Im Jahr 2035 verbietet die EU den Verkauf neuer Benziner und Diesel. Aber was passiert danach? Werden wir 2040 noch Autos auf der Straße sehen, die Benzin verbrauchen? Die Antwort ist einfacher, als viele denken: Ja, aber nicht mehr viele. Und das hat weniger mit Gesetzen zu tun als mit Realität, Wirtschaft und menschlichem Verhalten.
Was bleibt, wenn neue Autos elektrisch sind
Ab 2035 darfst du in der EU kein neues Auto mit Verbrennungsmotor mehr kaufen. Das bedeutet nicht, dass du dein altes Auto abschreiben musst. Du kannst es weiterfahren - solange es die Abgasnorm erfüllt und die Hauptuntersuchung besteht. In Deutschland gibt es heute noch über 40 Millionen Pkw mit Benzinmotor. Die meisten davon sind zwischen 5 und 15 Jahre alt. Sie werden nicht einfach verschwinden. Selbst wenn jeder neue Wagen ab 2035 elektrisch ist, dauert es Jahrzehnte, bis die alte Flotte abgelöst ist.
Stell dir vor, ein durchschnittliches Auto fährt 15 Jahre. Das bedeutet: Ein 2024er Benziner läuft bis 2039. Ein 2025er bis 2040. Und das sind nicht nur Einzelfälle. In ländlichen Gebieten, in Ostdeutschland oder in Regionen mit wenig Ladeinfrastruktur, sind viele Menschen auf alte Fahrzeuge angewiesen. Sie haben kein Geld für ein neues Elektroauto, oder sie brauchen ein Fahrzeug für lange Strecken, das schnell zu tanken ist - und das gibt es mit Elektroautos noch nicht überall.
Warum Elektroautos nicht überall funktionieren
Elektroautos sind toll. Sie sind leise, haben wenig Wartung, und sie stoßen vor Ort keine Emissionen aus. Aber sie haben auch Probleme. Die Ladeinfrastruktur ist in vielen Teilen Deutschlands noch unzureichend. In kleinen Dörfern gibt es oft nur eine öffentliche Ladestation - und die ist manchmal defekt. Wer in einer Wohnung ohne Garage wohnt, muss sein Auto an der Straße laden. Das ist in München oder Berlin schon schwierig - in der Eifel oder im Sauerland fast unmöglich.
Und dann ist da noch die Kälte. In einem deutschen Winter, besonders in Bayern oder Sachsen, verliert eine Batterie bis zu 30 Prozent ihrer Reichweite. Wer mit einem Elektroauto von München nach Salzburg fährt und dabei eine Steigung über 1.000 Meter überwindet, merkt schnell: Das ist kein Spaziergang. Benzinmotoren reagieren da viel robuster. Und sie sind schneller zu tanken. Fünf Minuten statt 30 bis 60 Minuten - das ist ein großer Unterschied, wenn du mit Kindern unterwegs bist oder einen Termin hast.
Die Wirtschaft macht weiter - auch mit Benzin
Es gibt noch eine Gruppe, die Benzinautos nicht einfach aufgibt: die Klassiker. Oldtimer, Sammlerfahrzeuge, historische Modelle - sie werden nicht durch Elektroautos ersetzt. In Deutschland gibt es über 1,2 Millionen zugelassene Oldtimer. Viele davon sind Benziner. Sie dürfen weiterhin fahren - und sie werden weiterhin gepflegt. Es gibt sogar eine ganze Industrie, die sich darauf spezialisiert hat: Reparaturwerkstätten, Teilehändler, Tuning-Spezialisten. Die Nachfrage nach Benziner-Ersatzteilen steigt, nicht sinkt.
Darüber hinaus gibt es noch Nischenmärkte. Landwirte, die mit Traktoren oder Anhängern arbeiten, nutzen oft alte Benziner - weil sie einfach funktionieren und billig zu reparieren sind. Auch in der Freizeit: Motorräder, Quad, Geländewagen - viele davon laufen noch mit Benzin. Und in Entwicklungsländern, die nicht an EU-Gesetze gebunden sind, werden weiterhin neue Benziner produziert und verkauft. Einige davon landen über den Schwarzmarkt oder den Gebrauchtwagenhandel in Deutschland.
Die Technik hält sie am Leben
Was viele nicht wissen: Es gibt bereits Technologien, die alte Benziner sauberer machen. Einfache Nachrüstungen, wie digitale Motorsteuerungen oder neue Abgasreinigungssysteme, können die Emissionen um bis zu 70 Prozent senken. Ein 2010er Benziner mit moderner Nachrüstung emittiert heute weniger CO₂ als ein Elektroauto, das mit Kohlestrom geladen wird. Und in Bayern, wo viel Wind- und Wasserkraft im Netz ist, ist das Elektroauto wirklich sauber. In Sachsen, wo noch Kohlekraftwerke laufen, ist das nicht immer der Fall.
Einige Werkstätten bieten sogar Hybrid-Nachrüstungen für alte Autos an. Du behältst den Benziner, aber baust einen kleinen Elektromotor und eine Batterie ein. Das senkt den Verbrauch, reduziert die Abgase - und du sparst dir den Kauf eines neuen Fahrzeugs. Diese Lösungen sind noch teuer, aber sie werden günstiger. Und sie sind legal - solange sie die Prüfungsordnung erfüllen.
Was bedeutet das für dich?
Wenn du heute ein Benzinauto besitzt, musst du dir keine Sorgen machen, dass es 2040 verboten ist. Es wird nicht verboten. Es wird nur unpraktischer. Die Tankstellen werden weniger. Die Reparaturwerkstätten, die sich auf Verbrenner spezialisiert haben, werden weniger. Die Ersatzteile werden teurer - weil weniger produziert werden.
