Im Jahr 2026 ist das Ende der Verbrennungsmotoren in den USA kein fernes Szenario mehr - es ist bereits Realität in mehr als der Hälfte der Bundesstaaten. Wer heute ein neues Auto kauft, muss sich fragen: Ist mein nächstes Fahrzeug noch mit Benzin oder Diesel unterwegs? Oder wird es elektrisch sein? Die Antwort hängt zunehmend davon ab, wo du lebst.
Was bedeutet ein Verbot von Gasautos?
Ein Verbot von Benzin- und Dieselautos bedeutet nicht, dass du dein altes Auto morgen abschleppen lassen musst. Es bedeutet, dass ab einem bestimmten Datum - meist zwischen 2030 und 2035 - Hersteller keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr in diesen Bundesstaaten verkaufen dürfen. Die Regierungen setzen auf Elektroautos, um Emissionen zu senken, die Luftqualität zu verbessern und von ausländischem Öl unabhängig zu werden.
Die meisten dieser Verbote gelten nur für neue Fahrzeuge. Gebrauchtwagen können weiterhin gefahren, verkauft und gewartet werden. Es gibt keine Pläne, bestehende Autos abzuschaffen. Das ist wichtig zu verstehen: Es geht nicht um Enteignung, sondern um Zukunftsfähigkeit.
Welche Bundesstaaten haben bereits ein Verbot beschlossen?
Stand Januar 2026 haben 18 Bundesstaaten und die District of Columbia offiziell ein Verbot von neuen Benzin- und Dieselautos bis 2035 beschlossen. Das sind mehr als ein Drittel aller US-Bundesstaaten.
Dazu gehören:
- Kalifornien (2020, als erster)
- New York
- Washington
- Colorado
- Massachusetts
- Connecticut
- Delaware
- Maine
- Maryland
- Minnesota
- New Jersey
- New Mexico
- Oregon
- Pennsylvania
- Rhode Island
- Vermont
- Virginia
- Washington, D.C.
Einige dieser Staaten haben ihre Verordnungen direkt übernommen, nachdem Kalifornien 2020 den Weg vorgegeben hat. Andere haben eigene Gesetze verabschiedet, oft nach langen öffentlichen Anhörungen und unter starkem Druck von Umweltgruppen und Automobilherstellern.
Warum gerade 2035?
Das Jahr 2035 ist kein Zufall. Es ist das Ziel, das die US-Regierung und die Automobilindustrie gemeinsam als realistisch und machbar betrachten. Bis dahin sollen Batterien günstiger, Ladeinfrastruktur ausreichend und Elektroautos in allen Preisklassen verfügbar sein.
Die Umweltbehörde EPA hat berechnet, dass ein vollständiger Umstieg auf Elektrofahrzeuge bis 2050 die CO₂-Emissionen aus dem Verkehr um bis zu 70 % senken könnte. Aber das geht nur, wenn der Übergang jetzt beginnt. 2035 ist der letzte mögliche Stichtag, um die Klimaziele des Pariser Abkommens noch zu erreichen.
Die Automobilhersteller wie Ford, GM und Tesla haben bereits angekündigt, bis 2035 nur noch Elektrofahrzeuge zu produzieren - unabhängig von staatlichen Vorgaben. Das macht die Verbote in den Bundesstaaten fast überflüssig: Die Industrie ist schon voraus.
Was ist mit Bundesländern ohne Verbot?
Nicht alle Bundesstaaten folgen diesem Trend. In Texas, Florida, Alabama, Georgia, North Carolina, South Carolina, Ohio, Indiana, Missouri, Tennessee, Oklahoma, Kansas, Nebraska, Wyoming, Montana, Idaho und Alaska gibt es keine offiziellen Pläne, Benzinautos zu verbieten. Einige davon haben sogar Gesetze verabschiedet, die Verbote durch andere Staaten blockieren sollen.
Die Begründung: Kosteneinsparung für Verbraucher, geringere Infrastrukturkosten und die Angst vor Jobverlusten in der traditionellen Automobilindustrie. In Texas etwa gibt es noch immer mehr als 300.000 Tankstellen - und kaum öffentliche Ladepunkte. Ein Elektroauto dort zu besitzen ist immer noch eine Herausforderung, besonders auf langen Strecken.
Einige dieser Staaten versuchen, den Übergang zu verlangsamen, indem sie Steuervergünstigungen für Benzinautos beibehalten oder Ladeinfrastruktur blockieren. Andere warten ab - und hoffen, dass die Technologie sich von selbst durchsetzt.
Wie wirkt sich das auf Autofahrer aus?
Wenn du in Kalifornien lebst, wirst du bis 2035 kaum noch ein neues Benzinauto kaufen können. Aber das bedeutet nicht, dass du auf Elektroautos umsteigen musst - du kannst auch ein gebrauchtes Fahrzeug behalten. Die meisten Menschen in den Verbotstaaten planen ihren Wechsel bereits jetzt: Sie kaufen ein Elektroauto, wenn ihr altes Auto abgeschrieben ist.
Die Kosten haben sich stark verändert. 2020 kostete ein Elektroauto im Durchschnitt 15.000 Dollar mehr als ein vergleichbares Benzinauto. 2026 ist die Differenz auf unter 3.000 Dollar gesunken - und bei einigen Modellen wie dem Hyundai Kona Electric oder dem Chevrolet Bolt ist es sogar günstiger. Hinzu kommen geringere Wartungskosten: Kein Ölwechsel, keine Zündkerzen, keine Auspuffanlage.
