tun kannst

Wenn du überlegst, dein nächstes Auto zu kaufen: Schau dir an, wie du fährst. Wenn du weniger als 100 Kilometer pro Tag fährst und eine Garage oder eine Ladestation hast - dann ist ein Elektroauto die bessere Wahl. Wenn du oft lange Strecken fährst, schau nach, ob entlang deiner Route schnelle Ladesäulen existieren. Die App "Ladepunkte Deutschland" zeigt dir das in Echtzeit.

Und wenn du noch nicht bereit bist? Dann warte nicht zu lange. Die Preise fallen. Die Reichweite steigt. Die Ladesäulen werden besser. Jedes Jahr macht es mehr Sinn, umzusteigen. Der Übergang ist nicht abrupt - er ist unaufhaltsam.

Können Elektroautos wirklich die Reichweite von Benzinautos ersetzen?

Ja - für den Alltag schon heute. Die meisten neuen Elektroautos haben eine Reichweite von 450 bis 600 Kilometern. Das reicht für 95 % aller Fahrten in Deutschland. Für lange Reisen brauchst du nur eine kurze Pause an einer Schnellladestation - 15 bis 20 Minuten, um 300 Kilometer aufzuladen. Das ist schneller als ein Tankstopp mit Kaffee und Toilettenbesuch.

Ist es teurer, ein Elektroauto zu betreiben?

Nein - im Gegenteil. Obwohl der Anschaffungspreis höher ist, kostet das Laden viel weniger als Benzin. Ein Elektroauto verbraucht etwa 15 kWh pro 100 km. Bei 30 Cent pro kWh sind das 4,50 Euro - ein Benziner mit 6 Liter pro 100 km kostet bei 2 Euro pro Liter 12 Euro. Zusätzlich sparst du Wartungskosten und Kfz-Steuer. Nach fünf Jahren hast du oft mehr als 10.000 Euro eingespart.

Was passiert mit alten Elektroauto-Batterien?

Sie werden nicht weggeschmissen. Bis zu 95 % der Materialien wie Lithium, Kobalt und Nickel werden recycelt. Viele alte Batterien werden als Energiespeicher für Haushalte oder Windparks wiederverwendet. BMW und Volkswagen haben bereits große Recyclinganlagen in Betrieb. Die Batterien sind kein Abfall - sie sind ein wertvoller Rohstoff.

Gibt es genug Strom für alle Elektroautos?

Ja - wenn wir clever laden. Wenn alle Elektroautos gleichzeitig laden würden, wäre das ein Problem. Aber das tun sie nicht. Die meisten laden nachts, wenn der Strombedarf niedrig ist. Außerdem wird der Strommix immer grüner. In Deutschland wird bis 2030 der Anteil erneuerbarer Energien auf über 80 % steigen. Elektroautos sind Teil der Lösung, nicht des Problems.

Warum sind Elektroautos in ländlichen Gebieten schwieriger?

Weil die Ladeinfrastruktur dort noch nicht ausgebaut ist. In Städten gibt es oft öffentliche Ladepunkte, in Dörfern nicht. Aber das ändert sich. Der Bund fördert den Ausbau mit 2 Milliarden Euro bis 2030. In Bayern und Sachsen werden bereits Dörfer mit Ladesäulen ausgestattet - oft an Gemeindehäusern oder Supermärkten. Es ist kein Unmögliches, nur langsamer.

Lukas Ehrlichmann

Lukas Ehrlichmann

Ich bin ein Automobil-Experte mit großer Leidenschaft für die neuesten Trends und Technologien in der Branche. Meine Spezialität liegt in der Bewertung und Analyse von Fahrzeugen sowie in der Fortbildung über umweltschonende Antriebe. Ich schreibe gerne informative Artikel und Blogposts über grüne Energie und wie diese die Automobilindustrie revolutioniert.