Wenn du ein neues Auto suchst, ist ein Elektroauto heute die bessere Wahl - wenn du in der Stadt lebst, eine Garage hast und nicht oft lange Strecken fährst. Aber wenn du in einer ländlichen Gegend wohnst, viel unterwegs bist oder kein Geld für ein neues Auto hast, bleibt ein Benziner eine praktische Lösung. Und das wird bis 2040 so bleiben.
Die Zukunft ist nicht schwarz-weiß
Die Diskussion über Benzin vs. Elektro ist oft zu einfach. Es geht nicht um „gut“ oder „schlecht“. Es geht um Kontext. In der Stadt? Elektroauto. Auf dem Land? Vielleicht noch ein Benziner. Für den Oldtimer? Auf jeden Fall Benzin. Für den Lastwagen? Bald Wasserstoff. Für den Roller? Elektro. Jeder Bereich hat seine eigene Lösung.
2040 wird es noch Benziner geben - aber sie werden selten sein. Sie werden nicht mehr in den Werbeanzeigen zu sehen sein. Sie werden nicht mehr in den Autohäusern stehen. Aber sie werden auf den Straßen fahren. Und sie werden weiterhin funktionieren - weil sie einfach funktionieren.
Was passiert mit alten Benzinautos?
Ein großer Teil der alten Benziner wird einfach abgeschrieben - aber nicht weil sie verboten sind. Sondern weil sie nicht mehr wirtschaftlich sind. Die Versicherung wird teurer, die Steuer steigt, die Reparaturkosten explodieren. Viele werden in der Garage verstauben. Einige werden verkauft - an Sammler, an Hobbybastler, an Leute in anderen Ländern.
Es gibt bereits Unternehmen, die alte Benziner in Elektrofahrzeuge umbauen. Ein VW Golf aus den 90ern bekommt eine moderne Batterie, einen Elektromotor und ein neues Innenleben. Das ist kein billiger Umbau - aber es ist eine Möglichkeit, ein Lieblingsauto zu retten, ohne auf den Verbrenner zu verzichten. Diese Lösung wird in den nächsten Jahren immer beliebter.
Wie viele Benziner werden 2040 noch fahren?
Keine offizielle Prognose sagt genau, wie viele. Aber Experten schätzen: 10 bis 15 Prozent der Fahrzeuge in Deutschland werden 2040 noch einen Verbrennungsmotor haben. Das sind zwischen 4 und 6 Millionen Autos. Das klingt viel - aber es ist nur ein Bruchteil von heute. Die meisten werden in ländlichen Gebieten, im Sammlerbereich oder als Nutzfahrzeuge unterwegs sein.
Die Straßen werden anders aussehen. Weniger Abgase. Weniger Lärm. Aber nicht komplett still. Ein Benziner, der mit einem leisen Auspuff fährt, ist immer noch ein Benziner. Und er wird noch eine Weile zu hören sein.
Wird das Fahren mit Benzin 2040 verboten?
Nein, das Fahren mit Benzin wird nicht verboten. Verboten ist nur der Verkauf neuer Benziner ab 2035. Dein altes Auto darfst du weiterhin fahren - solange es technisch in Ordnung ist und die gesetzlichen Prüfungen besteht. Es gibt keine Pläne, bestehende Fahrzeuge abzuschaffen.
Kann ich mein altes Benzinauto nachrüsten, um es länger zu nutzen?
Ja, das ist möglich. Es gibt Nachrüstlösungen wie moderne Motorsteuerungen, verbesserte Katalysatoren oder sogar Hybrid-Umbauten, die den Verbrauch senken und die Emissionen reduzieren. Diese Maßnahmen müssen jedoch von einem zugelassenen Prüfer abgenommen werden, um die Betriebserlaubnis zu behalten. Viele Werkstätten bieten solche Umbauten an - besonders für Oldtimer.
Wird es 2040 noch Tankstellen für Benzin geben?
Ja, aber deutlich weniger. Die meisten Tankstellen werden entweder auf Elektro- oder Wasserstoffladestationen umgerüstet. In ländlichen Gebieten und an Autobahnen werden aber noch einige Benzintankstellen bestehen bleiben - vor allem dort, wo die Nachfrage von alten Fahrzeugen oder Nutzfahrzeugen besteht. Die Zahl wird aber auf unter 10.000 sinken - heute sind es noch über 14.000.
Ist ein Benzinauto 2040 noch wirtschaftlich?
Es wird schwieriger. Die Versicherungskosten steigen, die Ersatzteile werden teurer, und die Wartung ist aufwendiger. In Städten drohen Umweltzonen mit zusätzlichen Gebühren. Wenn du viel fährst, lohnt sich ein Elektroauto schneller. Aber für Gelegenheitsfahrer, die nur 5.000 Kilometer im Jahr fahren, kann ein alter Benziner noch günstiger sein - vorausgesetzt, er ist gut gewartet.
Was passiert mit alten Benzinautos, wenn sie nicht mehr fahren?
Sie werden recycelt. Bis zu 95 Prozent der Materialien eines Autos - Metall, Kunststoffe, Glas - können wiederverwertet werden. Die Batterien von Hybrid-Umbauten werden gesondert recycelt. Einige Fahrzeuge werden als Ersatzteillager genutzt, andere als Oldtimer erhalten. Nur der Rest, der nicht mehr verwertbar ist, wird entsorgt - aber das ist heute schon ein kleiner Anteil.