Die Ladeinfrastruktur hat sich massiv verbessert. In Kalifornien gibt es heute mehr als 120.000 öffentliche Ladepunkte - mehr als in jedem anderen Land der Welt. In New York und Washington sind die meisten Parkplätze mit Lademöglichkeiten ausgestattet. Und die Bundesregierung hat 2024 über 5 Milliarden Dollar für Ladesäulen in ländlichen Gebieten bereitgestellt.
Was kommt als Nächstes?
Die nächste Welle kommt von den Bundesbehörden. Die EPA plant, ab 2027 strengere Emissionsgrenzwerte für alle Neuwagen einzuführen - so streng, dass nur noch Elektrofahrzeuge oder Hybridmodelle mit sehr geringem Verbrauch dagegen bestehen können. Das könnte dazu führen, dass auch Bundesstaaten ohne eigenes Verbot gezwungen sind, sich anzupassen - weil Hersteller sonst keine Autos mehr in diese Staaten liefern.
Einige Analysten erwarten, dass bis 2030 mehr als 70 % aller Neuwagen in den USA elektrisch sein werden - unabhängig von staatlichen Verboten. Die Technologie ist einfach zu gut, zu billig und zu effizient geworden.
Die größte Hürde bleibt nicht die Technik - sondern die Wahrnehmung. Viele Menschen glauben immer noch, Elektroautos seien langsam, teuer oder unzuverlässig. Aber das stimmt nicht mehr. Ein Tesla Model 3 fährt 0-100 km/h in 5,3 Sekunden. Ein Ford Mustang Mach-E hat mehr Leistung als ein V8-Motor. Und die Reichweite liegt bei den meisten Modellen bei über 450 Kilometern - mehr als genug für den Alltag.
Was bedeutet das für Deutschland?
Deutschland hat 2030 als Ziel für das Ende von Verbrennungsmotoren festgelegt - aber es gibt kein Verbot, wie in den USA. Hier wird der Übergang durch EU-Richtlinien und Steuervorteile gesteuert. In den USA hingegen ist es eine Staatspolitik: Jeder Bundesstaat entscheidet selbst.
Das macht die USA zu einem Labor für den globalen Übergang. Wenn es in Kalifornien funktioniert - wo fast 50 % aller Neuwagen bereits elektrisch sind - dann wird es auch in Europa und Asien nachgezogen. Die deutschen Hersteller wie BMW, Mercedes und Volkswagen investieren Milliarden in Kalifornien, weil sie wissen: Wer dort nicht mitspielt, verliert den Markt.
Was ist mit Trucks und Lastwagen?
Die Verbote betreffen nicht nur Pkw. Auch Nutzfahrzeuge wie Lieferwagen, Busse und Lastwagen sind in den meisten Verbotstaaten betroffen. Amazon, UPS und FedEx haben bereits angekündigt, ihre Flotten bis 2030 komplett elektrisch zu machen. Die Stadt New York verbietet ab 2030 alle Diesel-Busse. In Kalifornien müssen alle neuen Müllwagen ab 2028 elektrisch sein.
Das ist der wahre Durchbruch: Elektroautos sind nicht mehr nur für Privatleute. Sie werden zur Grundlage der Logistik, des öffentlichen Nahverkehrs und der städtischen Infrastruktur. Und das verändert die ganze Wirtschaft.
Wie viele US-Bundesstaaten verbieten neue Benzinautos bis 2035?
Stand Januar 2026 haben 18 Bundesstaaten und der District of Columbia offiziell ein Verbot von neuen Benzin- und Dieselautos bis 2035 beschlossen. Das sind mehr als ein Drittel aller US-Bundesstaaten.
Kann ich mein altes Benzinauto weiterfahren, wenn mein Bundesstaat ein Verbot hat?
Ja, absolut. Die Verbote gelten nur für neue Fahrzeuge, die ab einem bestimmten Datum nicht mehr verkauft werden dürfen. Dein bestehendes Auto kannst du weiterhin fahren, verkaufen, reparieren und tanken - bis es kaputt geht.
Warum verbieten einige Bundesstaaten Benzinautos nicht?
Einige Bundesstaaten wie Texas, Florida und Alabama haben keine Verbote, weil sie auf niedrigere Kosten, weniger Infrastrukturkosten und den Erhalt traditioneller Arbeitsplätze setzen. Einige haben sogar Gesetze verabschiedet, die Verbote anderer Staaten blockieren sollen. Der Übergang erfolgt dort langsamer - aber auch dort steigen die Elektroauto-Verkäufe.
Ist ein Elektroauto wirklich günstiger als ein Benzinauto?
Ja, über die Lebensdauer hinweg. Obwohl der Anschaffungspreis noch etwas höher ist, spart man durch geringere Wartungskosten (kein Ölwechsel, keine Auspuffanlage) und niedrigere Tankkosten (Strom ist günstiger als Benzin). In vielen Bundesstaaten gibt es auch Steuervergünstigungen und Zuschüsse von bis zu 7.500 Dollar.
Was passiert mit Tankstellen, wenn Benzinautos verschwinden?
Viele Tankstellen wandeln sich um: Sie bauen Ladepunkte hinzu, manche werden zu Mobilitätszentren mit Café, Reparatur und Ladesäulen. In Kalifornien haben bereits über 1.200 Tankstellen Lademöglichkeiten für Elektroautos angebaut. Die Nachfrage nach Benzin sinkt langsam - aber nicht plötzlich.