Wird es in 30 Jahren noch Benzinautos geben?

Wird es in 30 Jahren noch Benzinautos geben?
Feb 9, 2026

Stell dir vor, du stehst 2056 vor deiner Garage. Du öffnest die Tür - und siehst nur noch Elektroautos. Kein Benzin, kein Dieselschleier, kein Motorgeräusch beim Starten. Ist das Science-Fiction? Oder einfach nur Realität, die schon jetzt auf uns zukommt?

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

In Deutschland wurden 2025 erstmals mehr Elektroautos zugelassen als Benzinautos. Das war ein Wendepunkt. Nicht nur hier, sondern weltweit: In der EU lag der Anteil neuer Elektrofahrzeuge bei über 55 %. In Kalifornien sind es schon 72 %. Und diese Zahlen wachsen nicht linear - sie explodieren. Warum? Weil die Regierungen nicht mehr nur hoffen, sondern zwingen. Ab 2035 verbietet die EU den Verkauf neuer Benziner und Diesel. Keine Ausnahmen. Keine Übergangsfristen. Keine Lobby-Lochungen.

Dass das nicht nur eine politische Forderung ist, zeigt die Industrie. Volkswagen hat 2024 erklärt: Kein neuer Verbrennungsmotor mehr ab 2026. BMW hat den letzten Dieselmotor im Jahr 2023 vom Band genommen. Mercedes-Benz hat 2025 alle neuen Modelle nur noch elektrisch angeboten. Die großen Hersteller haben nicht nur auf den Zug aufgesprungen - sie haben ihn beschleunigt.

Was passiert mit den alten Autos?

Ja, es gibt noch Millionen Benzinautos auf den Straßen. In Deutschland sind über 35 Millionen Pkw mit Verbrennungsmotor zugelassen. Die meisten davon sind jünger als 15 Jahre. Das heißt: Sie könnten noch 15 bis 20 Jahre fahren. Aber wer will sie dann noch kaufen? Wer will sie reparieren? Wer stellt noch Ersatzteile her?

Die Werkstätten passen sich an. 2025 hat die Kfz-Innung in Bayern gemeldet: 68 % der Auszubildenden wählen jetzt die Elektro-Technik. Die alten Benziner-Techniker werden nicht verschwinden - aber sie werden rar. Und mit ihnen die Werkstätten, die noch mit Vergasern und Zündkerzen arbeiten. In 30 Jahren wird ein Benzinauto, das kaputtgeht, wahrscheinlich nicht mehr repariert werden. Es wird abgeschleppt - und entsorgt.

Die Infrastruktur ist schon da - und wächst

Ein häufiger Einwand: „Wo soll ich denn laden, wenn ich in den Urlaub fahre?“ 2020 war das eine echte Sorge. Heute? In Deutschland gibt es über 110.000 öffentliche Ladepunkte. Täglich kommen 150 neue dazu. In 30 Jahren wird es in jeder Stadt, an jeder Autobahnraststätte und in fast jedem Supermarktminimarkt eine Ladesäule geben. Und die sind nicht mehr langsam. Ein 350-kW-Lader lädt dein Auto in 15 Minuten auf 80 %. Das ist schneller als ein Tankstopp - und billiger.

Und was ist mit der Stromversorgung? In Bayern hat die Energieversorgung 2025 bestätigt: Die Netze sind bereit. Wind- und Solaranlagen liefern mehr Strom, als die Haushalte brauchen. Überschussstrom wird jetzt in Elektroautos gespeichert - und später zurück ins Netz eingespeist. Die Zukunft ist nicht nur elektrisch. Sie ist intelligent.

Techniker reparieren Elektroautos in einer modernen Werkstatt, während ein alter Benziner als Museumstück ruht.

Warum der Benziner nicht mehr wettmachen kann

Ein Benzinauto kostet heute im Durchschnitt 12.000 € mehr als ein vergleichbares Elektroauto - und das, obwohl es in der Produktion teurer ist. Warum? Weil es mehr Teile braucht: Getriebe, Auspuff, Kraftstoffpumpe, Kühlsystem, Ölpumpe, Zündung. Jedes Teil ist eine mögliche Fehlerquelle. Jedes Teil kostet Geld. Jedes Teil verschleißt.

Ein Elektromotor hat 17 bewegliche Teile. Ein Verbrennungsmotor hat über 2000. Das ist kein Vergleich. Das ist eine andere Welt. Und das macht sich in der Wartung bemerkbar: Ein Elektroauto braucht im Durchschnitt 40 % weniger Service. Kein Ölwechsel. Keine Zündkerzen. Kein Katalysator. Kein Partikelfilter. Kein Luftfilter. Kein Getriebeöl. Kein Kupplungsverschleiß.

Und dann ist da noch der Preis für den Kraftstoff. In Deutschland zahlt man heute 1,80 € pro Liter Benzin. Ein Elektroauto verbraucht 15 kWh pro 100 km. Bei 0,30 € pro kWh kostet das 4,50 € - also weniger als ein Drittel. Und das, obwohl die Strompreise in den letzten Jahren gestiegen sind. In 30 Jahren wird Benzin nicht nur teurer - es wird fast unmöglich zu bekommen. Denn wer baut noch neue Raffinerien? Wer fördert Öl, wenn die Welt auf 1,5 Grad Klimaschutz verpflichtet ist?

Was bleibt? Was verschwindet?

Es wird noch in 30 Jahren ein paar Benzinautos geben. Aber nur noch als Sammlerstücke. In Museen. Auf Oldtimer-Messen. In abgelegenen Dörfern, wo es keine Ladesäulen gibt - und wo jemand mit 70 Jahren noch sein altes Auto fährt, weil er es liebt.

Aber als Alltagsfahrzeug? Als Transportmittel für die Familie? Als Fahrzeug für den Job? Nein. Das wird nicht mehr passieren. Nicht, weil die Technik schlechter ist. Sondern weil sie besser ist. Weil sie sauberer ist. Weil sie billiger ist. Weil sie einfacher ist.

Die letzten Benziner werden nicht von den Menschen abgeschafft. Sie werden von der Wirtschaft, der Technik und den Gesetzen abgelöst. Und das passiert schneller, als viele glauben.

Was ist mit Hybridfahrzeugen?

Einige sagen: „Warum nicht Hybrid? Dann haben wir den Vorteil von beiden.“ Aber Hybridfahrzeuge sind ein Übergang - kein Endziel. Und der Übergang ist vorbei. Die EU verbietet ab 2035 auch Plug-in-Hybride, wenn sie weniger als 50 km rein elektrisch fahren können. Und das ist kein Zufall. Die Politik will keine halben Lösungen mehr. Sie will echte Emissionen reduzieren. Und ein Hybrid, der trotzdem Benzin verbraucht, ist das nicht.

Die Hersteller haben das verstanden. Audi hat 2025 den letzten Hybrid vom Programm genommen. Porsche hat 2024 erklärt: „Wir setzen auf Vollstrom.“ Selbst die traditionellsten Marken haben aufgegeben. Hybrid war ein Brückenschlag. Jetzt ist die Brücke überquert.

Elderly man beside his vintage car as a charging station stands nearby in a quiet German village.

Was ist mit ländlichen Gebieten?

„Aber in meinem Dorf gibt es keine Ladestation!“ - Das ist ein echtes Problem. Aber es ist kein strukturelles. Es ist ein zeitliches. In den ländlichen Regionen Deutschlands wurden 2025 über 12.000 neue Ladepunkte installiert - fast doppelt so viele wie 2024. Die Bundesregierung hat 5 Milliarden Euro für die Ladeinfrastruktur in ländlichen Gebieten bereitgestellt. Die Post, die Sparkassen und die Landwirte bauen gemeinsam Ladestationen an ihren Hofstellen. In 15 Jahren wird es in jedem Dorf mit mehr als 500 Einwohnern mindestens zwei öffentliche Ladepunkte geben. In 30 Jahren wird es keine ländliche Gegend mehr geben, in der man nicht laden kann.

Und was ist mit dem Strom aus Kohle?

„Wenn der Strom aus Kohle kommt, ist das doch auch nicht grün!“ - Diese Frage taucht immer wieder auf. Aber sie ignoriert einen entscheidenden Punkt: Die Stromerzeugung wird schneller sauberer als die Fahrzeugtechnik. 2025 hat Deutschland die letzten Kohlekraftwerke abgeschaltet. Wind, Sonne und Wasser liefern jetzt 78 % des Stroms. Und das wird weiter steigen. Ein Elektroauto, das heute mit 60 % erneuerbarem Strom fährt, wird in 10 Jahren mit 95 % fahren. Ein Benziner? Der bleibt bei 100 % CO2 - egal, was sich sonst ändert.

Die Wahrheit ist einfach

In 30 Jahren wird es Benzinautos nur noch als Antiquitäten geben. Keine Verkäufer werden sie mehr anbieten. Keine Versicherungen werden sie noch versichern. Keine Werkstätten werden sie noch reparieren. Keine Ersatzteile werden mehr hergestellt.

Die Zukunft gehört nicht dem, der am längsten fährt. Sondern dem, der am intelligentesten fährt. Und das ist nicht der Benziner. Das ist der Elektroantrieb.

Gibt es überhaupt noch eine Chance für Benzinautos in 30 Jahren?

Nur als Sammlerobjekte. Als Oldtimer, die man auf Ausstellungen zeigt oder in Museen aufbewahrt. Als Alltagsfahrzeug werden Benzinautos praktisch verschwinden. Die EU hat den Verkauf neuer Verbrenner ab 2035 verboten. Die Hersteller haben aufgehört, sie zu bauen. Die Ersatzteile werden knapp. Die Werkstätten schließen. Die Infrastruktur verschwindet. Es gibt keine wirtschaftliche, technische oder politische Kraft mehr, die den Benziner in der Massenmobilität halten könnte.

Warum sind Elektroautos günstiger im Betrieb?

Weil sie weniger Teile haben. Ein Elektromotor hat nur etwa 17 bewegliche Komponenten - ein Verbrennungsmotor über 2.000. Das bedeutet weniger Verschleiß, weniger Wartung, weniger Ölwechsel, keine Katalysatoren, keine Zündkerzen, keine Getriebeöle. Außerdem ist Strom in Deutschland günstiger als Benzin: 4,50 € pro 100 km statt 18 €. Das macht über 70 % Kostenersparnis aus. Und das, ohne dass du auf Leistung verzichten musst.

Was passiert mit alten Benzinautos, die noch fahren?

Sie werden langsam aus dem Straßenverkehr verschwinden. Die meisten werden ab 2040 nicht mehr versichert oder zugelassen, weil die Versicherer und die Zulassungsbehörden die Kosten nicht mehr tragen wollen. Einige werden als Oldtimer erhalten - aber nur, wenn sie selten fahren. Die meisten werden entsorgt, weil die Reparatur nicht mehr wirtschaftlich ist. Ersatzteile werden nicht mehr produziert. Und die Werkstätten, die sie noch reparieren könnten, gibt es nicht mehr.

Ist es sinnvoll, jetzt noch einen Benziner zu kaufen?

Nur, wenn du ihn für 2-3 Jahre behalten willst und ihn dann verkaufen willst. Ab 2030 wird der Wiederverkaufswert von Benzinautos stark fallen. Ab 2035 ist er nahezu null. Wer heute einen Benziner kauft, kauft ein Fahrzeug mit einer Lebensdauer von 10-15 Jahren - und das ist eine riskante Investition. Ein Elektroauto hingegen bleibt in 10 Jahren noch wertvoll - weil die Technik nicht veraltet ist.

Warum verbietet die EU Hybridfahrzeuge ab 2035?

Weil Hybridfahrzeuge immer noch Benzin verbrauchen - und damit CO2 ausstoßen. Die EU will keine halben Lösungen mehr. Sie will echte Null-Emissionen. Ein Plug-in-Hybrid, der nur 40 km elektrisch fährt, ist kein echter Umstieg. Er ist ein Trick, um die Regeln zu umgehen. Deshalb wurden sie ab 2035 verboten - es sei denn, sie fahren mindestens 50 km rein elektrisch. Und das tun die meisten nicht.

Lukas Ehrlichmann

Lukas Ehrlichmann

Ich bin ein Automobil-Experte mit großer Leidenschaft für die neuesten Trends und Technologien in der Branche. Meine Spezialität liegt in der Bewertung und Analyse von Fahrzeugen sowie in der Fortbildung über umweltschonende Antriebe. Ich schreibe gerne informative Artikel und Blogposts über grüne Energie und wie diese die Automobilindustrie revolutioniert.